Gedanken zur Digitalisierung

Viele Versuche der Definition des Begriffs Digitalisierung scheitern manchmal, weil sie nicht in die Breite gehen. Denn Digitalisierung ist nicht mit einer Erklärung, bzw. einem allein stehenden Aspekt dieses Wandels hin zum Digitalen erklärbar. Die Digitalisierung ist – soweit lässt sich das simpel und in einem Satz sagen – eine Entwicklung zu einem digitaleren Leben. Wie aber auch das Leben selbst ist dieser Wandel vielseitig und hält in viele Bereiche des Lebens Einzug, von der Arbeit über das Privatleben bis hin zu der Frage, ob es sich bei der Digitalisierung um eine plötzliche Umwälzung oder einen fast schon natürlichen Prozess handelt.

Digitalisierung elektronischer Geräte

Ein Aspekt der Digitalisierung, der eigentlich jedem auffällt, ist die Entwicklung elektronischer Geräte und ihrer Peripheriegeräte. Ein ganz einfaches und verständliches Beispiel ist der Computer. Er hat in seinen Anfängen noch ganze Räume gefüllt, ohne dabei eine herausragende Rechenleistung im heutigen Maßstab zu erzielen. Heute – so berichtet die Folklore – erbringt ein handelsüblicher Laptop mehr Leistung als die gesamte Nasa-Leitstelle bei der ersten Mondlandung.

Die Digitalisierung in unserer Hand

Hinzu kommen zahlreiche weitere Beispiele dafür, dass die Digitalisierung sich praktisch in unseren Händen abspielt: Vor allem mit dem Start von Handys und zu Beginn des Jahrtausends durch die Smartphones vollzog sich Digitalisierung sozusagen bei jedem von uns mit dem nächsten Vertragshandy. Aktuelle Telefone können, wozu man früher zehn verschiedene Einzelgeräte brauchte von Kamera über Organizer und Taschenrechner bis hin zum Internet-Browser hat die Digitalisierung alles ins Taschenformat komprimiert.

Digitalisierung im Privatleben

Damit seien auch schon zwei große, wichtige Beispiele für Digitalisierung im Privaten genannt. Doch die Geräte können nicht nur sehr viel, sie sind auch Antrieb der sozialen Netzwerke. Manchmal werden sie als Fluch, manchmal als Segen empfunden, soziale Netzwerke werden durch die Digitalisierung (nicht zuletzt auch der mobilen Endgeräte) erst ermöglicht; ebenso wie alles, was wiederum durch diese sozialen Medien möglich wird: Vom Teilen der Urlaubsfotos bis hin zur Manipulation von Präsidentschaftswahlen hat die Digitalisierung nachhaltig die Welt verändert.

Vernetzung von Geräten

Damit einher geht auf der technischen Ebene natürlich auch die Vernetzung von Elektronikgeräten. Auch hier spielen Smartphones eine Rolle, aber es geht mehr und mehr auch noch einen Schritt weiter, zum Beispiel bei den Smart Homes. Hier sind alle Geräte irgendwie smart, der Kühlschrank kann seinem Besitzer seinen aktuellen Kalorienverbrauch nennen oder auch schon mal im Hintergrund den nächsten Wocheneinkauf bestellen. Die Waschmaschine kann neues Waschmittel ordern und Smart Speaker wie zum Beispiel Amazon Echo (auch als „Alexa“ bekannt) sind sowieso allgegenwärtig, dimmen das Licht oder zählen die Minuten herunter, bis die Aufbackbrötchen fertig sind.

Digitalisierung im Job

Viele Errungenschaften der Digitalisierung sind natürlich auch im Berufsleben interessant. So verändern sich durch die Digitalisierung die Arbeitsmittel und Arbeitsplätze, aber auch die Arbeitsweise geht den Prozess der Digitalisierung mit. Traditionelle Arbeitsstrukturen sind im tertiären Sektor und vor allem im Quartärsektor nicht mehr gefragt, weswegen Ältere sich durchaus auch vor der Digitalisierung fürchten.
Letztlich ist die Digitalisierung durchaus mit der industriellen Revolution vergleichbar. Sie bringt tiefgreifende Veränderungen im gesamten Spektrum des menschlichen Lebens mit, die in ihrer Tragweite heute nicht vollkommen abzusehen sind.

Ein Text, der ursprünglich für einen Kunden gedacht war, der mir dann aber so gut gefallen hat, dass ich ihn lieber für mich behalte 🙂
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Korrekturlesen lohnt sich doch immer

Plakatives Bild mit leicht weit hergeholtem Bezug zum Beitrag – mein (c)

Hach, schön, der Text fertig, die Arbeit fertig und weg damit. Ja, so könnte es gehen in einer fehlerlosen, kinderleichten Texter-Welt. Wie singen die Fantas? „Es könnte alles, so einfach sein – isses aber nich“ Ja, und so grätscht dem Texter auch das Korrekturlesen in den wohlverdienten aber leider noch etwas zu früh eingeläuteten Feierabend. Aber wie ich immer wieder feststelle, lohnt sich das Korrekturlesen auf jeden Fall. Warum, wie lange es dauert und warum das Thema Korrekturen auch ganz schön empfindlich werden kann, hier steht’s – korrekturgelesen, selbstverständlich 😉

Guten Tag, ich bin die Wertschöpfungskette

Ja, so eine Wertschöpfungskette. Bei manchen Produkten besteht sie aus einem Netzwerk an globaler Logistik, vielen Produktionsschritten und Rohstoffen von mehreren Kontinenten. Ich als Texter bin eigentlich alles, was meine Produkte an Wertschöpfungskette brauchen. Ich bin die Wertschöpfungskette – Das wäre vielleicht eine Idee für das nächste Texter-Shirt.

Was mache ich so in meiner Funktion als Kette? Ich bekomme das Briefing vom Kunden, recherchiere inhaltlich und zu Keywords und erstelle den Text, ja und dann lese ich nochmal alles durch. Gerade im Text-Flow, wenn die Ideen nur so sprießen, will sich der Schreiber nicht mit so etwas Lästigem wie Fehlern auseinandersetzen und womöglich darüber einen wertvollen Gedanken verlieren.

Korrekturlesen – ein lästiges Muss?

Also sind Korrekturen nur lästiges aber eben leider unerlässliches Beiwerk wie die unumgängliche Werbung, wenn ich fernsehe oder ein Video online streame? Naja, man muss sich schon etwas aufraffen, um nach Fertigstellung des Texts noch einmal alles durchzulesen und nach Fehlern zu durchforsten. Jedenfalls geht das mir persönlich so. Vielleicht gibt es ja auch Texter, die gerade diesen Part an der Arbeit grandios finden – diese mögen sich bitte bei mir zwecks Kooperation melden 😀 Lästig ist es, aber vernachlässigbar leider nicht, das Korrekturlesen. Und warum?

Kunden wollen fehlerfreie Texte

Ist ja ganz klar, denn vor allem zahlende Kunden erwarten natürlich von ihrem Texter fehlerfreie Texte. Die Entwickler von Games haben es da etwas leichter: Die fangen mal mit einer Beta-Version an, wo Gamer sich schon mal angucken, wie schlimm es um den aktuellen Entwicklungsstatus eines Games bestellt ist und geben dann entsprechendes Feedback. Dann wird das Game irgendwann veröffentlicht und hat immer noch teilweise haarsträubende Fehler. Aber gut, dann wir halt nach-gepatcht. Ein Text ist natürlich viel weniger Komplex, sollte aber natürlich bei der Abgabe fehlerfrei sein, damit der Kunde ihn direkt verwenden kann. Fehler fallen sonst auf ihn zurück und der Kunde schmeißt sie dann dem Texter vor die Füße. Natürlich nicht zu Unrecht.

Korrekturlesen lohnt sich

Deshalb lieber nach dem Schreiben nochmal lesen und somit diese Negativentwicklung im Vorfeld vermeiden. Fehlerfreie Texte machen immer einen guten Eindruck beim Kunden und es lohnt sich eigentlich immer. Wie oben beschrieben, habe ich persönlich einfach manchmal keine Zeit oder Lust, während des Schreibens schon Fehler zu suchen, weil es mir eben in dem Moment wichtiger ist, den Text zu entfalten und die Ideen einzubringen. Fehler stören da wirklich den kreativen Schreibfluss. Aber ich finde doch eigentlich immer welche, wenn ich so eine Word-Seite geschrieben habe und sie mir nachträglich durchlese. Dann denke ich jedes Mal, dass der Aufwand des Korrekturlesens sich doch echt immer lohnt.

Achtung Korrekturschleifen

Ein Aufwand, den manche Kunden auch selbst leisten, indem sie die Texte auch noch einmal in Augenschein nehmen. Manche sind hier auch besonders emsig und dann hagelt es Korrekturwünsche. Passiert mir mittlerweile nicht mehr oft, weil ich im Rahmen von Vorabgesprächen und Briefings versuche, alle Wünsche und Sonderheiten schon als Aperitif vor dem textlichen Hauptgericht abzuklopfen. Aber es kann eben sein, dass man sich mit speziellen Kunden in nahezu endlosen Korrekturschleifen verliert. Davor kann ich nur warnen, wie hier auch zu lesen ist.

Und was ist mit externen Korrekturlesern?

Wieder andere Kunden holen sich aber auch noch einen externen, dritten Korrekturleser ins Boot. Lektoren sind für den Texter ja eigentlich eine Art doppelter Boden, denn schließlich könnte man ja einfach das eigene Korrekturlesen weglassen und sich auf den Lektoren verlassen. Könnte 😉

Sofern sich der Lektor rein auf unstrittige Fehler beschränkt, ist es ja auch nützlich, aber auch hier muss man aufpassen, sich nicht in endlosen Diskussionen über bestimmte Phrasen und Formulierungen zu verlieren.

Wie lange dauert Korrekturlesen?

Aber die meisten Kunden vertrauen darauf, dass sie von ihrem Texter korrekte Texte bekommen, und dieses Vertrauen will man natürlich nicht verletzen. Daher nehme ich mir nur zu gern die Zeit, meine Werke nach ihrer Erschaffung noch einmal durchzulesen und zu korrigieren. Und so viel Zeit nimmt das nun auch nicht in Anspruch, wenn man mal ehrlich ist. Für diesen Text habe ich vier Minuten korrekturgelesen und dabei auch ein paar Fehlerchen entdeckt. Das ist sicherlich ein absolut hinnehmbarer Wert im Verhältnis zu dem Preis, den ein Text mit derartiger Länge erwirtschaften würde. Vier Minuten, die sich also mehr als auszahlen, denn sie werden effektiv genutzt, um Fehler zu korrigieren und so dann die angesprochenen Negativfolgen mit dem Kunden zu vermeiden.

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Einfach Spam Emails erkennen

Spam-Emails sind fast so alt wie das kommerzieller Internet. Sie tröpfeln quasi den ganzen Tag über so rein und sorgen dafür, dass der Spam-Filter sich nicht überflüssig fühlt. Was aber, wenn er doch mal eine durchflutschen lässt? Ich habe heute mal wieder so eine im Posteingang gehabt, die sich gleich an mehreren Stellen als Spam verrät.

Spam Mails an Fehlern erkennen

Eine Taktik hinter den Spam Mails ist, sich als ein vertrauenswürdiger Absender zu tarnen, um so dann die Empfänger zum Klicken zu bringen. Diese Tarnkappen-Funktion hat in diesem Fall das Unternehmen „Saturn“ inne (sicher unfreiwillig):

Spam Mails erkennen an Fehlern

Doch wer hier denkt, dass hier wirklich das echte Unternehmen mit einer Gutscheinkarte winkt, handelt unüberlegt. Dabei muss man eigentlich gar nicht groß überlegen, sondern sich nur allein mal diesen merkwürdigen Betreff ansehen:

=?UTF-8?Q?Du wurdest als einer der m�glichen Gewinner ausgew�hlt ?=

Äh ja, ist klar! Komischer Buchstabensalat direkt zum Einstieg und keine Umlaute in der Orthographie verfügbar. Sieht aus, als käme diese Nachricht wirklich direkt vom Saturn

Spam Indiz Absender-Adresse

Auch ein Blick auf die Absender-Adresse macht stutzig: <from@XYZ.com> (ich habe mal sicherheitshalber die Adresse verfremdet, in den modernen Datenschutzzeiten weiß man ja nie). XYZ steht für einen Absender, der ganz offensichtlich nichts mit dem Unternehmen „Saturn“ zu tun hat. Zwar lautet der angezeigte Absendername „Saturn“, aber den kann jeder so gestalten, wie er will. Ich könnte auch so in jedem Posteingang angezeigt werden oder auch als King George oder sogar Boy George, wenn mir der Sinn danach stünde.

Keine Fehler bei echten, vertrauenswürdigen Absendern

Solche Fehler macht kein Unternehmen wie Saturn in einer ernst gemeinten Email-Marketing-Kampagne. Doch wenn wir weiterlesen, finden wir ja noch viel mehr knackige Fehler:

  • „Lieber(r) (Herr) (Frau)“ ist gleich mehrfach falsch. Hier sind zwar keine Rechtschreibefehler, aber es ist formal einfach total daneben.
    • In einer Email-Kampagne, für die ich mich angemeldet habe, kennen die Absender meinen Namen, weil ich ihn ihnen extra dafür zur Verfügung gestellt habe. Daher werde ich grundsätzlich persönlich und namentlich angesprochen. Fehlt die persönliche Ansprache, oder steht da so ein Murks wie hier, ist das ein starkes Indiz für Spam.
  • Dann fehlt nach der Ansprache ein Komma und der folgende Satz würde korrekterweise klein weiter geschrieben.
  • Der zweite Satz beginnt plötzlich mit „Du“, während ich in der Anrede noch mit Herr oder Frau angesprochen werde. Erstens ist das ein stilistisch sehr unglücklicher Wechsel in der Honorifikation und zweitens wird in solchen Anschreiben eher nicht geduzt – was aber subjektiv ist.
  • Der dritte Satz ist fehlerfrei!!!
  • Der vierte auch!!!!!
  • Dafür passt mir dann der fünfte nicht so ganz: „Mit ein bisschen“ klingt doch recht umgangssprachlich und wäre besser mit „mit etwas Glück“ formuliert. Zudem ist das „wirst“ ein typisches stilistisches faules Ei, wenn aus dem Englischen (you will) ins Deutsche übersetzt wird. Ich hätte „shoppst Du bald kostenlos“ geschrieben.
  • Beim Abschiedsgruß fehlt ein Satzzeichen.

Spam Emails erkennen binnen weniger Sekunden

Also: Wenn solche Emails es mal durch Raster des Spam-Filters fallen, kurz überlegen? Wollte ich von dem eigentlich Unternehmen überhaupt Produkt- oder Gewinnspiel-Empfehlungen erhalten? Oder anderes Beispiel: Bin ich überhaupt Kunde bei dieser Bank, die da gerade per Email nach dem PIN-Code für mein Konto fragt? Dann mal auf die genannten typischen Fehler achten. Man braucht in der Regel nur wenige Sekunden, um wenigstens einen davon zu finden und schon kann man den Spam-Filter mit einem Klick dezent darauf hinweisen, dass er hier ‚was übersehen hat.

 

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Ups, ich hab‘ mein Buch verlegt – Löwenkind im Handel

Seit ein paar Tagen ist es soweit: Der kleine Löwe und Papa Löwe gehen in die weite Welt hinaus. Sie gehen mit kleinen, langsamen Schritten, aber los gehen sie trotzdem. Löwenkind ist in seiner ersten Buchhandlung gelandet und hat einen neuen Untertitel bekommen!

Start ins Self-Publishing

Mit der Devise ‚Fragen kost‘ ja nix‘ packte ich ein Exemplar von Löwenkind in den Rucksack und marschierte in die kleine Buchhandlung. Ich leitete ein, ich hätte eine etwas ungewöhnliche Anfrage und erfuhr schon wenig später das Lob, dass unser Buch ja sehr professionell aussähe. Ich solle noch mehr bringen, sagte mir die Buchhändlerin und sie könne die Bücher ja mal ins Schaufenster legen. Und da sind sie:

Die Regenbogen Buchhandlung in Flingern…

 

…präsentiert: Löwenkind!

Da, vorne rechts versteckt sich der kleine Schnu 🙂

Irgendwo zwischen seinem Zuhause und seiner Schule entdeckt der echte kleine Schnu also dieser Tage das Kinderbuch, das Papa für ihn geschrieben hat. Die Buchhandlung liegt nämlich auf seinem Schulweg.

„Neues aus dem Viertel“

„Neues aus dem Viertel“ ist unser Buch jetzt, und nahezu täglich gehen wir als Sohn und Papa – also die beiden menschlichen Vorbilder für die Hauptdarsteller in Löwenkind – an der Buchhandlung vorbei. Es ist eine kleine Buchhandlung hier im Viertel, so ähnlich wie die vielen anderen kleinen Läden für Mode und „Nippes“, die es hier so gibt. Die Leute mögen die Sachen aus der Nachbarschaft, und das gilt hoffentlich auch für Kinderbücher.

In seiner Klasse hört Schnu jedenfalls schon das Buch, denn aktuell liest seine Lehrerin es in der Klasse vor, wie mir zu Ohren kam. Das findet er natürlich sehr cool und es gab auch schon einige Stellen, an denen die ganze Klasse gelacht hat.

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Ein Komma rettet Omma

Heute mal wieder ein linguistisches Thema, weil es auch einfach manchmal Spaß machen kann. Genau so spaßig und damit vielleicht auch einfacher zu verdauen legte ich neulich ein Thema meinem Sohn beim Waldspaziergang nahe: Bedeutungsdistingtivität. Leicht sperrig, dieser Term, aber ich habe ihn auch gar nicht gebrauchen müssen, um ihm zu erklären, was damit gemeint ist. Ich habe ein lustiges Beispiel gewählt, bei dem eine seiner Ommas nur um wenige Millimeter einem Unglück entgangen ist.

Gewisse Unterschiede in der Satzbedeutung

Da ich es hier ja mit Lesern zu tun habe (also, wenn überhaupt welche kommen), die älter als neun sind, gehe ich mal davon aus, dass ich das Wort Bedeutungsdistingtivität hier auch mal anbringen kann, ohne dass man direkt auf Durchzug stellt. Das ist ja meist das Schicksal von Eltern, die etwas erklären, was in den Augen der Kinder vollkommener Humbug ist – und das ist das Meiste. Jedenfalls ist Bedeutungsdistingtivität dann gegeben, wenn ein kleiner orthografischer Unterschied oder einer in der Betonung oder Interpunktion sich auch semantisch bemerkbar macht.

Kleine Betonung, feiner Unterschied

So können wir zum Beispiel durch die einfache Betonung des Wortes „Ja“ entweder fragen oder antworten. Probieren Sie’s mal aus:

  • Ja mit Betonung, die zum Ende hin hochgeht = Frage
  • Genau anders herum betont man ein bestätigendes Ja

Sowas geht mit vielen weiteren Beispiel, im chinesischen geht das mit der Betonung noch viel weiter, Chinesisch ist daher auch eine sogenannte Tonsprache, wie hier zu sehen, bzw. zu hören ist.

Das kleine Komma als großer Retter

Zu hören ist auch der Unterschied, der Omma also das Leben rettet. Das kleine Komma ist durch eine kurze Pause in der Aussprache zu hören und wird natürlich auch in der schriftlichen Sprache realisiert:

(1) Wir essen, Omma!

(2) Wir essen Omma!

Auf den ersten Blick zwei gleiche Sätze, die aber für Omma zwei ganz unterschiedliche Szenarien bedeuten. Denn während Omma im ersten Satz zum Essen eingeladen wird, ist sie im zweiten selbst das Essen! Das macht für Omma natürlich am Ende des Tages einen Riesen-Unterschied, ob sie isst oder gegessen wird. Mag sein, dass Satz 2 in manchen Kulturkreisen durchaus öfter mal gesagt wird, aber hierzulande sollte man doch lieber immer an das Komma denken. Denn die Bedeutung des kleinen Strichs ist dann doch recht groß – vor allem für Omma 😉

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3x Deutschland vs. England in der CL

Eigentlich bin ich immer dabei, wenn die KO-Runden in der UEFA Champions League ausgelost werden, aber gestern habe ich die Hälfte verpasst. Da standen schon zwei interessante Duelle fest, das von Dortmund gegen Tottenham und das der Blauen gegen die Sky Blues aus Manchester. Die Auslosung des dritten deutsch-englischen Duells, des Krachers, habe ich dann auch live gesehen. 3x Deutschland vs. England in der CL – für die Bundesliga eine Chance, in der 5-Jahres-Wertung ranzukommen.

So ist die Situation in der 5-Jahres-Wertung

Deutschland ist die viertplatzierte Nation in der 5-Jahres-Wertung der UEFA. Die Platzierung gibt vor, wie viele Startplätze eine Liga in den internationalen Wettbewerben bekommt. Hier ist Deutschland seit einigen Jahren in der Top-Riege, belegt dort aber auch den letzten Platz. Spanien ist momentan uneinholbar, zu gut punkteten alleine die Seriengewinner Real Madrid (dreimal in Folge Sieger der CL) oder FC Sevilla (3x Gewinner Euro-League 2014-2016). Aber die Engländer, die könnte man doch anvisieren, und die drei Achtelfinals in der Champions League könnten dabei die 6-Punkte-Spiele werden.

„6-Punkte-Spiele“ für Deutschland

Ein 6-Punkte-Spiel ist ein Spiel, bei dem Verfolger gegeneinander spielen. Wer siegt, gewinnt nicht nur drei Punkte, sondern nimmt dem anderen auch noch drei – deswegen die Bezeichnung eines 6-Punkte-Spiels. Zwar werden in der 5-Jahres-Wertung mehr Punkte als nur sechs für einen Sieg in der Champions League vergeben, aber der Effekt auf die Tabelle der 5-Jahres-Wertung wäre ein ähnlicher. Aber wer kann denn wirklich gegen die Engländer punkten?

Wer kann für Deutschland punkten?

Die Blauen aus Gelsenkirchen haben hier wohl die schlechtesten Chancen, Punkte für Deutschland zu sammeln. Zu deutlich ist der Unterschied zwischen ihnen und den Sky Blues aus Manchster.
Dortmund und Tottenham werden allgemein relativ ähnlich gesehen. Sie sind momentan sicherlich auf Augenhöhe – letzte Saison hätte ich das noch ganz anders gesehen.

Interessantestes Duell: FCB vs. LFC

Bei dem Duell Liverpool gegen Bayern geht die Tendenz leider auch eher nach England. Liverpool war schon in der letzten Saison im Finale, hat unter anderem City souverän aus. Diese Saison hat sich die Mannschaft noch einmal sehr deutlich verstärkt und verbessert. Nicht umsonst sind die Reds momentan der hartnäckigste und – so scheint es so langsam – auch einzige Konkurrent um die englische Meisterschaft für City. In der Champions League lief es gleichwohl nicht so gut mit drei Auswärtsniederlagen. Aber jetzt, in den KO-Spielen, wird Jürgen Klopp seine über die letzten Jahre gezielt und bewusst zusammengestellte Mannschaft wieder für die typischen Vollgasveranstaltungen fit machen.

Daher fürchte ich: 2:1 für England. 

 

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So schön rauscht das Wissensgefälle

Auch diesen Blogbeitrag muss ich mal wieder mit einer Entschuldigung an den Blog beginnen: Sorry, Du wirst einfach echt stiefmütterlich behandelt, obwohl ich weiß – und dies auch meinen Kunden (oh, und natürlich auch den Kundinnen!!!) predige -, dass regelmäßiges Bloggen wichtig ist und das Google da total drauf steht. Weil das Tell-Tale Heart immer stärker pocht, quäle ich mich nun an die Blogger-Tastatur.

Ja, und was habe ich mir den Kopf zermartert, worüber ich eigentlich bloggen soll. Der Blog (das geht übrigens auch als Genus für Blog) ist ja mittlerweile umgezogen, bzw. und besser gesagt von der Stammseite wieder abgerissen worden. Warum? Weil hier einfach zu viel vom Games Redakteur drinsteht und weil das Google von der richtigen Bewertung meiner Website ablenkt. Will sagen: Wenn ich als Texter erfolgreich sein will, geht das wohl eben nicht, wenn auf derselben Seite auch Informationen darüber vorkommen, wie man in Fallout 4 Klebstoff herstellt.

Helge, was ist das?

Wann ich endlich zu dem Thema komme, das im Titel angekündigt wird? Vielleicht jetzt. Es ist nur einfach zu schön zu sehen, wie man abschweifen kann, wenn man was zu sagen hat. Der Appetit kommt also anscheinend nicht nur beim Essen. Jedenfalls geht es jetzt dann schlussendlich hier doch noch um das Thema Wissensgefälle. „Was ist denn das, was ist denn das, Helge, was ist das?“

Wenn der Autor sich nicht auf den Leser einlassen kann

Also wenn Sie das Wort Wissensgefälle nicht kennen besteht zwischen Ihnen und mir per se schon eines. Reicht nicht als Erklärung? Ein Wissensgefälle besteht zwischen einem Emittenten – ich sag jetzt mal eines Textes – und dem Rezipienten, der nur Bahnhof versteht. Der Verfasser eines Textes ist also viel, viel schlauer als der, der den Text schließlich lesen muss. Die Schnittstelle zwischen beiden, Verfasser und Leser, der Text, sollte dieses Wissensgefälle aber idealerweise überbrücken können. Und da kommt durchaus ein guter Texter ins Spiel.

Italienische Packungsbeilagen lassen grüßen

In der Uni hatte ich mal ein Proseminar zum Thema italienische Packungsbeilagen – ja, es war genau so ein Thrill, wie es sich anhört. Darin ging es auch wochenlang über das Wissensgefälle und wie man es überbrücken könnte.
Manche meiner Kunden haben genau dieses Wissensgefälle vor sich, wollen aber immerhin, dass es zum Glück ihrer Kunden überwunden wird.

Boulevard-Redakteure schaffen das ja auch

Bewundernswert finde ich es übrigens, wie es Boulevard-Redakteure täglich bei ihrer Arbeit schaffen, beim Schreiben, sagen wir mal, an ihre Leserschaft zu denken. Dem wohnt durchaus eine Kunst inne, ein Masochismus schon fast, dessen Erzeugnisse ich zwar nicht selbst ertragen, die man aber durchaus bewundern kann.

Warum ist Wissensgefälle schlecht?

Aber warum interessiert es den Schreiber eigentlich einen feuchten Kehricht, wie und überhaupt ob seine geistigen Ergüsse beim Leser ankommen?

  1. Der ach so schlaue Emittent wirkt überheblich
  2. Der ach so doofe Leser fühlt sich womöglich auch doof (zurecht?) und versteht auch nicht, was der Überhebliche ihm da sagen will. Es macht sich Frustration breit. Der schwierigen Lektüre droht ein Ende im Müll

Bridge over troubled wordings

Dem Verfasser solch aufwühlender Texte muss natürlich erstmal bewusst sein, was er da anrichten kann, aber dann kann er einen Texter beauftragen, der als Brücke zwischen ihm und seinen Lesern fungiert. Der Texter schlägt diese Brücke, indem er das erklärungsbedürftige Thema in sich aufnimmt, seinen genialen Geist damit füttert, um alles dann in sprachlich mundgerechten Häppchen wiederzugeben. So versteht dann auch der einfachere Leser, wo z.B. der Unterschied zwischen radialer und femoraler Koronarangiographie liegt. Ja, diese Brücke habe ich schon geschlagen.

Zielgruppenansprache richtig, das ist richtig wichtig

Wichtig ist, dem Leser mit der richtigen Zielgruppenansprache zu begegnen. Sätze müssen womöglich verkürzt, Fremdwörter ersetzt oder (auch ganz beliebt, vor allem in Packungsbeilagen oder Beamtendeutsch) Substantivierungen und Passiv-Konstruktionen einfach um 80% reduziert werden.

Wenn auch Sie Inhalt haben, von dem Sie sicher sind, dass Ihre Leser ihn nicht verstehen können, können Sie mich gern haben, also als Texter für Ihr Wissensgefälle. Hoffentlich stehen Sie oben 😉

So, Blog, dann bis März – Frohes, Fest, guten Rutsch, Helau!!! 😀

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Ablauf von Texteraufträgen, Teil 6: Korrekturrunden

Die Texte sind erstellt, wir nähern uns so langsam dem Ende des Auftrags, es scheint geschafft. Aber Moment: Was, wenn der Kunde noch Korrekturwünsche hat? Kann passieren, sollte idealerweise durch ein gutes Briefing und die erste textliche Kostprobe vermieden werden, aber kann passieren. Wenn der Kunde nämlich schließlich das Gesamtwerk vor sich sieht, können hier und da durchaus noch ein paar Dinge für das Fein-Tuning auffallen. Aber: Das gesamte Werk sollte nicht moniert werden und auch sonst gibt es paar Dinge zu Korrekturrunden, die ein Texter hier nicht mehr leisten müssen sollte, bzw. die er von vorn herein ausschließen sollte.

Was ist eine Korrekturrunde?

Die Korrekturrunde ist in meinem Dafürhalten ein ziemlich lästiger Aspekt an einem Textauftrag: Beide Seiten müssen Extra-Zeit in den Auftrag stecken, die im Zweifel aber nur der Texter nicht zusätzlich bezahlt bekommt. Doch natürlich muss man dem Kunden Korrekturen einräumen, aber aus dem genannten finanziellen und zeitlichen Aspekt eben nur bis zu einem gewissen Grat:

So gestalte ich meine Korrekturrunde:

  • Eine Korrekturrunde
  • Höchstens 10% des Gesamt-Contents wird erneuert

Denn darum geht es in der Korrekturrunde, der Kunde hat noch Fehler gefunden oder falsche Formulierungen, die er gerne verbessert haben möchte.

Was ist unstrittig in Korrekturrunden?

Letztgenannte sind auch in Korrekturrunden vollkommen legitim. Wenn der Texter Rechtschreibfehler macht, sind diese absolut auch durch ihn zu verbessern. Ebenso verhält es sich mit falschen Formulierungen, Fakten oder Zitaten.

  • Rechtschreibfehler
  • Fehler in der Zeichensetzung
  • Grammatikalisch nicht wohlgeformte Sätze
  • Fehlerhafte, unverständliche Sätze
  • Falsche Zahlen, Fakten oder Zitate
  • Unerlaubte Werbung
  • Negative Äußerungen über den Kunden, sein Produkt, seine Dienstleistung oder
  • Auch andere Personen
  • Unerwünschte politische Aussagen
  • Beleidigungen

Kurzum: Alles, was per Regeln falsch ist oder dem Kunden aus welchen Gründen auch immer sogar schaden könnte, muss natürlich so oder so, unabhängig aller Absprachen korrigiert werden.

Wichtig: Inhaltliche Richtlinien, die der Kunde individuell vorher eingebrieft hat, zählen dann natürlich auch zu diesen unstrittigen Fehlern, die man korrigieren muss.

Wann nehmen Korrekturen überhand?

Aber: Man kann auch viel zu viel korrigieren. Das Problem für die Zunft der Texter ist, dass die Kunden auch alle lesen können. Programmierer haben es da wesentlich leichter, denn deren Kunden verstehen oftmals gar nicht, was ihre Dienstleister da machen. Zu einem Text aber kann eigentlich jeder seinen Senf mit dazu geben – und dann auch Korrekturen vornehmen oder einfordern. Aber hier müssen klare Grenzen gezogen werden. Der Texter muss sich hier vor übermäßigen Änderungswünschen und zahllosen Korrekturrunden schützen. Wie auch in meinem Beitrag „Korrekturschleifen“ skizziert, meine ich damit rein subjektive „Fehler“ und Formulierungen, die dem Auftraggeber einfach nur „irgendwie nicht gefallen“.

Achtung: Korrigieren bis zum Kollabieren

Dazu gehören einfach Dinge, die im persönlichen Empfinden des Auftraggebers anders hätten formuliert werden sollen. Auch Kritik, die nicht stichhaltig und nachvollziehbar formuliert ist, kann nicht durch den Texter umgesetzt werden. Schlimm ist auch, wenn in einer zweiten Korrekturrunde Fehler bemängelt werden, die man auch in der ersten schon hätte sehen können oder wenn die Korrekturen aus der ersten Runde dann erneut bemängelt werden. So können leicht Endlos-Korrekturen werden, für die kein Texter Zeit hat.

Korrekturrunden durch gute Vorbereitung vermeiden

Daher lieber vorab auf beiden Seiten ca. eine halbe Stunde investieren. Der Kunde formuliert ein gutes, vollständiges Briefing, der Texter stellt die richtigen Fragen und so kommt erfahrungsgemäß das Endergebnis dem am nächsten, was der Kunde sich bei Ablauf von Texteraufträgen, Teil 1 vorgestellt hat.

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Ablauf von Texteraufträgen, Teil 5: Texterstellung

Puh, eine Reihe von satten vier Beiträgen ging diesem Beitrag voraus, in dem es nun endlich um die Texterstellung geht. Jetzt, nachdem in den ersten vier Schritten alle Vorbereitungen hierzu getroffen wurden, geht es nun ans Eingemachte: Der Texter muss ran, keine lästigen Nachfragen mehr, kein ‚Ja, aber…‘ oder ‚Welche Keywords denn?‘ oder ‚Was meinen Sie damit?‘. Der Kunde hat jetzt genug geleistet und dem Texter alles schön vorgekaut, ihn ausreichend informiert und sogar schon eine Anzahlung geleistet. Jetzt liegt der Ball beim Copywriter. Und bitte.

Wichtigste Grundlage fürs Texten: das Briefing

Wichtigstes Ergebnis der ersten vier Schritte beim Ablauf von Textaufträgen (jedenfalls, was mich persönlich betrifft) ist ein schlüssiges Briefing. Das ist idealerweise im zweiten Schritt entstanden, wenn der Kunde mir verklickert, was er am liebsten von mir zu lesen bekommen würde. Auf Basis dieser, sagen wir mal Bedarfsbeschreibung, um das Wort Briefing mal zu umschreiben, wird mir genau erklärt, was ich wie schreiben soll. Manche Kunden tun sich hier enorm schwer, und es stellt sich (mit Verlaub) heraus, dass sie auch schon hier meine Hilfe brauchen. Aber gut, manchmal muss man dem Kunden eben auch sagen, was er eigentlich möchte, kein Problem.

Aus Briefing wird Text

Woraus ein Briefing besteht, lässt sich nicht pauschal sagen. Bei Online Texten, zum Beispiel Ratgebertexten oder Content für Online Shops, geht es häufig darum, die Wortzahl anzugeben, Keywords zu nennen, die im Text vorkommen sollen, Angaben zu Formatierungen und/oder Linksetzung zu machen oder auch um die Zielgruppenansprache und die generelle Tonalität der Texte. Trifft das Briefing eine Aussage über alle diese Aspekte, kann ich daraus schon einen netten Text für ein Ratgeberportal oder über ein Produkt zaubern.

Textliche Kostprobe als Absicherung

Die textliche Kostprobe aus dem vorigen Schritt hilft mir dabei zusätzlich zum Briefing, denn da habe ich bereits ein Gefühl dafür bekommen, ob ich das Briefing richtig interpretiert und die vom Kunden gewünschte Tonalität getroffen habe. Aufgrund dessen dürften jetzt, bei der eigentlichen Texterstellung, eigentlich keine Missverständnisse mehr aufkommen.

Wie viele Korrekturrunden dreht man eigentlich?

Falls ja, alles klar, falls nicht, geht es in die Korrekturrunde. Hier kann es noch mal knifflig werden, denn auch hier verhalten sich Kunden ganz unterschiedlich. Manche bemängeln grundsätzlich gar nichts, andere nehmen kleinere Korrekturen kommentarlos selbst vor, andere wiederum pflastern das ganze Dokument mit Kommentaren und Markups zu und wollen das Ganze dann auch Schritt für Schritt am Telefon durchgehen. Letztere Vorgehensweise ist enorm zeitaufwändig für beide Seiten, und ein solches Szenario sollte durch ein gutes Briefing und klärende Vorgespräche eigentlich ausgeschlossen werden.

Eine Korrekturrunde muss reichen

Falls es doch einmal soweit kommt, bitte ich den Kunden, die Kommentare in die Text-Datei einzufügen und mir zuzuschicken. Aber eine 30-minütige Telko zu jedem meiner Texte kann ich leider nicht anbieten. Die Korrekturwünsche werden entsprechend (und zugegeben auch manchmal mit leicht knirschenden Zähnen) erfüllt und der Kunde erhält das korrigierte Dokument zurück. Hier gibt es dann wieder zwei Szenarien: Der Kunde gibt sich mit den Korrekturen zufrieden oder der Kunde findet jetzt in der Korrekturen wieder Mängel oder (für mich das Allerschlimmste) Mängel, die auch schon in der ersten runde hätten auffallen können. Ich biete grundsätzlich nur eine Korrekturrunde an, um Endlos-Schleifen hier zu vermeiden. Dies sollte man aber auch zu Beginn, entweder in Schritt 1 oder 3 kommuniziert werden.

Mehr dazu bald im nächsten Schritt: Ablauf von Texteraufträgen, Teil 6: Korrekturrunden

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Ablauf von Texteraufträgen, Teil 4: Erste textliche Kostprobe – ein Hauch von Buchstabensuppe

Vielleicht kennen Sie sie auch noch aus der Kindheit: Buchstabensuppe. Eigentlich nichts weiter als eine heiße Hühnerbrühe mit kleinen, dünnen Nudeln, gehört die Buchstabensuppe auch nach Jahren noch zur kulinarischen Prominenz bei vielen Menschen.
Auch ich bleibe gerne in Erinnerung bei meinen Kunden, doch bevor das Menü meiner Dienstleistungen voll und genüsslich in Anspruch genommen werden kann, sieht dieser nächste Schritt des Auftragsablaufs erstmal eine textliche Kostprobe vor: die erste textliche Kostprobe. Mal gucken also, ob dem Kunden die Buchstabensuppe schmeckt.

Muss man kostenlosen Arbeitsproben zustimmen?

Das Ding mit den ersten Textproben ist, dass manche Auftraggeber sich durchaus auch kostenlose Textproben wünschen würden. Das sind beileibe nicht viele, aber es kommt vor. Hier habe ich aus Erfahrung gelernt, dass man da lieber die tippenden Finger von lässt. Zu oft ist es mir schon passiert, dass ich doch mal ein Auge zugedrückt habe, der Erstkontakt war ja an sich so nett und so viel war es dann auch nicht, was er/sie an Gratis-Texten brauchte. Aber dennoch: Es ist einfach ärgerlich, wenn man dann nichts mehr von den Kunden hört oder sie nicht überzeugt sind und dann auch keine Chance zur Korrektur mehr einräumen und die Zusammenarbeit dann direkt wieder abbrechen.

Interessant hierzu auch Gratis-Textprobe oder nicht?

Muss der Probetext etwas kosten?

Und ganz ehrlich: Ich habe mir angewöhnt, Kunden, die eine kleine Anzahlung für eine kleine textliche Kostprobe nicht leisten wollen, auch keine Träne nachzuweinen. Ich finde, das sagt dann schon genug über sie als Kunden aus. Ich sage dann immer gerne, dass wir hier nicht an der Käsetheke sind, wo man sich die gelben Würfelchen einfach so nach Lust und Laune reinschieben kann.
Gott, klingt das alles ernst und nach vielen, vielen schlechten Erfahrungen. Nein, so schlimm ist es nicht, denn die meisten Kunden sehen das mit der bezahlten Textprobe vollkommen ein.

Auch noch interessant hierzu: Anzahlung nehmen ja oder nein?

Was ist wichtig bei der ersten textlichen Kostprobe?

Beim ersten Kennenlernen spricht man also mit dem Kunden ab, was er braucht. Inhaltliches, Ansprache der Leser, sollen Keywords genannt werden, wie stellt er sich die Formatierung vor? Diese und weitere Fragen sollten schon vor der textlichen Kostprobe geklärt werden, denn Ziel auch dieser Proberunde ist es natürlich, schon sehr nahe an den Vorstellungen des Kunden zu landen. Dies vorzubereiten, ist also schon Aufgabe der ersten Schritte bei Texteraufträgen.

Wie lang ist eine textliche Kostprobe?

Wichtig ist dabei erst einmal eigentlich nicht, wie lang der eigentliche Text-Output sein soll, sondern dass der Kunde sich einen guten ersten Eindruck von meiner „Schreibe“ machen kann. Und so merkt er auch, wie ich an die Sache herangehe: Wie lange dauert sowas? In welchem Format erfolgt die Texterstellung? Wie verläuft die Kommunikation mit dem Texter? Solche Fragen des Workflows interessieren Kunden natürlich auch und werden hier am Rande praktischerweise gleich mit beantwortet.

Was, wenn die textliche Kostprobe nicht gefällt?

Kommt die textliche Kostprobe dann nicht gut an, ist das überhaupt kein Beinbruch und das sollte man auch dem Kunden gegenüber so kommunizieren, damit er nicht gleich das Vertrauen in eine positive Zusammenarbeit verliert. Wenn die textliche Kostprobe nicht zusagt, ist das natürlich kein Grund zur Freude, aber genau deshalb macht man sie ja: Es wäre viel schlimmer, schon alle Texte zu schreiben und dann komplett daneben zu liegen. Lieber ein, zwei Absätze vermurksen und dann noch mal eben nachbriefen und der Rest sollte dann besser laufen.

Textliche Kostprobe auch als Sicherheit für den Texter

So hat schließlich dann auch der Texter selbst eine Absicherung für seine Arbeit, denn man hat sich nun telefonisch mit dem Kunden über die Anforderungen und Wünsche unterhalten und durch die textliche Kostprobe hat man einen doppelten Boden. Denn spätestens nach erfolgreicher textlicher Kostprobe sollte die Texter-Arbeit inhaltlich und stilistisch perfekt ausjustiert sein, um dem Kunden zu gefallen.

Hier geht’s weiter mit: Ablauf von Texteraufträgen, Teil 5: Texterstellung

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