Ablauf von Texteraufträgen, Teil 6: Korrekturrunden

Die Texte sind erstellt, wir nähern uns so langsam dem Ende des Auftrags, es scheint geschafft. Aber Moment: Was, wenn der Kunde noch Korrekturwünsche hat? Kann passieren, sollte idealerweise durch ein gutes Briefing und die erste textliche Kostprobe vermieden werden, aber kann passieren. Wenn der Kunde nämlich schließlich das Gesamtwerk vor sich sieht, können hier und da durchaus noch ein paar Dinge für das Fein-Tuning auffallen. Aber: Das gesamte Werk sollte nicht moniert werden und auch sonst gibt es paar Dinge zu Korrekturrunden, die ein Texter hier nicht mehr leisten müssen sollte, bzw. die er von vorn herein ausschließen sollte.

Was ist eine Korrekturrunde?

Die Korrekturrunde ist in meinem Dafürhalten ein ziemlich lästiger Aspekt an einem Textauftrag: Beide Seiten müssen Extra-Zeit in den Auftrag stecken, die im Zweifel aber nur der Texter nicht zusätzlich bezahlt bekommt. Doch natürlich muss man dem Kunden Korrekturen einräumen, aber aus dem genannten finanziellen und zeitlichen Aspekt eben nur bis zu einem gewissen Grat:

So gestalte ich meine Korrekturrunde:

  • Eine Korrekturrunde
  • Höchstens 10% des Gesamt-Contents wird erneuert

Denn darum geht es in der Korrekturrunde, der Kunde hat noch Fehler gefunden oder falsche Formulierungen, die er gerne verbessert haben möchte.

Was ist unstrittig in Korrekturrunden?

Letztgenannte sind auch in Korrekturrunden vollkommen legitim. Wenn der Texter Rechtschreibfehler macht, sind diese absolut auch durch ihn zu verbessern. Ebenso verhält es sich mit falschen Formulierungen, Fakten oder Zitaten.

  • Rechtschreibfehler
  • Fehler in der Zeichensetzung
  • Grammatikalisch nicht wohlgeformte Sätze
  • Fehlerhafte, unverständliche Sätze
  • Falsche Zahlen, Fakten oder Zitate
  • Unerlaubte Werbung
  • Negative Äußerungen über den Kunden, sein Produkt, seine Dienstleistung oder
  • Auch andere Personen
  • Unerwünschte politische Aussagen
  • Beleidigungen

Kurzum: Alles, was per Regeln falsch ist oder dem Kunden aus welchen Gründen auch immer sogar schaden könnte, muss natürlich so oder so, unabhängig aller Absprachen korrigiert werden.

Wichtig: Inhaltliche Richtlinien, die der Kunde individuell vorher eingebrieft hat, zählen dann natürlich auch zu diesen unstrittigen Fehlern, die man korrigieren muss.

Wann nehmen Korrekturen überhand?

Aber: Man kann auch viel zu viel korrigieren. Das Problem für die Zunft der Texter ist, dass die Kunden auch alle lesen können. Programmierer haben es da wesentlich leichter, denn deren Kunden verstehen oftmals gar nicht, was ihre Dienstleister da machen. Zu einem Text aber kann eigentlich jeder seinen Senf mit dazu geben – und dann auch Korrekturen vornehmen oder einfordern. Aber hier müssen klare Grenzen gezogen werden. Der Texter muss sich hier vor übermäßigen Änderungswünschen und zahllosen Korrekturrunden schützen. Wie auch in meinem Beitrag „Korrekturschleifen“ skizziert, meine ich damit rein subjektive „Fehler“ und Formulierungen, die dem Auftraggeber einfach nur „irgendwie nicht gefallen“.

Achtung: Korrigieren bis zum Kollabieren

Dazu gehören einfach Dinge, die im persönlichen Empfinden des Auftraggebers anders hätten formuliert werden sollen. Auch Kritik, die nicht stichhaltig und nachvollziehbar formuliert ist, kann nicht durch den Texter umgesetzt werden. Schlimm ist auch, wenn in einer zweiten Korrekturrunde Fehler bemängelt werden, die man auch in der ersten schon hätte sehen können oder wenn die Korrekturen aus der ersten Runde dann erneut bemängelt werden. So können leicht Endlos-Korrekturen werden, für die kein Texter Zeit hat.

Korrekturrunden durch gute Vorbereitung vermeiden

Daher lieber vorab auf beiden Seiten ca. eine halbe Stunde investieren. Der Kunde formuliert ein gutes, vollständiges Briefing, der Texter stellt die richtigen Fragen und so kommt erfahrungsgemäß das Endergebnis dem am nächsten, was der Kunde sich bei Ablauf von Texteraufträgen, Teil 1 vorgestellt hat.

Dieser Beitrag wurde unter Texter Business, Texter Tipps veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.