75 Stunden Woche und glücklich dabei

Mich betrifft das nicht, um Gottes Willen! Sondern eine Dame, die jetzt gegenüber Spiegel Online aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Doch keine Sorge, um meinen Artikel nachvollziehen zu können, müssen Sie das Interview nicht gelesen haben, hab‘ ich nämlich auch nicht.

Kurz vorweg zu meiner Foren-Diskriminierung bei SPON:
Da ich ja bei SPON rausgeschmissen wurde, muss ich meine SPONtanen Ergüsse eben hier loslassen – Sie können selbst entscheiden, inwiefern meine Suspendierung unbedingt nötig war, aber bitte keine Tränen!
Jedenfalls scheint im Interview eine Frau unheimlich mit ihrer 75 Stunden Woche zu kokettieren. Ich kann mir schon vorstellen, wie vielen anderen Verfechterinnen einer Frauenquote sie aus der Seele spricht. Hat mich irgendwie etwas an das Intro von Hart aber Herzlich erinnert:

Die Frau arbeitet 75 Stunden die Woche, das sind 15 Stunden pro Tag – ohne Wochenende miteinzurechnen! Da fragt man sich doch, was da los ist, in dieser Firma und wieso um alles in der Welt das keiner mal straffzieht.

So kommt man auf 75 Stunden / Woche

Wie man sich auch im Forum fragt: Was definiert sie denn überhaupt alles als Arbeit? Ein Forist meint sinngemäß, dass er wohl auch auf diese Arbeitsstundenzahl käme, wenn er alle Stunden addiere, die er gar nicht Zuhause ist. Man muss also mutmaßen, dass hier einiges aber sowas von zu Unrecht mit auf dem Stundenzettel landet:

  • 3 Stunden täglich Quatschrunden mit Käffchen – auch Meetings genannt
  • 1 Stunde täglich Kaffee Latte schlürfen bei Starbucks o.ä.
  • 1 Stunde beim Laoten Mittagessen gehen
  • 4 Stunden telefonieren
  • 2 Stunden Kontakte sammeln in sozialen Netzwerken

–> Bleiben noch 4 Stunden für die Arbeit

So viel Zeit muss NICHT sein!

Sie ist dynamisch, sie steht immer unter Strom, sie steuert in die komplett falsche Richtung. Jetzt könnte man an dieser Stelle wieder mit dem erhobenen Zeigefinger aufs Burnout zeigen, aber diese Krankheit gilt ja unter den vermeintlichen Alphatieren als erstrebenswert.

Wie aber auch die Kommentare der Foristen zeigen, muss die Frau sich vielmehr fragen, warum sie überhaupt 75 Stunden pro Tag, ja pro Stunde arbeitet. Denn man kann ordentlich delegieren und Verantwortung auch mal auf fähige Mitarbeiter verteilen, das steht in diversen Büchern. Wenn ich jetzt wüsste, ob sie ein gescheites Studium wenigstens angefangen hat, aber ich habe ja das Interview nicht gelesen…

Hilfsmittel für eine 40 Stunden Woche:

  • Delegieren
  • Projektplanung
  • Briefings
  • Präsentationen
  • Handy lautlos
  • Emails nur zu bestimmten Tageszeiten
  • Job wechseln

Tjaja, vielleicht hat sie auch einfach den falschen Job und würde eine andere Arbeit viel schneller und gleichzeitig auch noch besser machen.

Und wirklich, Sie fleißige Lieschen…

Wir geben uns alle Mühe, sehr beeindruckt zu sein, machen uns aber gleichzeitig Sorgen um Ihre sozialen Kontakt im „Real Life“, „Misses Hart“ – und damit ist nicht das Real Life zwischen Ihren weißen Lackbüromöbeln gemeint. Gehen Sie mal (aus sich) raus, die Woche hat nur noch 93 weitere Stunden.
Denkt denn auch mal jemand an die Kinder?!?

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