Doom Eternal – Ein ziemlich kompletter Shooter

Ich bin schon `was älter, ich bin Gamer schon seit einer Zeit, als es diesen Begriff noch gar nicht gab und ja, deswegen kenne ich Doom schon seit der guten, alten Zeit. Wenn Doom die Mutter aller Shooter ist, ist Duke Nukem der Vater. Zumindest, was die Mama angeht, kann ich jetzt – nach zwei Runden durch die komplette Kampagne von Doom Eternal – sagen: Das Alter tut der Mama wirklich gut 😉

Nach Jahrzehnten mal wieder Damönen schlachten

Eigentlich habe ich Doom nicht sonderlich vermisst. Es ist einem natürlich als Gamer-Kind der 90er mal über den Weg gelaufen, genau wie der Papa, Duke Nukem, aber ich bin nicht über die Jahre am Ball geblieben. Doom 3 oder auch das 2016er Doom gingen an mir vorbei. Und so kam ich auch zu Doom Eternal eher, weil es im Steam Winter Sale recht günstig zu haben und zudem auch so super bewertet worden war. Wirklich aktuell ist mein Review also keinesfalls, aber es ist ja nie zu spät für gute Erfahrungen.

„Schieß ein Loch in den Mars“ – Nee, is klar, wird gemacht 😀

Das neue Doom, das bessere Doom?

So gute Erfahrungen haben aber bei Weitem nicht alle gemacht, wie ich nach meinen ersten Spielstunden herausfand. Wie es bei so einem Klassiker eben ist: Es gibt die alte Version, die eben auch bei den älteren Spielern für immer die eine wirkliche Version bleibt. Klar, Veränderung ist nicht gleich Verbesserung, aber Entwicklung findet eben statt und im Falle von Doom Eternal ist sie meiner Meinung auch in die richtige Richtung gegangen.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Auch ich liebe Klassiker

Auch ich weiß alte Spiele zu schätzen: Colonization Classic (Platz 4 nach Spielstunden in meiner Steam-Bibliothek), Siedler 2 oder Burntime sind echte Pixelspiele aus alten Zeiten. Ich spiele sie nicht nur aus irgendeinem Retro-Hype heraus, weil ich so’n Nerd bin, sondern die wirklich immer noch gut sind und auch nicht von ihren teilweise vielen Fortsetzungen erreicht werden. Ich bin also auch ein Fan von Retro und Nostalgie und weit davon entfernt, mich nur auf Neues zu stürzen. Aber bei Doom Eternal ist die Conversion nach heute meiner Meinung nach gelungen.

Doom Eternal hat viele verschiedene, sehr coole Settings

Das Gute an Doom Eternal

Denn das Spiel wirkt wirklich rund. Ohne viel Zipp und Zapp geht’s rein in die Ballerei, ich habe das Spiel kaum gestartet, da taumeln mir auch schon die ersten Dämonen entgegen. Erstmal geht’s tutorial-artig recht gemächlich los, ich soll Schritt für Schritt auf die Steuerung klarkommen. Dass das Spiel so einsteigt, finde ich gut, denn der Doom Slayer hat wirklich einiges im Waffen-Repertoire. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen, um nicht ständig falsche Tasten zu drücken.

Level-Design vom Allerfeinsten

So bin ich also schnell mitten drin im Dämonen-Geschnetzel und auch mitten drin in einer ebenso makabren wie schönen Spielwelt. Das Setting ist einfach höllisch-schön umgesetzt. Überall Feuer, Fleisch, Metall. Im ersten Level sieht man halb zerstörte Wolkenkratzer in der Ferne, die in Lava-Seen untergehen, Schwärme von Dämonen fliegen umher und ein gigantischer Titan schleppt eine Kathedrale auf seinem Rücken durch das Inferno. Einfach hammer! Eine Stimmung, die mich an die späteren Level von The Evil Within (nicht id Software, aber immerhin Bethesda) erinnert hat. Echt Albtraum-mäßig, aber auf seine Weise auch echt schön. Da möchte man fast innehalten und staunen, kann man aber nicht, denn man muss ständig in Bewegung bleiben.

Ja, wenn ich mir die Hölle malen sollte – so würde sie aussehen *brrrr*

Dämonen, die absolut keinen Spaß verstehen

Denn die Gegner in Doom Eternal sind zwar welche, die optisch teilweise noch etwas an die aus den ersten Teilen erinnern. Aber rein vom Verhalten her ist das hier eine ganz andere untergehende Welt. Ich kann in Doom Eternal nicht mit meiner fetten Wumme mitten auf’m Platz stehen und einfach in die Runde ballern. Ganz im Gegenteil: Ich muss immer in Bewegung sein, springen, rennen, durch Portale schlüpfen, um nicht binnen weniger Sekunden zerfleischt zu werden.

Das Waffen-Arsenal in Doom Eternal

Aber neben einer unerlässlichen Agilität, die vielen alten Kempen und Doom-Fans zuwider ist, hat man ja auch noch Waffen, mit denen man den Dämonen die Hölle heiß machen kann. Zwischen bis zu 10 Waffen kann ich als Doom-Slayer wechseln, angefangen bei der Shotgun, zu der sich schon bald das schwere Maschinengewehr gesellt über die Super-Shotgun bis hin zur Super-Waffe „BFG 9000“.

Mit Schnelligkeit und Know-how immer die richtige Knarre

Dazu kommen noch der Eis- oder wahlweise Granatwerfer bzw. der Flammenwerfer und der Blutschlag, bei dem unser Doom-Slayer seine Gegner mit der bloßen Hand zerkloppt. Das ganze Waffen-Arsenal kann zudem gemoddet werden. Jede Waffe hat neben ihrem Standard-Schuss zwei zusätzliche Modi, zwischen denen ich während der Kämpfe spontan wechseln kann, und die Dämonen haben auch Schwachpunkte, die ich durch den Einsatz entsprechender Waffen ausnutzen kann.

Schnell, fordernde Kämpfe, die Übung erfordern

Spätestens im dritten oder vierten Level ist das Waffen-Arsenal schon recht groß und ich muss mir erstmal merken, was ich womit mache und was ich vielleicht auch nicht so oft nutze. Aber wenn man das dann schließlich drauf hat, geht es vor allem in den abgeschlossenen Kampf-Arenen so richtig heftig zur Sache. Wenn die Tore sich schließen, die sehr geile Heavy-Mukke aufdreht und die Viecher überall spawnen, weiß man, jetzt muss ich alles raushauen, was ich in den bisherigen Spielstunden gelernt habe.

Skillen, Items, Verbesserungen

Und natürlich kann ich mich immer wieder auch verbessern. Überall in den Levels sind Geheimnisse versteckt wie zum Beispiel Wächterkristalle, mit denen ich zum Beispiel verbessern kann, dass meine Munitions- oder Rüstungs-Items aus größerer Entfernung eingesammelt werden oder dass ich während Luftsprüngen die Zeit zum Zielen verlangsamen kann. Auch kann ich durch Münzen meinen Anzug verbessern, wodurch sich dann etwa meine Bewegungsgeschwindigkeit beim Waffenwechsel erhöht oder ich meinen Eiswerfer optimieren kann.

So wird mein Doom Slayer nach und nach zu einer noch wilderen Kampfmaschine, die auf jede höllische Bedrohung eine Antwort weiß – sofern sie denn schnell genug kommt. Denn eine Spielweise geht in Doom Eternal nicht: der Tank, der nur ballernd auf dem Fleck stehen bleibt. Das geht noch nicht mal auf dem untersten Schwierigkeitsgrad.

Doom Eternal ist bock-schwer

Apropos: Da ich wie gesagt kein Shooter-Veteran bin, habe ich auf genau diesem niedrigsten Schwierigkeitsgrad angefangen und ich fand das Spiel auch so schon fordernd. Weiter oben wird’s noch viel herausfordernder, vor allem in den höheren Levels und den besonders schweren Slayer-Toren.

Was ist nicht gut an Doom Eternal?

Das einzige, was mir an diesem ansonsten echt wirklich runden Game nicht so gefallen hat, sind die Jump & Run Passagen. Da stehe ich mit meinem unbesiegbaren, ehemals menschlichen Dämonen-Massenmörder-Kollegen, berüchtigt bis in die allerletzte Niederhölle, plötzlich vor einer Felskante und soll mich an einer Art Barrenstange, die da völlig Fehl am Platze in die blutige Fleischwand platziert wurde, zur nächsten Terrasse schwingen. Das Ganze in manchen Schauplätzen dann noch mit Hindernissen aus aneinandergeketteten Feuerbällchen, die sich um die herunterfallenden Plattformen herumdrehen, die mich doch irgendwie wieder an die 90er erinnern…Megaman und Super Mario lassen grüßen. Das ist ebenso albern wie nervig.

Doom Eternal – Absolute Kaufempfehlung…

Gut, aber man sieht schon, es ist ein kleines Mimimi nach vielen, vielen guten Aspekten, die dieses Spiel hat. Es wurde fast durchweg sehr gut von der Fachpresse und auch den Spielern bewertet (knapp 100.000 Bewertungen bei Steam, sehr positiv) und das mit Recht. Auch ich schließe mich – wenn auch sehr verspätet – an und finde Doom Eternal ganz, ganz toll, und auch wenn ich schon `was älter bin, werd‘ ich das ja noch dürfen 😉 Es ist ein sehr schneller, fordernder Shooter, der in bildschönen Levels stattfindet, viele Waffen-Modi mitbringt und einen sehr geilen Soundtrack hat. Das alles – ach ja – mit einer Story noch dazu!

…auch für die „Alten“

Ich finde, die Alten sollten sich nochmal überlegen, ob sie auch nur alte Brötchen essen, nur Oldtimer fahren oder nur Al Bundy gucken wollen, oder ob Neues nicht auch Gutes sein kann. Leute, ich weiß absolut, was Ihr meint, ich liebe auch noch viele alte Hits, ich bin einer von Euch. Doom Eternal ist vielleicht auf den ersten Blick hektisch und viel zu bunt, aber wenn man die Farben bissi runterdreht und etwas trainiert, macht es Mega-Spaß!

 

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