Corona-Krise – Jeden Tag Samstag

Schon wieder ein paar Tage her, dass ich hier mal ein Lebenszeichen von mir gegeben habe. Kann man ja wirklich so nennen in diesen Tagen. Corona – Man kann es auch irgendwie nicht mehr hören, oder? Im Fernsehen wurden schon neue TV-Formate geschaffen, in denen irgendwelche Leute in der Corona-WG hausen. Es gibt wieder so viele tolle Hashtags und ja – Wichtiges gibt’s auch: Seit gestern hat der Staat finanzielle Hilfen so ziemlich endgültig für alle nachvollziehbar und vor allem beantragbar auf den Weg gebracht. Ansonsten ist eigentlich immer Samstag im Moment, oder?

Endlich mal was im Garten machen

Viele Menschen haben ja einfach keine Zeit, mal was im Garten zu machen. Es gibt in Deutschland zu wenige Singvögel? Nicht in meiner wuchernden Hecke. Der Kompost läuft schon von alleine und kämpft sich mit der Machete durch den meterhohen Rasen durch die Raptoren-Rudel 😀 Ich muss da irgendwann echt mal gucken, ob ich da morgen mal…

Ja, ist natürlich übertrieben, aber jetzt mit Corona gibt’s keine Ausreden mehr für vernachlässigte Gärten, rummelige Keller oder Garagen, die alles andere als Autos beherbergen. Deutschland kriegt den Hintern hoch!

Garten, Garten, warten – Ansteckende Langeweile

Und so ist es auch hier im beschaulichen Mettmann-Obschwarzbach: Die Leute, vorwiegend die Männer, räumen die Baumärkte leer – Klopapier ist out, Farben und Lacke braucht der Mann. Sie turnen draußen rum, mähen, sägen, schleifen, flexen, hochdruckreinigen und haben dann trotzdem noch 22 Stunden Zeit. Was für ein Leben. Aber was soll man machen? Vielleicht sowas hier noch?

DAZN-Kommentator Marcel Seufert kommentiert das Tagesgeschehen

So schaut das #homeoffice unserer DAZN-Kommentatoren aus. Ordentlich was los da draußen. 😂Bis zum Ende anschauen! ☝

Gepostet von SPOX.com am Montag, 23. März 2020
Ein Profi muss einfach zu allem seinen Kommentar abgeben 😉

Wirtschaftshilfen in der Corona-Krise

Gut, wir haben halt alle gerade nicht wirklich viel zu tun, aber was hier oben so witzig rüberkommt, ist für viele biterer Ernst. Ich habe mich an anderer Stelle schon vor einiger Zeit mal mit dem Thema beschäftigt: Vielen Unternehmen und auch den sogenannten Solo-Selbstständigen (so einer bin ich ja auch) geht’s mittlerweile an den Kragen. Was macht der Staat für diese Unternehmen?

Hier mein persönlicher Informationsstand als (zum Glück noch nicht ganz so schlimm) Betroffener:

  • Über einen Rettungsschirm wurde schon vor über zwei Wochen in der Regierung gesprochen.
  • Seitdem war vieles Spekulation, es gab weder die Infrastruktur noch konkrete verwaltungstechnische Werkzeuge, um die finanziellen Mittel wirklich auf den Weg zu bringen.
  • Ich habe mich mit Ministerien und der Mettmanner Sparkasse in Verbindung gesetzt. Das Problem: Es gab bisher keine Verbindung zwischen Geldgebern und -Empfängern. Wo war die Schnittstelle?
  • Gestern gab es auch wirklich Handfestes und Nachvollziehbares zum dem Thema. zusammengefasst z.B. hier für NRW, wobei die Hilfen ja je nach Unternehmensgröße vom Bund und nicht von den Ländern kommen…aber sie kommen wohl bald.
  • Was kommt eigentlich nach Corona?

    Und als manche Menschen sich gerade noch mit solch existenziellen Themen auseinandersetzen, haben andere Menschen andere Sorgen und blicken schon in die Zukunft: Was kommt eigentlich nach Corona? Präsident Trump sieht die Antwort schon nach Ostern kommen, denn dann – so meint er – kann man wieder zur Normalität zurückkehren und die Zügel lockern. Ich finde, noch schlimmer als diese Krise ist doch nur, wenn man die Unverantwortlichkeit vom Staatsoberhaupt persönlich vorgelebt bekommt. In diesem Sinne bin ich einmal mehr froh über unsere souveräne Regierung (angeführt aus der Quarantäne).

    Geschichten von der heilen Welt nach Corona

    Andere Menschen denken nicht so wie Donald Trump – zum Glück. Sie begeben sich nach Utopia, wo sie eine heile Welt von Corona-Gezeichneten sehen. Die scheinen nicht nur geheilt vom Virus, sondern auch von vielen anderen menschlichen Krankheiten wie Rücksichtslosigkeit, Entfremdung oder Egoismus. Die Welt entglobalisiert und reduziert auf unseren Kiez, indem wir uns einst auf Balkon-Discos kennenlernten.
    Jetzt rücken alle zusammen. Manche entdecken das Lesen für sich, das Kochen, den Garten oder – Hey, Ihr auch hier! – ihre Familien. Man entschleunigt und klopft sich dafür auch völlig zurecht auf die Schulter. Da könnte man schon fast romantisch werden und glauben, dass wir nach Corona so bleiben…so solidarisch und rücksichtsvoll.

    Menschen sind nicht so

    Aber leider sind Menschen nicht so.

    Donald Trump hat’s etwas eilig, aber auch hier fragen sich viele, wie lange wir das noch aushalten müssen. Mediziner warnen: Es könnte bis Sommer 2021 dauern, bis ein Impfstoff gefunden wird. Und was dann? Wenn wir alle wieder rausgehen dürfen? Besinnen wir uns dann weiter dessen, was wir jetzt, in Krisenzeiten, so brav und wacker fanden? Nein. Menschen sind nicht so. Menschen sind nicht gut im Verbiegen . Ob wir uns nun zum Fintesscenter zwingen, zu einem solidarischeren Leben oder zu einem ökologischen Leben. Es gibt immer gute, bequemere Gegenargumente.

    Wann wird’s mal wieder richtig Montag?

    Uh, was düster…Ja, der erste Artikel war noch lustig, ich hab‘ ja geschrieben, es wird ernst 😉 Aber da ich ja noch alleine Sport machen und draußen rumlaufen darf, ist es schön zu sehen, wie sauber alle Autos, Vorgärten und Einfahrten sind. Aber ich glaube, noch nie wurde ein Montag so sehr herbeigesehnt, wie dieser (Sams)-Tage.

    Danke an alle, die trotzdem die Stellung halten (müssen)!

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