Ablauf von Texteraufträgen, Teil 5: Texterstellung

Puh, eine Reihe von satten vier Beiträgen ging diesem Beitrag voraus, in dem es nun endlich um die Texterstellung geht. Jetzt, nachdem in den ersten vier Schritten alle Vorbereitungen hierzu getroffen wurden, geht es nun ans Eingemachte: Der Texter muss ran, keine lästigen Nachfragen mehr, kein ‚Ja, aber…‘ oder ‚Welche Keywords denn?‘ oder ‚Was meinen Sie damit?‘. Der Kunde hat jetzt genug geleistet und dem Texter alles schön vorgekaut, ihn ausreichend informiert und sogar schon eine Anzahlung geleistet. Jetzt liegt der Ball beim Copywriter. Und bitte.

Wichtigste Grundlage fürs Texten: das Briefing

Wichtigstes Ergebnis der ersten vier Schritte beim Ablauf von Textaufträgen (jedenfalls, was mich persönlich betrifft) ist ein schlüssiges Briefing. Das ist idealerweise im zweiten Schritt entstanden, wenn der Kunde mir verklickert, was er am liebsten von mir zu lesen bekommen würde. Auf Basis dieser, sagen wir mal Bedarfsbeschreibung, um das Wort Briefing mal zu umschreiben, wird mir genau erklärt, was ich wie schreiben soll. Manche Kunden tun sich hier enorm schwer, und es stellt sich (mit Verlaub) heraus, dass sie auch schon hier meine Hilfe brauchen. Aber gut, manchmal muss man dem Kunden eben auch sagen, was er eigentlich möchte, kein Problem.

Aus Briefing wird Text

Woraus ein Briefing besteht, lässt sich nicht pauschal sagen. Bei Online Texten, zum Beispiel Ratgebertexten oder Content für Online Shops, geht es häufig darum, die Wortzahl anzugeben, Keywords zu nennen, die im Text vorkommen sollen, Angaben zu Formatierungen und/oder Linksetzung zu machen oder auch um die Zielgruppenansprache und die generelle Tonalität der Texte. Trifft das Briefing eine Aussage über alle diese Aspekte, kann ich daraus schon einen netten Text für ein Ratgeberportal oder über ein Produkt zaubern.

Textliche Kostprobe als Absicherung

Die textliche Kostprobe aus dem vorigen Schritt hilft mir dabei zusätzlich zum Briefing, denn da habe ich bereits ein Gefühl dafür bekommen, ob ich das Briefing richtig interpretiert und die vom Kunden gewünschte Tonalität getroffen habe. Aufgrund dessen dürften jetzt, bei der eigentlichen Texterstellung, eigentlich keine Missverständnisse mehr aufkommen.

Wie viele Korrekturrunden dreht man eigentlich?

Falls ja, alles klar, falls nicht, geht es in die Korrekturrunde. Hier kann es noch mal knifflig werden, denn auch hier verhalten sich Kunden ganz unterschiedlich. Manche bemängeln grundsätzlich gar nichts, andere nehmen kleinere Korrekturen kommentarlos selbst vor, andere wiederum pflastern das ganze Dokument mit Kommentaren und Markups zu und wollen das Ganze dann auch Schritt für Schritt am Telefon durchgehen. Letztere Vorgehensweise ist enorm zeitaufwändig für beide Seiten, und ein solches Szenario sollte durch ein gutes Briefing und klärende Vorgespräche eigentlich ausgeschlossen werden.

Eine Korrekturrunde muss reichen

Falls es doch einmal soweit kommt, bitte ich den Kunden, die Kommentare in die Text-Datei einzufügen und mir zuzuschicken. Aber eine 30-minütige Telko zu jedem meiner Texte kann ich leider nicht anbieten. Die Korrekturwünsche werden entsprechend (und zugegeben auch manchmal mit leicht knirschenden Zähnen) erfüllt und der Kunde erhält das korrigierte Dokument zurück. Hier gibt es dann wieder zwei Szenarien: Der Kunde gibt sich mit den Korrekturen zufrieden oder der Kunde findet jetzt in der Korrekturen wieder Mängel oder (für mich das Allerschlimmste) Mängel, die auch schon in der ersten runde hätten auffallen können. Ich biete grundsätzlich nur eine Korrekturrunde an, um Endlos-Schleifen hier zu vermeiden. Dies sollte man aber auch zu Beginn, entweder in Schritt 1 oder 3 kommuniziert werden.

Mehr dazu bald im nächsten Schritt: Ablauf von Texteraufträgen, Teil 6: Korrekturrunden

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