Sport zum Abnehmen

Gut, was soll ich sagen? Sport ist zum Abnehmen natürlich eine Bank. Wenn Du es wirklich ernst meinst, kommst Du mit Bewegung aller Art viel schneller voran. Wenn Du Sport machst, kannst Du Dir sogar bei der Ernährung den einen oder anderen Fehltritt mehr leisten. Denn Du kannst abnehmen, indem Du mehr Kalorien verbrennst als Du zu Dir nimmst. Beim Sport verbrennst Du Kalorien. Problem: Zum Sport müssen sich die meisten Menschen echt erst einmal aufraffen. Du auch? Ich auch. Lösung: Finde den Sport, zu dem Du Dich nicht überwinden musst. In diesem Kapitel geht es also um physischen Erfolg, dem ein psychisches Hindernis im Weg steht.

Einfach Sport machen – oder?

Alle, die abnehmen wollen, wissen es doch: Mit Sport würde es viel, viel schneller gehen. Aber fast alle haben gar keinen Bock auf Sport. Ging mir ja nicht anders. Ich habe es zu meinen 122-kg-Zeiten mit Schwimmen versucht.

Du magst es nicht, Du machst es nicht – mein Beispiel: Schwimmen

Erstmal musst Du Dich aufraffen, Dich zu einem anderen Ort zu begeben, daran scheitern ja schon die meisten Fitness-Center-Mitglieder. Dann musst Du Dich direkt am Eingang in die Schlange einreihen, um Dein Ticket für das Schwimmbad zu kaufen. Es geht nun in die Umkleidekabine, gefühlte 0,3 Quadratmeter, auf denen Du Dich (als 122 Kilo-Koloss) Deiner übergroßen Klamotten entledigen musst. Dabei knallst Du immer mit den Ellenbogen und Knien an die Wände der Umkleideschachtel, bist schweißgebadet und hast eigentlich schon den Papp komplett auf.

Aber dann wird’s ja erst richtig spaßig: Du schlidderst in das 40 Grad heiße Schwimmbad, lässt Dich ins Wasser sinken und schwimmst los. Schon auf der Hälfte der ersten Bahn steigt gegenüber so’n Spargeltarzan genau auf Deiner Bahn ins Becken, setzt seine „Nike Legacy Perfomer Schwimmbrille“ auf und hält stur auf Dich zu. Das ganze Becken ist frei, aber es ist seine Bahn! Schon! IMMER! Oder ein paar Großmütterchen stehen zu viert mitten im Becken und trainieren, indem sie Kochrezepte austauschen. Oder drei Schuljungs üben Arschbomben. Wenn man urfrüh hingeht, darf man das Schwimmbecken noch nicht benutzen, sondern muss dann um die künstliche Felseninsel rumschwimmen. Wie soll ich denn so meine Bahnen zählen? Alles schon gehabt. Ich mag Schwimmen also nicht, und was ich nicht mag, zieh‘ ich auch nicht durch.

Finde Deine Sportart und Du kommst Deinem Ziel sehr viel näher

Eine weitere Sportart, die ich ausprobiert habe und die mich auch nicht überzeugen konnte, ist übrigens Fahrradfahren. Das lag aber auch daran, dass man in Düsseldorf mit einem Bein immer im Grab steht, wenn man da auf dem Fahrrad rumfährt. Jetzt, in meinem neuen Wohnort, Mettmann, ist es einfach recht hügelig und Bergauffahren ist auch nicht so meins. Aber ich habe es alles mehrfach ausprobiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nicht meins ist. Also auch hier bitte – wie die Schwimmer unter Euch auch – nicht entrüstet sein, es ist nur nicht meins. Vielleicht ist meins ja dafür gar nichts für Euch: das Laufen.

Abnehmen durch Sport – läuft bei mir

2009 bin ich noch einen Halbmarathon gelaufen, damals übrigens mit einem stattlichen Kampfgewicht von 93 Kilo.
So weit bin ich jetzt noch nicht und ich bin auch für mein aktuelles Abnehmprogramm keine 12km/h gelaufen. Ich gehe oder walke oder wie ich es nenne äußerst unentspanntes Spazierengehen.  Als Fettwanst mit über 120 Kilogramm, der das Schwimmen und Radfahren nicht mag, musste ich etwas anderes finden. Ich habe gedacht, ‚gut, Laufen mochtest Du immer‘, also bin ich meinem Gewicht entsprechend eben nur gelaufen, nicht gelaufen. Angefangen habe ich in Düsseldorf, bin erst drei, dann fünf, dann sieben, später bis zu 18 Kilometer gegangen und hatte dabei ein Tempo zwischen sechs und 6,5 Stundenkilometern drauf. In den Spitzenzeiten bin ich weit über 100 Kilometer pro Monat gegangen.
Manchmal ging’s durch den Wald, manchmal Hügel hinauf, aber meistens durch die Stadtteile. Diesen Sommer bin ich von Düsseldorf Rath nach Mettmann Obschwarzbach, ca. 15 Kilometer, in der Spitze gelaufen. Für Vielwanderer sicherlich kein großes Ding, aber ich mache ja auch aus anderen Gründen diesen Sport: Ich will zusätzlich Kalorien verbrennen, mich bewegen (aber dann schon auch was mehr als nur die Alibi-Halbestunde alle drei Tage) und ich persönlich kriege bei diesen Touren auch super den Kopf frei.

Übergang zum Joggen – dumm gelaufen!

Dann, irgendwann nach dieser Wanderung, wollte ich den lange geplanten Übergang zurück zum Joggen schaffen. Das Training zum Halbmarathon hatte ich 2009 mit 107,3 Kilo begonnen, da lag ich schon etwas drunter, also dachte ich los geht’s. Aber da haben mir meine Füße einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die waren nämlich von den Läufen in den ca. 18 Monaten zuvor schon sehr belastet, überbelastet, wie sich nach meinem ersten 3km-Jogging zeigen sollte. Die Füße nämlich zeigten eine Stressreaktion, die mich fünf Wochen lang lahmlegte – total. Ich konnte nichts mehr machen, musste auf Krücken laufen und an Sport war natürlich nicht mehr zu denken. Ein herber Verlust einer meiner Grundsäulen fürs Abnehmen, der mich aber nicht zurückgeworfen hat. Während des Corona-Lockdowns lag ich fünf Wochen nahezu ausschließlich auf der Couch, da jede andere Haltung mir Schmerzen bereitete.

Aber ist Sport deswegen Mord? Nein, solche Sprüche sind nur bräsige Ausreden. Ich habe eben weniger Kalorien über die Ernährung zu mir genommen und trotzdem weitergemacht.

Kein Laufen – doch wieder aufs Rad

Als ich dann wieder konnte, habe ich mir einen Ersatz fürs Laufen gesucht, das mir zwei Orthopäden sozusagen verboten hatten. Also stieg ich doch wieder aufs Rad, schließlich wohne ich ja jetzt auf dem Land. Und ja, hier gibt es tatsächlich einige gemeine Hügel, aber ich will auch nur fahren, um etwas Sonne und frische Luft zu tanken. Dabei verliere ich Kalorien und gewinne dafür Endorphine. Wirklich: Mittlerweile nutze ich Sport auch, um aus schlechten Tagen wieder gut zu machen.

Wie finde ich den richtigen Sport für mich?

Schach wird Dir als Sport beim Abnehmen sicherlich nicht so weiterhelfen, aber probier‘ einfach mehrere Sportarten aus. Vielleicht bist Du ja ein echter Teamplayer und gehst voll im Fußball auf. Badminton soll auch echt herausfordernd und anstrengend sein – und Squash erst! Mountainbiking wäre auch für mich eine Idee, aber hier müsste man schon etwas in gutes Equipment investieren. Skifahren habe ich immer geliebt, aber wir haben hier kein Hochgebirge, nur ne Skihalle…

Ich glaube, das sind auch die Fragen, die man sich beantworten muss:

  • Andere Leute dabei / Mannschaftssport ja oder nein?
  • Welche Investitionen bin ich bereit für meinen Sport zu tätigen?
  • Welche Art der körperlichen Anstrengung packt mich?

Das musst Du für Dich ausprobieren, und Du wirst sehen: Wenn Du Deinen Sport gefunden hast, machst Du ihn ganz von alleine und mit Spaß dabei.

Mein Sport kostet mich keine Überwindung

Jetzt hat mir mein Orthopäde kurz nach meinem Geburtstag wieder erlaubt zu laufen. Für mich war die Nachricht wie ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, denn diesen Sport habe ich für mich gefunden: ein Sport, den ich gerne mache, der mir etwas gibt und – vor allem – zu dem ich mich nicht überwinden muss. Genau so einen Sport musst auch Du finden, damit Du auf diese Grundsäule des Abnehmens bauen kannst.