Der aktuelle Senf – Heute abgegeben zu…

…Programmgestaltung bei den so genannten „Dritten“, gelesen bei Spiegel Online: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/studie-infoanteil-bei-swr-und-ndr-geringer-als-kolportiert-a-925102.html.

ARD, ZDF und die ganzen Dritten, sie haben einen Auftrag. Sie haben den Auftrag einer Grundversorgung mit Informationen gegenüber dem Bürger. Der zahlt nämlich Gebühren für die Ausstrahlung der Programme bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. So ist eben das Konzept solcher Sender, seit der Gründung des ersten seiner Art, der BBC. Und so ist auch die grundsätzlich kritische Haltung gegenüber dem kostspieligen Programm erklärt, die entsprechenden Sendeanstalten hierzulande entgegengebracht wird.

So auch im vorliegenden SPON-Artikel. Darin wird auf eine aktuelle Studie der Otto Brenner Stiftung hingewiesen, die ihrerseits darauf hinweist, dass die Öffentliche-Rechtlichen, in diesem Beispiel konkret SWR und NDR, ihrem Sendeauftrag nicht nachkämen.
Das Ganze wird konkret und prozentual beziffert und stellt kein gutes Ergebnis für die beiden Sender dar: Der Informationsgehalt von öffentlich-rechtlichen Sendern ist gesetzlich vorgeschrieben. Definiert über politische oder auch wichtige, zentrale gesellschaftliche Themen (also nicht etwa C-Promis, neueste Smartphone Apps oder die steilsten Wasserrutschen Europas), liegen die relevanten Informationsanteile der beiden Sender deutlich unter deren Angaben und auch den gesetzlichen Vorschriften.

– Nur 10% des Programmanteils liegen laut der Studie in diesem Bereich!

– Nur mit Wiederholungen kann der Sendebetrieb aufrechterhalten werden

– Nur Ratgebersendungen über Tiere, Gärten und Kochrezepte sind kein Informationsfernsehen, das ist mein Senf dazu.

Und: Der allererste Kommentar zum SPON-Artikel, von einem Leser namens 1hz, spricht mir aus der Seele: „fuer diese „information“ wann ich die geranien umtopfen muss brauche ich keine redakteure und keinen sender…gez weg und ab in die freie marktwirtschaft…wer es sehen will kann ja bezahlen…dann ciao ihr informanten…

Lusitger Senf, dem eigentlich kaum noch etwas hinzuzufügen ist. Aber zu entnehmen ist ihm (und vielen weiteren Kommentaren) etwas: Die gesellschaftliche Akzeptanz für die GEZ Gebühren ist schon längst nicht mehr vorhanden. Ich selbst bin schon seit Jahren Pay-TV-Kunde und liege damit im Trend, meinen TV-Genuss selbst zu gestalten. Sender, die lauter Wiederholungen und angepasste Weichspülinformationen zeigen, gibt es bei den Privaten schon genug, doch die kann ich ja aus meiner Senderliste löschen. Für sowas aber auch noch feudale Gebühren zu erheben und Werbung zu senden, ruft natürlich Unverständnis hervor.
Der erste Öffentlich-Rechtliche, die englische BBC, wurde 1928 gegründet. Das Konzept ist also jetzt 85 Jahre alt und bedarf einer dringenden Revision

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