Der Texter und sein Wortpreis

3 ct. – so viel, bzw. wenig habe ich am Anfang meiner Selbstständigkeit für ein einzelnes Wort berechnet. Das wären dann für den ersten Satz dieses Blogeintrags nach Word-Zählweise 0,54€ gewesen. Nach heutigem Wortpreis wären es schon immerhin 1,62€, also das Dreifache. Da stellt sich doch die Frage, wie man als freier Texter seine Preise gestaltet, warum der Wortpreis (für mich) am meisten Sinn ergibt und wie man seine Preise am besten anpassen kann.

Texter Wortpreis: Darum nicht pro Zeile

Zu 3 ct. Zeiten war also anfangs die Frage: ‚Wie viel berechne ich und wie berechne ich eigentlich?‚. Es soll ja fair für die Kunden sein, ich möchte aber auch ‚was verdienen. Relativ schnell hat sich relativ automatisch ein dreigeteiltes Modell aus Tagessatz, Stundensatz und eben dem Wortpreis ergeben. Den Preis pro Zeile zu ermitteln, wie es zu meiner Zeit im Lokal-Journalismus üblich war, finde ich vollkommen unpassend, da eben manche Zeilen mehr Wörter haben als andere, bzw. viel kürzer sind – die Abrechnung ist mir hier einfach viel zu ungenau.

Das Dreigestirn der Preisgestaltung

Aus meinem Dreigestirn der Preisgestaltung kommt mit großem Abstand am häufigsten der Wortpreis zum Einsatz. Er stellt am besten dar, wie viel ich an einem Text gearbeitet habe, sicherlich gibt es auch einen guten Durchschnittswert, wie lang ein Wort in einem Text ist – sagen wir mal fünf Buchstaben – und so hat der Kunde auch eine ordentliche Übersicht darüber, was für sein Geld bekommt.

Texter Wortpreis: stetig erhöhen?

Doch was bekommt der Texter für seinen Text eigentlich? Kann man vom Texten leben? Als ich noch 3 ct. pro Wort genommen habe, kostete meine Auftraggeber eine ganze Wordseite um die 12€ (ca. 400 Wörter x 0,03€). Das war ja doch ganz schön kümmerlich. Eine (gute) Wordseite zu schreiben, kostet ja auch etwas Zeit. Mittlerweile verdiene ich an einer Wordseite 36€ aufwärts, einige Kunden sind auch großzügiger.

Texte sind wertvoller als früher

Das liegt aber auch daran, dass in meinem Metier, dem Online-Texten, mittlerweile ein neues Bewusstsein für Texte herrscht. Damals 2010, wurden Texte noch vermehrt aus den Texterbörsen eingekauft. Die Textqualität war den Website-Betreibern weitestgehend egal und sie nahmen auch mit Texten aus der Feder von Studenten und Hausfrauen Vorlieb. Heute, einige bedeutende Google-Updates später, weiß man aber, dass Text (auch Content genannt) wichtig für den Effekt einer Website in den Suchmaschinen ist. Das heißt: Will ich gut gefunden werden, muss Google meine Texte gut finden.

Inflation nicht vergessen!

Tja, und neben diesem abstrakten Fakt mit den Suchmaschinen darf man natürlich auch einen weiteren abstrakten Fakt nicht vergessen: Wie sagte meine liebe Oma schon, ‚Hach, ich hab‘ das Gefühl, alles wird teurer.‘ Das Gefühl hatte Oma zurecht und da muss ich natürlich mitgehen, indem ich meinen Texter Wortpreis stetig erhöhe oder, freundlicher ausgedrückt, den allgemeinen Preisgegebenheiten anpasse. So kam es, dass ich den  Wortpreis in jedem Jahr meiner Selbstständigkeit um einen Cent nach oben geschraubt habe (außer 2015, warum auch immer…). Beschwert hat sich bisher kein Kunde und ich freue mich auch, wenn ein Text wie dieser 45,63€ statt 15,21€ wert ist.

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