Das Apostroph – So gern genommen, so missverstanden

Sprache ist ja so toll, weil sie einem überall begegnet, man kann das Erlernte immer und überall anwenden – So hab‘ ich das früher als Linguist mit Illusionen und Idealen gedacht. Heute fühle ich mich umgeben von plangebügelten Sprach-Fähnchen im Wind, die…nein, so schlimm ist es auch wieder nicht, aber man muss sich doch manchmal fragen, warum alle so viel falsch machen (wollen).

Wofür wird das Apostroph eigentlich genutzt?

Es fängt schon an mit selbständig, das einfach verkrüppelt wird, geht weiter mit Wörtern, die einfach zwangsverehelicht werden wie infolge oder infrage und betrifft auch ein diakritisches Zeichen, das den Genitiv markiert – im Englischen aber! Was redet der da? dia-wat?!? Diakritische Zeichen sind an Buchstaben und in Wörtern angebrachte Zeichen, die…ach, komm hier, Wikipedia.

Wo wird das Apostroph falsch genutzt?

Ja, aber was soll jetzt die ganze Aufregung vom Sprach-Klugscheißer? Er sieht immer wieder Lieferwagen, Ladenschilder und auch Labels verschiedener Produkte, auf denen das Apostroph als Genitiv-Marker genutzt wird. Das macht man aber nur im Englischen so, im Deutschen ist Genitiv einfach ihm sein eigener Kasus, der kann das auch ohne das kleine Zeichen.

Apostroph richtig benutzen – So geht’s, so nicht

Wenn ich also schreibe Sebastian’s head explodes, ist das im Englischen so richtig. Wenn ich aber schreibe Sebastian’s Kopf explodiert, ist das – ja, richtig – falsch! Unser Genitiv im Deutschen macht das schon, er braucht kein Apostroph. Wo wir es aber machen können, ohne Fehler zu machen und arme Linguisten zu empören, ist zum Beispiel bei „Wie geht’s Dir?“, nicht aber bei „Ich freue mich auf’s DSDS-Casting.“. Das muss wiederum heißen „Ich freue mich aufs DSDS-Casting.“

Tja, so ist das, wer’s richtig machen will, kommt ums Lernen nicht herum – Denkt an Sebastians Worte. Ich bin Linguist, ich darf das 😉

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Mein Smart TV kann so viel – auch nerven

Ja wow, endlich ein Smart TV, endlich „die neuesten Folgen streamen“ und endlich NOCH MEHR WERBUNG!?! Da denkt man, man investiert in ein neues Gerät, um sich mehr Komfort und Programmvielfalt ins Haus zu holen; das geht aber nicht, ohne dass wir zu noch mehr Geld-Ausgeben animiert werden. Mein liebstes Reizthema Werbung und warum sie immer, immer, immer mehr auf dem Programm steht.

Unterlassungsklage gegen Werbung – Hach, was wär‘ das schön

Stellen wir uns doch mal vor, Werbung wäre eine reale Person, diese Promoter, die einen manchmal beim real fast über’n Haufen rennen. „Hallo, haben Sie schon Sky?“ – „Hallo, haben Sie schon Urlaub gebucht?“ – Hallo, Du gehst mir auf’n Sack, ich brauch nur Klopapier und Nudeln, die Welt geht bald unter, was soll ich da im Urlaub? Also wäre die Werbung, die mein TV macht in menschlicher Vertretung hinter mir her, ich würde ihr eine Unterlassungsklage an den Hals hängen.

So penetriert mich mein Fernseher

In der Werbung – also damit meine ich unter Werbetreibenden – heißt es penetrieren, wenn man das Beworbene wiederholt nennt. Wir kennen ja alle diesen Werbespot für Seitenbacher Müsli, der sagt ja fast nichts anderes. Das ist im Kontext Werbesprache Penetration, aber ganz allgemein gesehen kann auch Werbung an sich penetrieren, und zwar mich, und zwar in meinem Smart TV.

Smart TV Werbung noch und nöcher

Ich hab auch so einen. Schön groß, schön smart isser, und was macht er aus seinem Smart-Sein? Er nutzt seine Talente, um mich mit Werbung zu nerven. So kleine Werbekacheln und Apps, die er mir andauernd wärmstens ans Herz legt. Und dann ploppen auch immer, gerade nach dem Einschalten, immer wieder Werbe-Rahmen ins Programm oder es kommen Werbespots zusätzlich zur Regel-Werbung. Werbung, exklusiv für mich?!? Was bin ich doch für ein Glückspilz!

Besonders viel Werbung auf Samsung Fernsehern

Dachte ich auch, als ich mir einen neuen Samsung-Fernseher kaufte. Ich hatte auch seit 2011 schon einen, jetzt musste ein größerer her, ich kann ja nicht auf 40 Zoll gucken, das ist ja menschenunwürdig! Sarkasmus aus, *klick* Jedenfalls an die Kiste und schon ging das Bombardement los. Was ich nämlich nicht wusste: Bei Samsung sind sie wohl ganz Schlimme, die extra viel Werbung machen. Die Nutzer sind schon sauer, oh nein!

Was tun gegen Smart TV Werbung?

Wie es immer so ist, man kann die Werbung nur bedingt ausblenden, man muss sie ein Stück weit wohl ertragen. Obwohl: Der Smart TV Werbung kann man den Stecker ziehen, im wahrsten Sinne! Einfach LAN-Verbindung kappen und feddich. Aber dann kann man wieder nicht „die neuesten Folgen streamen“, ohne dass man das wieder einrichten muss. Ist auch unbequem, dann doch lieber Werbung. Tja, man haddet schwer.

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„Masken bringen doch nichts“ – Wie Polemiker zum Grinch werden

Neulich war es soweit – endlich will ich jetzt nicht sagen, aber es hat mich schon gewundert, dass es bis November dauert, bis mir mal ein Exemplar dieser „Masken-Gegner“ über den Weg läuft. Man kennt sie ja sonst nur aus dem Fernsehen, aber jetzt habe ich eins in freier Wildbahn gesehen. Und es hat mit mir gesprochen. Da fiel mir mal wieder auf, wie selten ich mit Polemik konfrontiert werde – zum Glück.

Ich würde allen Grinches diesen Artikel empfehlen.

Masken-Gegner – Muss man da zuhören?

In unserem Gespräch hörte ich so einiges Halbwissen über die Gefahr, die eigentlich wirklich nur von Corona ausginge, wie wenig Masken dagegen bewirken könnten und so. Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich zugehört, es sollte meinetwegen kein bilaterales Gespräch über das neue Lieblingsthema einiger Leute zustande kommen. Es ist zutiefst polemisch, es spaltet die Gesellschaft, ein Riss, der auch in den besten Familien zu einem Knacks führen kann, zwischen Freunden und Nachbarn. Streit-Potenzial, das man nur mit ausgewählten Gesprächspartnern ausschöpfen sollte.

In der Polemik ist Einigkeit schwer zu erreichen

Es ist erstens potenziell unerwünscht, andere mit seiner Meinung über ein solches Thema zu behelligen, zweitens kann es auch zu echten Problemen führen, wenn man auf einen temperamentvollen Gegenpart trifft und drittens wird es auch keine Einigung bei diesem Thema geben. Polemik halt. Einer müsste nachgeben, einen Kompromiss eingehen wenigstens. Aber wer will das schon 😀

Zack, da ist die Polemik und wie reagiere ich da jetzt drauf? Hier ein kleiner Survival-Guide – ToDos, wenn die Polemik hinter’m Busch lauert.

Themen, mit denen man Weihnachten besser nicht anfängt

Die Masken, Corona-Maßnahmen, die Pandemie – allgemein ist mittlerweile alles in diesem Themen-Komplex hochgradig polemisiert, man schaue mal zu den Demos, wo ein gewisses Exemplar mitmachen möchte, wo man auch mal nach links und rechts schauen sollte, wer da noch mitläuft. Wer einen Themenbereich anspricht, läuft Gefahr, in einen Streit zu geraten. Die gleiche Erfolgsaussicht habe ich zum Beispiel auch, wenn ich über das Tempolimit spreche, über „die richtige“ Kindererziehung, Hartz 4, den Klimawandel oder über die Programme der politischen Parteien – und das sind ja noch die harmlosen Themen. Mich wird jedenfalls niemand mal eben zu einer anderen Partei labern – das muss schon fundiert entschieden werden.

Das sind alles polemische Themen, die nicht für den Stammtisch bestimmt sind, bei denen Ungemach planbar ist. Wenn Ihr also Weihnachten früher gehen wollt, sprecht doch mal bei Hirsch mit Rotkohl auch endlich mal wieder über den guten alten Klimawandel. Da fühlt man sich dann richtig verbunden miteinander. In diesem Sinne Frohes Fest – sofern es denn stattfindet.

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Neue Sprach-Neurosen braucht das Land 2020

Wow, jetzt ist es tatsächlich schon über drei Jahre her, dass ich mich zuletzt hier über Sprach-Neurosen der Anderen ausgelassen habe! Dabei ist Sprache ja so wahnsinnig dynamisch, da müsste es doch eigentlich alle Nase lang genug Futter für solche gehässigen Artikel geben, oder? Naja, deswegen sammle ich ja auch und werde gleich drei sprachliche Säue durchs Dorf treiben.

Schuld sein / Schuld haben

Zum Glück habe ich die falsche Version des ersten Beispiels an den Anfang der Headline geschrieben, so muss ich mir wenigstens keine Gedanken machen, wie ich das Schreibweisen-Dilemma löse. Denn Schuld sein, was ja viele sagen und auch so schreiben, ist falsch, wird aber in seiner falschen Anwendung oft auch noch falsch-falscher geschrieben. Denn entweder ist man schuldig oder man hat Schuld. Man ist aber nicht schuld und schon gar nicht Schuld! Sogar der Duden hat sich davon schon anstecken lassen. Schuld wird hier einfach in eine ganz andere Wortklasse gepresst, wo sie sich gar nicht wohlfühlt. Und Ihr habt Schuld!

Bilateral

Für das erste Beispiel gilt es gar nicht mal so sehr, aber viele der nervigsten Sprachneurosen kommen direkt aus dem Business-Life – oder sagen wir aus einem Soziolekt. Der scheint irgendwie so fancy, dass man unbedingt sagen muss, das man bei jemandem ist, wenn man seiner Meinung ist. Bilateral ist auch so ein Ding. Ich höre es bisher nur aus geschäftlichen Kreisen oder auf meinem Lieblingssender, WDR5. Die Nutzer (ja, und natürlich auch die Nutzerinnen) haben bilaterale Gespräche geführt oder sorgen sich um die bilateralen Verhältnisse zwischen Deutschland und den USA. Es ist irgendwie so schicki-micki-Nase-hoch-frag-mich-doch-wenn-du-wissen-willst-was-es-heißt, aber eigentlich heißt es nur beidseitig. Wer also ein bilateriales Gespräch führt, führt einen Dialog – Ist doch auch n nettes Fremdwort.

Safe, Digger

Hach ja, was soll’s, ich muss ja nicht hinhören 🙂 Dann müssen die Menschen halt monolateral sprechen…ohne mich, in dem Fall.
Das mir sympathischste „Neuröschen“ ist ein Pärchen aus dem Jugendslang. Oh je, hoffentlich darf ich mich da überhaupt einmischen in meinem Alter. Apropos: Aus Alter wurde Digger und aus ’sicher, Digger‘ wurde ’safe, Digger‘. Digger aus dem Norddeutschen und safe offenkundig aus dem Englischen, aber nicht wirklich entlehnt, sondern entfremdet eher. Denn was unsere hippen Millenials safe finden, finden englischsprachige Pendants eher sure. „Liebse misch?“ – „Ja, safe, Digger!“
Bilaterale Liebe. Sind sie nicht süß? 🙂

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Meine Abnehm-Rezepte: „Huhn Tom-Pap“

So, gestern mal wieder am Herd gestanden, nachdem ich eine kleine Fahrrad-Tour gemacht hatte. Zeit, einmal eines meiner aktuellen Lieblingsgerichte für die Mittagszeit vorzustellen, samt Profilbild, Rezept und natürlich Kalorien (ungefähr) und Nährwerten. Und wie sich herausstellen wird: Es ist yummy und gesund!

„Huhn Tom-Pap“ – Das ist drin: 

  • 400 Gramm Hühnchenbrust-Filet
  • 1/2 rote Paprika
  • 1/2 Zucchini
  • 1/2 Zwiebel
  • 200 Gramm passierte Tomaten
  • 1 EL Honig
  • 1 EL Tomaten-Ketchup
  • 1/2 EL Hühnerbrühe
  • 1/2 EL Frischkäse
  • Meersalz, Knoblauch, frischer Pfeffer, Paprikapulver

So bereite ich Tom-Pap zu

Jawoll, jetzt liegt das alles da, die Zubereitung ist auch ganz einfach und dauert keine Viertelstunde. Ich habe die Paprika, die Zucchini und die Zwiebel gemeinsam in Olivenöl leicht angebraten und recht bald das Huhn hinzugegeben. Nach etwas Brutzelzeit leicht salzen und mit Paprikapulver überstreuen und den Honig hinzugeben. Dann die passierten Tomaten drüber, die Brühe, den Ketchup und die Gewürze dazu und gute umrühren. Nach ein paar Minuten auf halber hitze köcheln noch den Frischkäse für die „sahnige“ Note und Farbe einrühren und zum Schluss pfeffern. Voilà, Tom-Pap.

Kalorien und Nährstoffe von Tom-Pap

Und das ist lecker! Je nach Geschmack kann man zum Beispiel durch mehr Honig etwas süßer machen, mit Chili schärfen oder auch ein paar Würfel Schafskäse unterrühren. Auch Mais macht sich gut darin, ebenso wie Oliven oder mein aktuelles Lieblings-Superfood, Brokkoli.

Und was spielt sich so hinter den Kulissen ab? Die Nährstoffangaben von Tom-Pap:

    • Hähnchenbrust-Innenfilet: 416 Kalorien laut Verpackung
    • passierte Tomaten: 60 kcal
    • Honig: 50 kcal
    • Paprika: 25 kcal
    • Zucchini: 25 kcal
    • Zwiebel: 10 kcal
    • Rest: 50 kcal

Gesamt: 636 Kalorien

Runden wir einfach mal auf 700 auf, da es ja hinterher doch immer mehr ist als man denkt. Ich habe – sagen wir mal – drei Viertel Tom-Pap gegessen, also 525 Kalorien. Ich war vom Tom-Pap pappsatt (auch nachhaltig) und es war richtig lecker. Ich kann es nur empfehlen, nachher gibt’s den Rest 🙂

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Brokkoli Super-Food – schnell und megagesund

Für meine neue Kategorie Aus Schlau wird Schlank mit Seb gibt’s heute neues Futter, und zwar frisches und gesundes: Brokkoli. Er fiel mir bei den Tipps zur Ernährungsumstellung beim Abnehmen auf, da er bei vielen der Nährstoffe und guten Inhaltsstoffe sehr präsent war. Und weil er schmeckt und gerade mal wieder einer im Topf gegart wird, dachte ich, ich breche hier mal eine Lanze für ihn.

Brokkoli: Leckeres Super-Food mit typischem Gemüse-Ruf

Warum muss ich für so ein Super-Food eine Lanze brechen? Naja, es ist ja wie immer, Gemüse fällt vielen Leuten erstmal nicht ein, wenn sie an leckeres Essen denken. Grünzeug, Hasenfutter und Co. sind Wörter für Sachen, die eigentlich ganz wunderbar sind. So auch und gerade der Brokkoli, der nicht nur lecker sondern mega-gesund ist. Ich würde ja schreiben, jetzt kommt ein Zubereitungs-Tipp oder sogar ein Rezept, aber ich mache eigentlich kaum was, um den Nährstoff-Turbo mit Brokkoli zu zünden.

Vollgepackt mit tollen Sachen: Diese Nährstoffe sind in Brokkoli

Und da zündet so einiges, ich liste es einfach mal auf:

    • versch. Vitamin B Komplexe
    • Vitamin C
    • Vitamin E
    • Vitamin K

Bei den Mineralien und Spurenelementen sind es:

    • Kalzium
    • Magnesium
    • Eisen
    • Kalium
    • Zink

Wichtig ist, den Brokkoli zum Erhalt der Nährstoffe nicht zu kochen, sondern zu dämpfen. Man kann ihn auch roh essen, dann verkocht sicher gar nichts von den Nährstoffen.


Wofür du diese Nährstoffe im Körper brauchen kannst, liest Du hier. 


Viel ist drin im Brokkoli, aber nicht, was die Kalorien angeht. Nur ca. 50 davon sind in 100 Gramm Brokkoli enthalten.

Nur 2 Minuten vor- und zubereiten

Oft ist ja das Argument ‚Hach, das ganze Geschnippel ist mir zu langwierig‚, aber beim Brokkoli kann man das wirklich gelten lasse – wie bei vielen anderen auch, das sind nur Ausreden. Ich habe gerade mal die Stoppuhr für Euch laufen lassen: Mein Brokkoli war innerhalb von 95 Sekunden ausgepackt, geschnitten und im Wasser. Den Rest macht jetzt der Herd, der den Brokkoli 15 Minuten kocht.

Ganz einfach pur genießen oder mit Meersalz

Das war’s schon, meine Vitamin- und Nährstoff-Bombe ist in der Mache, und wird schließlich entweder einfach so oder mit etwas Meersalz gegessen. Meersalz ist auch kein Feenstaub aus dem Bio-Laden, das gibt’s in jedem Discounter mittlerweile. Aber auch ohne hat Brokkoli einen ganz typischen Geschmack, den ich sehr mag. Er schmeckt pur, für sich und ganz allein gut als Zwischenmahlzeit oder Vorspeise.

Brokkoli-„Créme“-Suppe geht auch

Einmal habe ich den Brokkoli im Topf vergessen, da war er sehr verkocht und matschig – Wer will’s ihm verdenken? Aber ich habe ihn mit dem Pürierstab gerettet und mit etwas Vollmilch, Salz und einer Brise Gemüsebrühe eine Suppe draus gemacht. Super-Suppe!

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Verquer im Verkehr – Die Psyche der Autofahrer

Autofahren – Manchmal muss es sein, aber manches, was da passiert, müsste nicht sein. Wir Männer sind es, die den Straßenverkehr zum Stresser-Verkehr machen. Manchmal kommt es mir so vor, als sinke der männliche IQ um wenigstens 50 Punkte, wenn Mann sich hinters Steuer setzt. Aber auch die Damen der Schöpfung sorgen manchmal für Kopfschütteln. Aggression, Rücksichtslosigkeit oder sind sie einfach nur allein auf der Welt? Die verqueren Verhaltensweisen einiger Verkehrsteilnehmer sind ebenso unverständlich wie auch mittlerweile leider üblich und damit nur zu vorhersehbar. Einige Highlights…

Als Fahrradfahrer unter Autofahrern

Fangen wir mal mit zwei Rädern an. Als ich noch in Düsseldorf gewohnt und versucht habe, mich in der Stadt sportlich zu betätigen, habe ich es mit dem Fahrradfahren versucht. Da steht man mit einem Bein schon praktisch im Grab. Die Düsseldorfer Autofahrer haben in der Regel kein Auge für Radfahrer, so jedenfalls meine Erfahrung. Sie biegen rechts über Fahrradwege ab, ohne zu gucken, sie parken auf Radwegen, die schreien Fahrradfahrer an, obwohl sie sie gerade fast übern Haufen gefahren hätten.

Rücksichtslose Spurwechsel

Doch es stehen nicht nur Autos auf Radwegen, es stehen auch oft Lkw, Lieferwagen oder Paketzusteller auf rechten Spuren. Dann kommt es zu einem weiteren Phänomen, dem nahezu unangekündigten Spurwechsel. Habe ich ein Hindernis auf meiner Spur, darf ich diese wechseln, ganz egal, was gerade auf der Spur passiert, auf die ich wechsle. Mir kommt es so vor, als dächten viele genau so. Die meisten geben ziehen einfach rüber, egal ob eine Lücke frei ist oder nicht, viele ohne Blinken. Wenn sie den Platz, den sie für ihr waghalsiges Manöver erhalten ihnen nicht ausreichend respektvoll erscheint, bremst man denjenigen einfach eben noch aus, der einen gerade eben noch reingelassen hat.
Und wehe, einer schafft es nicht mehr über die Kreuzung und die anderen haben grün – Dann schwelt der blanke Hass!

Alpha-Männchen, natural born Linksfahrer

Fahren wir mal auf die Autobahn, oh, ganz großer Sport. Hier herrschen wieder ganz eigene Regeln. Die selbsternannten Herrscher sind mittlerweile die SUV-Fahrer. Bei ihnen fährt der Habitus mit, alle müssten sich in den Staub werfen, wenn sie angewalzt kommen. Aber auch hochmotorisierte Fahrzeuge anderer Art werden häufig von kernigen Alpha-Männchen gesteuert, die über die rechten Spuren oder auch so manche Verkehrsregel erhaben sind. Wer nicht gehorcht, wird genötigt, rechts überholt, ausgebremst, mit Handzeichen beleidigt.

Bräsige Mittelspur-Schleicher

Alledem würde man ja gerne ausweichen, aber manchmal muss man einfach die linke Spur benutzen, um die anderen Klassiker der Autobahn loszuwerden, die Mittelspur-Schleicher. Drei- oder gar vierspurige Autobahn, rechts ist über Kilometer alles frei, aber der Herr in seinem Kompakt-SUV muss mit 110 auf der mittleren Spur den Verkehrsfluss stören. Nichts anderes ist das, denn es gilt Rechtsfahrgebot. Wer sich also für die rechte Spur zu schade ist, denkt, diese sei nur den Lkw vorbehalten oder es einfach aus Unwissenheit tut: Mittelspur-Schleichen ist gegen die Regeln, liebe Herrschaften.

Rücksichtlos hat Recht

Während die Mittelspur-Schnarcher passiv den Verkehr stören, sind gerade Drängler, Raser und Nötiger diejenigen, die aktiv die Unfallstatistik mitgestalten, denn die meisten Verkehrsunfälle passieren genau so. Das Dumme sind aber nicht nur diese Fahrer, sondern es ist auch die Tatsache, dass sie sich auch noch im Recht fühlen. Wenn man sich die Schikane nicht gefallen lassen will, geht es schnell in die nächste Eskalationsstufe, weil die Herren meinen, ein bisschen Drängeln und Ausbremsen bei 130 km/h sei ein Kavaliersdelikt und ihr Verhalten ihr gutes Recht.

Umweltspuren – Neues Konfliktpotenzial

Das sehen manche auch darin, über die leergeräumten Umweltspuren zu fahren, die es jetzt in vielen Städten gibt. Die meisten stellen sich brav in der noch übrigen Spur an, was man auch mal hervorheben muss. Aber es gibt doch immer wieder welche, die meinen, dass wir alle nur für sie Platz machen. Da ist die Denke womöglich ähnlich wie bei denen, die durch Rettungsgassen fahren.

Merkwürdige Lichtblicke im Verkehr

Dabei gibt es auch Momente, in denen man den gesunden Menschenverstand irgendwie durchschimmern sieht. Zum Beispiel warnt man sich gern gegenseitig vor Blitzern, indem man den Gegenverkehr anblinkt. Wenn Leute aus einer Ausfahrt oder Seitenstraße kommen oder in selbige einbiegen möchte, findet sich schnell jemand, der sie reinlässt. Dann wird sich bedankt, gegrüßt und freudig geblinkt – Es geht ja auch anders, aber eben nur viel zu selten. Und eine Ecke weiter kann es dann auf dem Aldi-Parkplatz passieren, dass ich mit Kind und Einkäufen fast über’n Haufen gefahren werde. Ja, selbst Fußgänger und Fahrradfahrer, die sogenannten schwächeren Verkehrsteilnehmer, sind ja nicht vor dem Allmachtsverständnis mancher Autofahrer sicher.

Wo liegt das Problem? Rücksichtslosigkeit und Egoismus

Aber es sind auch noch andere Beweggründe, mit denen sich diese Abarten der menschlichen Autofahrer-Psyche erklären lassen könnten. Manche bewegen sich, als seien sie allein auf der Welt. Andere halten es für selbstverständlich, dass die anderen Verkehrsteilnehmer für sie mitaufpassen.
Und es herrscht mehr Aggression im Straßenverkehr. Das kann einfach am erhöhten Verkehrsaufkommen, gerade in den Städten, liegen. Viele Menschen sind wahrscheinlich aus verschiedenen Gründen gestresster und verhalten sich dementsprechend. Das wird wahrscheinlich ganz unterschiedliche Gründe haben.

Gelegenheit durch Anonymität, fast wie in sozialen Netzwerken

Früher haben mir Autofahren und auch Autobahnfahren Spaß gemacht. Heute versuche ich Autofahrten zu vermeiden. Der Stress, den andere ausstrahlen, ist ansteckend und damit kann praktisch jede Autofahrt anstrengend werden.

Die viel zitierte Verrohung der Gesellschaft zeigt sich auch im Auto, das ja auch zu einem gewissen Grad Anonymität erzeugt. Wir sind in unserem faradayschen Käfig, hier kommt erstmal keiner an uns ran, noch die Fenster abdunkeln und schon surfen wir anonymus – wenn nur das doofe Kennzeichen nicht wär‘.

Aber trotzdem muss schon eine Menge passieren, damit ich erkannt und für mein Vergehen belangt werde. Also lass ich die Sau raus, das ist nicht ganz so schlimm wie in sozialen Netzwerken, aber vom Ansatz her ähnlich. Ich bin jedenfalls noch nie im Supermarkt in der Form beschimpft worden, weil ich mit meinem Einkaufswagen auf der falschen Spur gefahren bin.

 

 

 

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Passwort-Wahnsinn: einloggen oder ausrasten?

Kürzlich habe ich einen neuen Rechner bekommen. Was auf den ersten Blick wie ein erfreuliches Ereignis wirkt, entpuppt sich schnell als Hindernislauf. Denn der Rechner ist ja toll und leuchtet und kann auch ganz viel, aber vor allem Letzteres muss man ihm erstmal mühsam beibringen. Rechner einrichten ist angesagt und hierzu gehören eine ganze Menge Passwörter, PINs und Login-Daten. Bankkonten, Networking, allerhand Software und schließlich auch das Backend dieses Blogs – Überall erwartet mich die Patzigkeit dieser nervigen Logins, und irgendwann – bei mir dauert das gar nicht so lange – rege ich mich dann auf. Daher muss ich mir an dieser Stelle mal Luft machen.

Ich will keine Atombombe zünden, nur Kontoauszüge gucken

Bei meinem alten Konto bei der DKB stößt es mir besonders auf: Früher musste ich meine Kontonummer und ein Passwort eingeben, um mein komplettes Online-Banking nutzen zu können. Dann kamen für Überweisungen die TANs dazu, jetzt muss ich schon eine TAN eingeben, um mich überhaupt anmelden zu können. Fehlt noch, dass ich dann eine PIN eingeben muss, um die TAN zu bekommen, mit der ich dann mein Passwort eingeben darf. Das muss ich dann am Telefon auf Altgriechisch durchsagen, damit man mir einen Brief mit einer Nummer schickt, mit der ich dann den Goldenen Hammer bekomme. Mit dem kann ich dann den Glaskasten kaputthauen, in dem mein Master-Passwort für den Login liegt. Vielleicht.

Leute, ich will nur meinen Kontostand wissen, keinen Weltkrieg anfangen!

Gründe für die ganze Schikane?

Sicherlich gibt es gesetzliche Gründe dafür, warum sich alle Banken, Dienste und Co. so unfassbar lästig verhalten. Kann man nicht mal ein Auge zudrücken, wenn sich ein Zahlendreher in meinem 1234 eingeschlichen hat? Ist es denn so schlimm, wenn ich an einem frühen Sonntagmorgen einfach mal ohne mein Passwort bei Amazon einkaufen will? Nein, Du hast das Zauberwort nicht gesagt…

Ich verstehe ja mit Zähneknirschen, dass es schon irgendeinen Grund für die ganze Schikane geben wird – interessiert mich aber nicht, so als Verbraucher. Genauso, wie es ja die meisten Verbraucher nicht interessiert, wie vielen dieser Dienste sie ganz treudoof alle ihre persönlichen, privaten Daten geradezu willenlos rüberschieben – ganz ohne Passwort 😀

Was tun mit der Passwortschwemme?

Mittlerweile sind alle so nervig, was die Logins angeht. Überall muss ich irgendwelche sperrigen Sachen machen, die mir derart zuwider sind, dass ich am liebsten alles kündigen würde. Manches davon braucht man ja dann leider doch, deswegen kann man schließlich auch einen Passwort-Manager gebrauchen, in dem alle Logins, PIN, TANs und Goldenen Hämmer vermerkt sind. Ein Manager, für den man dann natürlich auch wieder einen Login braucht 😀 Besorgen Sie den Passierschein A38…

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Eremitenleben wegen Corona – So lässt es sich aushalten

Puh, schon wieder so viele Wochen rum, seitdem man das letzte Mal etwas von meiner Seite hörte. Aber so ist es in einem Blog, es verzeiht nicht, die Schludrigkeit zeigt sich gnadenlos in den Zeitabständen zwischen den letzten beiden Posts. Ich hatte aber auch Gründe, warum ich mich nicht gemeldet habe. Hatte ich Corona? Was macht für mich Corona-Masken ultra-nervig? Und wieso bin ich eigentlich fürs Corona-Exil wie geschaffen? Der Überblick. (wie es bei SPON dieser Tage am Ende der meisten Einleitungstexte heißt ;))

Mandelentzündung und 5 Wochen Krücken

Zunächst einmal gibt’s einen kleinen Rückblick über das, was mich in einigen der letzten Wochen vom Schreiben abhielt. Manche vertreten ja die Meinung Sport sei Mord, und diesmal muss ich zu einem gewissen Grad Recht geben. Denn meine letzte sportliche Aktivität, bei der das schöne Foto links entstanden ist, tötete tatsächlich etwas in mir: Meine Fähigkeiten zu laufen, zu arbeiten, zu essen, ja, selbst wachzubleiben.

Hab ich Corona? Hat es mich erwischt?

Eine gute Stunde draußen auf dem Acker, zusammen mit dem Kleinen, er auf dem Fahrrad, ich mehr joggend als lange zuvor. Schweiß, Wind, krank. Schon am Mittag des nächsten Tages merkte ich, dass meine Symptome sich nicht mit einem Aspirin Complex würden ersticken lassen – Die wollten richtig raus! Und deswegen ging am wiederum nächsten Tag bei mir gar nichts mehr. Kennt Ihr das, wenn man diese Krankheiten hat, bei denen man nicht mal mehr Fernsehen gucken kann? Ja…oder war es vielleicht gar nicht eine dieser Krankheiten, sondern doch diese Krankheit?!? Erkältet in Corona-Zeiten, na herzlichen Glückwunsch! Die Angst vor Corona trieb mich den Sonntag über doch schon sehr um. Relativ schnell konnte sie aber meine Hausärztin am darauf folgenden Montag telefonisch ausräumen.

Krankheit weg, Füße kaputt

Es war letztlich „nur“ eine Mandelentzündung, die ich nach 4 weiteren Tagen schwitzen, nichts essen und liegen auskuriert hatte. Sie gab die Klinke meinen Füßen in die Hand, die wohl direkt hinter ihr in der Reihe gestanden hatten. Auch sie wollten sich noch erkenntlich für die körperliche Überanstrengung zeigen, die mein Joggen eine Woche vorher wohl gewesen sein musste. Mittelfußschmerzen, eine Stressreaktion, die sich jetzt im Nachhinein über 5 Wochen hingezogen hat –  und an dieser Stelle seufze ich tatsächlich gerade, denn ich bin erst seit 4 Tagen wieder schmerzfrei und kann andere Körperhaltungen einnehmen als Couch & Füße auf dem Tisch. Manche mögen ja ihr Leben so verbringen, aber ich möchte jetzt wieder mehr vom Leben haben.

Corona-Knast, Level 1.000

Insgesamt ergab sich so eine Corona-Situation, die so meine ganz eigene war. Während andere mit vielen Kindern in Großstadt-Wohnungen ausharren müssen, verlebte ich die Corona-Isolation in Gesellschaft meiner entzündeten Mandeln und anschließend meiner Unfähigkeit zu laufen oder den Müll zu entsorgen. Das ist Isolation mit Sternchen, aber ich will mich nicht beschweren, denn selbst wenn ich es auf irgendeine Weise noch schlechter gehabt hätte, gibt es immer noch Millionen Menschen, denen es noch, noch viel schlechter geht. (An dieser Stelle, nur eine persönliche Meinung finde ich es schlimm, das mancher Leute einzige Sorgen sind, ob sie bald wieder in den Urlaub fliegen oder sich Fußball angucken können.)
Mir machte das aber trotzdem alles nicht so viel aus, denn ich bin ein Gamer.

Corona „Einschränkungen“ – Darum lebt Ihr grad alle mein Leben

Level 1000? Gamer? Corona? Wie hängt das denn zusammen? Wo andere wochenlang mit der Kreissäge ihre Nachbarn nerven, lese ich mehr und ich spiele viel. Kombiniert ergibt das Ganze jemanden, der Gamer-News liest. Dort steht, dass wir Gamer eigentlich kaum einen Unterschied in der Corona-Krise zum normalen Leben sehen – was man so als normal bezeichnet…

  • Social-Distancing ist uns äußerst willkommen – Wir sind ohnehin sehr wählerisch, was unsere sozialen Kontakte im „RL“ (= Real Life“) angeht.
  • Beim typischen Gamer stapeln sich ohnehin die Pizza-Kartons, er braucht keine Gastronomie, Altstädte oder ähnlichen Quatsch.
  • Denn der Gamer geht ja auch nicht raus – Sein Teint ist typischerweise kalkig-weiß und seine Haut wird lediglich vom Licht seines Bildschirms angestrahlt, nicht etwa von der Sonne. Die kennt er nur von der schönen Aussicht aus GTA5.

Corona ist/war wie Ferien

Für mich im Speziellen kommt noch dazu, dass ich ein Papa bin, einer, der es liebt, mit seinem Kleinen großartige Stunden zu verbringen. Und dank Corona waren’s ja sogar Wochen! Da die Krise die Osterferien sozusagen geschluckt hat, hatten wir viel Zeit miteinander – natürlich nicht während der Mandelentzündung. Aber ansonsten waren die unerwarteten Wochen zusammen einfach wunderbar, sodass sich hier sogar ein kleiner Wermutstropfen an den aktuellen Lockerungen für mich findet.

Großer Dank an den „kleinen Diener“

Übrigens hier nochmal ein großes Danke an „den kleinen Diener“! Er hat für seinen lahmenden Papa wirklich viel im Haushalt gemacht, also nicht nur mal die Spülmaschine ausräumen oder den Müll runterbringen, was ich übrigens auch alles nicht konnte. Er hat wirklich alles gemacht, inklusive Toilette putzen, die ganze Wohnung und den Flur wischen, Tisch decken und abräumen und das Genörgel seines Papas ertragen 🙂 Danke, mein Schatz. Dank geht auch an die Oma, die mich zum Arzt und zum Einkaufen gefahren hat, an meinem Vermieter und des kleinen Dieners Mama, die ebenfalls für mich einkaufen gegangen sind 🙂

Nachbarn nerven? Das sag ich doch immer schon

Letzter Punkt, warum ich corona-fest bin, ist sicherlich meine Leidensgeschichte mit meinen Nachbarn. Dass man die eigentlich Krachbarn nennen sollte, hat jetzt anscheinend auch der letzte Spiegel-Redakteur erkannt. Als wäre es eine Weltneuheit, schwadroniert er darüber, wie anstrengend Nachbarn und ihre akustischen Absonderungen sind. Guten Morgen, das predige ich schon seit Jahren, Herr Kollege. Tja, es mag seine Welt erschüttern, aber musizierende Nachbarn sind einfach ätzend. Komisch, die Balkon-DJs waren vordergründig noch jedem willkommen – war wohl doch nur Hype, wie? Es muss sich ja auch keiner schämen, der seine Krachbarn gerne auf qualvolle Weise abschaffen würde.

The masked Texter – Atemschutz und Sichtschutz in einem

So, wie es vielleicht auch viele über die Atemschutzmasken denken, die wir alle seit Kurzem tragen müssen. Vor ein paar Wochen Kopfschütteln über die Masken-Vorreiter. Jetzt müssen sich alle mit den Dingern herumplagen. Mich als Brillenträger nervt es, dass ich nur entweder Brillenträger oder Maskenträger sein kann. Diese Billig-Dinger aus der Apotheke jedenfalls lassen meine Gläser bei jedem Atemzug beschlagen – So habe ich dann automatisch einen Sichtschutz.
Die Luft unter den Masken ist ganz schlecht (vielleicht mal zum Zahnarzt gehen) und ohnehin nerven diese ganzen zusätzlichen Handgriffe. Hach, wat isset alles schwer, ne? Wenigstens haben wir genug Masken…und Intensivbetten, wenn jetzt bald die zweite Welle kommt…und wenigstens haben wir keinen Trump.

Naja, ich hoffe, es wird alles gut, auch wenn wir jetzt alle wieder beschränkungsfreier aufeinander losgehen. Ich hab Bock auf Fußball, aber das kommende Derby wird sicher noch komischer als das 4:4 – Naja, Hauptsache gesund 😉

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Corona-Krise – Jeden Tag Samstag

Schon wieder ein paar Tage her, dass ich hier mal ein Lebenszeichen von mir gegeben habe. Kann man ja wirklich so nennen in diesen Tagen. Corona – Man kann es auch irgendwie nicht mehr hören, oder? Im Fernsehen wurden schon neue TV-Formate geschaffen, in denen irgendwelche Leute in der Corona-WG hausen. Es gibt wieder so viele tolle Hashtags und ja – Wichtiges gibt’s auch: Seit gestern hat der Staat finanzielle Hilfen so ziemlich endgültig für alle nachvollziehbar und vor allem beantragbar auf den Weg gebracht. Ansonsten ist eigentlich immer Samstag im Moment, oder?

Endlich mal was im Garten machen

Viele Menschen haben ja einfach keine Zeit, mal was im Garten zu machen. Es gibt in Deutschland zu wenige Singvögel? Nicht in meiner wuchernden Hecke. Der Kompost läuft schon von alleine und kämpft sich mit der Machete durch den meterhohen Rasen durch die Raptoren-Rudel 😀 Ich muss da irgendwann echt mal gucken, ob ich da morgen mal…

Ja, ist natürlich übertrieben, aber jetzt mit Corona gibt’s keine Ausreden mehr für vernachlässigte Gärten, rummelige Keller oder Garagen, die alles andere als Autos beherbergen. Deutschland kriegt den Hintern hoch!

Garten, Garten, warten – Ansteckende Langeweile

Und so ist es auch hier im beschaulichen Mettmann-Obschwarzbach: Die Leute, vorwiegend die Männer, räumen die Baumärkte leer – Klopapier ist out, Farben und Lacke braucht der Mann. Sie turnen draußen rum, mähen, sägen, schleifen, flexen, hochdruckreinigen und haben dann trotzdem noch 22 Stunden Zeit. Was für ein Leben. Aber was soll man machen? Vielleicht sowas hier noch?

DAZN-Kommentator Marcel Seufert kommentiert das Tagesgeschehen

So schaut das #homeoffice unserer DAZN-Kommentatoren aus. Ordentlich was los da draußen. 😂Bis zum Ende anschauen! ☝

Gepostet von SPOX.com am Montag, 23. März 2020
Ein Profi muss einfach zu allem seinen Kommentar abgeben 😉

Wirtschaftshilfen in der Corona-Krise

Gut, wir haben halt alle gerade nicht wirklich viel zu tun, aber was hier oben so witzig rüberkommt, ist für viele biterer Ernst. Ich habe mich an anderer Stelle schon vor einiger Zeit mal mit dem Thema beschäftigt: Vielen Unternehmen und auch den sogenannten Solo-Selbstständigen (so einer bin ich ja auch) geht’s mittlerweile an den Kragen. Was macht der Staat für diese Unternehmen?

Hier mein persönlicher Informationsstand als (zum Glück noch nicht ganz so schlimm) Betroffener:

  • Über einen Rettungsschirm wurde schon vor über zwei Wochen in der Regierung gesprochen.
  • Seitdem war vieles Spekulation, es gab weder die Infrastruktur noch konkrete verwaltungstechnische Werkzeuge, um die finanziellen Mittel wirklich auf den Weg zu bringen.
  • Ich habe mich mit Ministerien und der Mettmanner Sparkasse in Verbindung gesetzt. Das Problem: Es gab bisher keine Verbindung zwischen Geldgebern und -Empfängern. Wo war die Schnittstelle?
  • Gestern gab es auch wirklich Handfestes und Nachvollziehbares zum dem Thema. zusammengefasst z.B. hier für NRW, wobei die Hilfen ja je nach Unternehmensgröße vom Bund und nicht von den Ländern kommen…aber sie kommen wohl bald.
  • Was kommt eigentlich nach Corona?

    Und als manche Menschen sich gerade noch mit solch existenziellen Themen auseinandersetzen, haben andere Menschen andere Sorgen und blicken schon in die Zukunft: Was kommt eigentlich nach Corona? Präsident Trump sieht die Antwort schon nach Ostern kommen, denn dann – so meint er – kann man wieder zur Normalität zurückkehren und die Zügel lockern. Ich finde, noch schlimmer als diese Krise ist doch nur, wenn man die Unverantwortlichkeit vom Staatsoberhaupt persönlich vorgelebt bekommt. In diesem Sinne bin ich einmal mehr froh über unsere souveräne Regierung (angeführt aus der Quarantäne).

    Geschichten von der heilen Welt nach Corona

    Andere Menschen denken nicht so wie Donald Trump – zum Glück. Sie begeben sich nach Utopia, wo sie eine heile Welt von Corona-Gezeichneten sehen. Die scheinen nicht nur geheilt vom Virus, sondern auch von vielen anderen menschlichen Krankheiten wie Rücksichtslosigkeit, Entfremdung oder Egoismus. Die Welt entglobalisiert und reduziert auf unseren Kiez, indem wir uns einst auf Balkon-Discos kennenlernten.
    Jetzt rücken alle zusammen. Manche entdecken das Lesen für sich, das Kochen, den Garten oder – Hey, Ihr auch hier! – ihre Familien. Man entschleunigt und klopft sich dafür auch völlig zurecht auf die Schulter. Da könnte man schon fast romantisch werden und glauben, dass wir nach Corona so bleiben…so solidarisch und rücksichtsvoll.

    Menschen sind nicht so

    Aber leider sind Menschen nicht so.

    Donald Trump hat’s etwas eilig, aber auch hier fragen sich viele, wie lange wir das noch aushalten müssen. Mediziner warnen: Es könnte bis Sommer 2021 dauern, bis ein Impfstoff gefunden wird. Und was dann? Wenn wir alle wieder rausgehen dürfen? Besinnen wir uns dann weiter dessen, was wir jetzt, in Krisenzeiten, so brav und wacker fanden? Nein. Menschen sind nicht so. Menschen sind nicht gut im Verbiegen . Ob wir uns nun zum Fintesscenter zwingen, zu einem solidarischeren Leben oder zu einem ökologischen Leben. Es gibt immer gute, bequemere Gegenargumente.

    Wann wird’s mal wieder richtig Montag?

    Uh, was düster…Ja, der erste Artikel war noch lustig, ich hab‘ ja geschrieben, es wird ernst 😉 Aber da ich ja noch alleine Sport machen und draußen rumlaufen darf, ist es schön zu sehen, wie sauber alle Autos, Vorgärten und Einfahrten sind. Aber ich glaube, noch nie wurde ein Montag so sehr herbeigesehnt, wie dieser (Sams)-Tage.

    Danke an alle, die trotzdem die Stellung halten (müssen)!

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