Einfach Spam Emails erkennen

Spam-Emails sind fast so alt wie das kommerzieller Internet. Sie tröpfeln quasi den ganzen Tag über so rein und sorgen dafür, dass der Spam-Filter sich nicht überflüssig fühlt. Was aber, wenn er doch mal eine durchflutschen lässt? Ich habe heute mal wieder so eine im Posteingang gehabt, die sich gleich an mehreren Stellen als Spam verrät.

Spam Mails an Fehlern erkennen

Eine Taktik hinter den Spam Mails ist, sich als ein vertrauenswürdiger Absender zu tarnen, um so dann die Empfänger zum Klicken zu bringen. Diese Tarnkappen-Funktion hat in diesem Fall das Unternehmen „Saturn“ inne (sicher unfreiwillig):

Spam Mails erkennen an Fehlern

Doch wer hier denkt, dass hier wirklich das echte Unternehmen mit einer Gutscheinkarte winkt, handelt unüberlegt. Dabei muss man eigentlich gar nicht groß überlegen, sondern sich nur allein mal diesen merkwürdigen Betreff ansehen:

=?UTF-8?Q?Du wurdest als einer der m�glichen Gewinner ausgew�hlt ?=

Äh ja, ist klar! Komischer Buchstabensalat direkt zum Einstieg und keine Umlaute in der Orthographie verfügbar. Sieht aus, als käme diese Nachricht wirklich direkt vom Saturn

Spam Indiz Absender-Adresse

Auch ein Blick auf die Absender-Adresse macht stutzig: <from@XYZ.com> (ich habe mal sicherheitshalber die Adresse verfremdet, in den modernen Datenschutzzeiten weiß man ja nie). XYZ steht für einen Absender, der ganz offensichtlich nichts mit dem Unternehmen „Saturn“ zu tun hat. Zwar lautet der angezeigte Absendername „Saturn“, aber den kann jeder so gestalten, wie er will. Ich könnte auch so in jedem Posteingang angezeigt werden oder auch als King George oder sogar Boy George, wenn mir der Sinn danach stünde.

Keine Fehler bei echten, vertrauenswürdigen Absendern

Solche Fehler macht kein Unternehmen wie Saturn in einer ernst gemeinten Email-Marketing-Kampagne. Doch wenn wir weiterlesen, finden wir ja noch viel mehr knackige Fehler:

  • „Lieber(r) (Herr) (Frau)“ ist gleich mehrfach falsch. Hier sind zwar keine Rechtschreibefehler, aber es ist formal einfach total daneben.
    • In einer Email-Kampagne, für die ich mich angemeldet habe, kennen die Absender meinen Namen, weil ich ihn ihnen extra dafür zur Verfügung gestellt habe. Daher werde ich grundsätzlich persönlich und namentlich angesprochen. Fehlt die persönliche Ansprache, oder steht da so ein Murks wie hier, ist das ein starkes Indiz für Spam.
  • Dann fehlt nach der Ansprache ein Komma und der folgende Satz würde korrekterweise klein weiter geschrieben.
  • Der zweite Satz beginnt plötzlich mit „Du“, während ich in der Anrede noch mit Herr oder Frau angesprochen werde. Erstens ist das ein stilistisch sehr unglücklicher Wechsel in der Honorifikation und zweitens wird in solchen Anschreiben eher nicht geduzt – was aber subjektiv ist.
  • Der dritte Satz ist fehlerfrei!!!
  • Der vierte auch!!!!!
  • Dafür passt mir dann der fünfte nicht so ganz: „Mit ein bisschen“ klingt doch recht umgangssprachlich und wäre besser mit „mit etwas Glück“ formuliert. Zudem ist das „wirst“ ein typisches stilistisches faules Ei, wenn aus dem Englischen (you will) ins Deutsche übersetzt wird. Ich hätte „shoppst Du bald kostenlos“ geschrieben.
  • Beim Abschiedsgruß fehlt ein Satzzeichen.

Spam Emails erkennen binnen weniger Sekunden

Also: Wenn solche Emails es mal durch Raster des Spam-Filters fallen, kurz überlegen? Wollte ich von dem eigentlich Unternehmen überhaupt Produkt- oder Gewinnspiel-Empfehlungen erhalten? Oder anderes Beispiel: Bin ich überhaupt Kunde bei dieser Bank, die da gerade per Email nach dem PIN-Code für mein Konto fragt? Dann mal auf die genannten typischen Fehler achten. Man braucht in der Regel nur wenige Sekunden, um wenigstens einen davon zu finden und schon kann man den Spam-Filter mit einem Klick dezent darauf hinweisen, dass er hier ‚was übersehen hat.

 

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