Eremitenleben wegen Corona – So lässt es sich aushalten

Puh, schon wieder so viele Wochen rum, seitdem man das letzte Mal etwas von meiner Seite hörte. Aber so ist es in einem Blog, es verzeiht nicht, die Schludrigkeit zeigt sich gnadenlos in den Zeitabständen zwischen den letzten beiden Posts. Ich hatte aber auch Gründe, warum ich mich nicht gemeldet habe. Hatte ich Corona? Was macht für mich Corona-Masken ultra-nervig? Und wieso bin ich eigentlich fürs Corona-Exil wie geschaffen? Der Überblick. (wie es bei SPON dieser Tage am Ende der meisten Einleitungstexte heißt ;))

Mandelentzündung und 5 Wochen Krücken

Zunächst einmal gibt’s einen kleinen Rückblick über das, was mich in einigen der letzten Wochen vom Schreiben abhielt. Manche vertreten ja die Meinung Sport sei Mord, und diesmal muss ich zu einem gewissen Grad Recht geben. Denn meine letzte sportliche Aktivität, bei der das schöne Foto links entstanden ist, tötete tatsächlich etwas in mir: Meine Fähigkeiten zu laufen, zu arbeiten, zu essen, ja, selbst wachzubleiben.

Hab ich Corona? Hat es mich erwischt?

Eine gute Stunde draußen auf dem Acker, zusammen mit dem Kleinen, er auf dem Fahrrad, ich mehr joggend als lange zuvor. Schweiß, Wind, krank. Schon am Mittag des nächsten Tages merkte ich, dass meine Symptome sich nicht mit einem Aspirin Complex würden ersticken lassen – Die wollten richtig raus! Und deswegen ging am wiederum nächsten Tag bei mir gar nichts mehr. Kennt Ihr das, wenn man diese Krankheiten hat, bei denen man nicht mal mehr Fernsehen gucken kann? Ja…oder war es vielleicht gar nicht eine dieser Krankheiten, sondern doch diese Krankheit?!? Erkältet in Corona-Zeiten, na herzlichen Glückwunsch! Die Angst vor Corona trieb mich den Sonntag über doch schon sehr um. Relativ schnell konnte sie aber meine Hausärztin am darauf folgenden Montag telefonisch ausräumen.

Krankheit weg, Füße kaputt

Es war letztlich „nur“ eine Mandelentzündung, die ich nach 4 weiteren Tagen schwitzen, nichts essen und liegen auskuriert hatte. Sie gab die Klinke meinen Füßen in die Hand, die wohl direkt hinter ihr in der Reihe gestanden hatten. Auch sie wollten sich noch erkenntlich für die körperliche Überanstrengung zeigen, die mein Joggen eine Woche vorher wohl gewesen sein musste. Mittelfußschmerzen, eine Stressreaktion, die sich jetzt im Nachhinein über 5 Wochen hingezogen hat –  und an dieser Stelle seufze ich tatsächlich gerade, denn ich bin erst seit 4 Tagen wieder schmerzfrei und kann andere Körperhaltungen einnehmen als Couch & Füße auf dem Tisch. Manche mögen ja ihr Leben so verbringen, aber ich möchte jetzt wieder mehr vom Leben haben.

Corona-Knast, Level 1.000

Insgesamt ergab sich so eine Corona-Situation, die so meine ganz eigene war. Während andere mit vielen Kindern in Großstadt-Wohnungen ausharren müssen, verlebte ich die Corona-Isolation in Gesellschaft meiner entzündeten Mandeln und anschließend meiner Unfähigkeit zu laufen oder den Müll zu entsorgen. Das ist Isolation mit Sternchen, aber ich will mich nicht beschweren, denn selbst wenn ich es auf irgendeine Weise noch schlechter gehabt hätte, gibt es immer noch Millionen Menschen, denen es noch, noch viel schlechter geht. (An dieser Stelle, nur eine persönliche Meinung finde ich es schlimm, das mancher Leute einzige Sorgen sind, ob sie bald wieder in den Urlaub fliegen oder sich Fußball angucken können.)
Mir machte das aber trotzdem alles nicht so viel aus, denn ich bin ein Gamer.

Corona „Einschränkungen“ – Darum lebt Ihr grad alle mein Leben

Level 1000? Gamer? Corona? Wie hängt das denn zusammen? Wo andere wochenlang mit der Kreissäge ihre Nachbarn nerven, lese ich mehr und ich spiele viel. Kombiniert ergibt das Ganze jemanden, der Gamer-News liest. Dort steht, dass wir Gamer eigentlich kaum einen Unterschied in der Corona-Krise zum normalen Leben sehen – was man so als normal bezeichnet…

  • Social-Distancing ist uns äußerst willkommen – Wir sind ohnehin sehr wählerisch, was unsere sozialen Kontakte im „RL“ (= Real Life“) angeht.
  • Beim typischen Gamer stapeln sich ohnehin die Pizza-Kartons, er braucht keine Gastronomie, Altstädte oder ähnlichen Quatsch.
  • Denn der Gamer geht ja auch nicht raus – Sein Teint ist typischerweise kalkig-weiß und seine Haut wird lediglich vom Licht seines Bildschirms angestrahlt, nicht etwa von der Sonne. Die kennt er nur von der schönen Aussicht aus GTA5.

Corona ist/war wie Ferien

Für mich im Speziellen kommt noch dazu, dass ich ein Papa bin, einer, der es liebt, mit seinem Kleinen großartige Stunden zu verbringen. Und dank Corona waren’s ja sogar Wochen! Da die Krise die Osterferien sozusagen geschluckt hat, hatten wir viel Zeit miteinander – natürlich nicht während der Mandelentzündung. Aber ansonsten waren die unerwarteten Wochen zusammen einfach wunderbar, sodass sich hier sogar ein kleiner Wermutstropfen an den aktuellen Lockerungen für mich findet.

Großer Dank an den „kleinen Diener“

Übrigens hier nochmal ein großes Danke an „den kleinen Diener“! Er hat für seinen lahmenden Papa wirklich viel im Haushalt gemacht, also nicht nur mal die Spülmaschine ausräumen oder den Müll runterbringen, was ich übrigens auch alles nicht konnte. Er hat wirklich alles gemacht, inklusive Toilette putzen, die ganze Wohnung und den Flur wischen, Tisch decken und abräumen und das Genörgel seines Papas ertragen 🙂 Danke, mein Schatz. Dank geht auch an die Oma, die mich zum Arzt und zum Einkaufen gefahren hat, an meinem Vermieter und des kleinen Dieners Mama, die ebenfalls für mich einkaufen gegangen sind 🙂

Nachbarn nerven? Das sag ich doch immer schon

Letzter Punkt, warum ich corona-fest bin, ist sicherlich meine Leidensgeschichte mit meinen Nachbarn. Dass man die eigentlich Krachbarn nennen sollte, hat jetzt anscheinend auch der letzte Spiegel-Redakteur erkannt. Als wäre es eine Weltneuheit, schwadroniert er darüber, wie anstrengend Nachbarn und ihre akustischen Absonderungen sind. Guten Morgen, das predige ich schon seit Jahren, Herr Kollege. Tja, es mag seine Welt erschüttern, aber musizierende Nachbarn sind einfach ätzend. Komisch, die Balkon-DJs waren vordergründig noch jedem willkommen – war wohl doch nur Hype, wie? Es muss sich ja auch keiner schämen, der seine Krachbarn gerne auf qualvolle Weise abschaffen würde.

The masked Texter – Atemschutz und Sichtschutz in einem

So, wie es vielleicht auch viele über die Atemschutzmasken denken, die wir alle seit Kurzem tragen müssen. Vor ein paar Wochen Kopfschütteln über die Masken-Vorreiter. Jetzt müssen sich alle mit den Dingern herumplagen. Mich als Brillenträger nervt es, dass ich nur entweder Brillenträger oder Maskenträger sein kann. Diese Billig-Dinger aus der Apotheke jedenfalls lassen meine Gläser bei jedem Atemzug beschlagen – So habe ich dann automatisch einen Sichtschutz.
Die Luft unter den Masken ist ganz schlecht (vielleicht mal zum Zahnarzt gehen) und ohnehin nerven diese ganzen zusätzlichen Handgriffe. Hach, wat isset alles schwer, ne? Wenigstens haben wir genug Masken…und Intensivbetten, wenn jetzt bald die zweite Welle kommt…und wenigstens haben wir keinen Trump.

Naja, ich hoffe, es wird alles gut, auch wenn wir jetzt alle wieder beschränkungsfreier aufeinander losgehen. Ich hab Bock auf Fußball, aber das kommende Derby wird sicher noch komischer als das 4:4 – Naja, Hauptsache gesund 😉

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