Ablauf von Texteraufträgen, Teil 4: Erste textliche Kostprobe – ein Hauch von Buchstabensuppe

Vielleicht kennen Sie sie auch noch aus der Kindheit: Buchstabensuppe. Eigentlich nichts weiter als eine heiße Hühnerbrühe mit kleinen, dünnen Nudeln, gehört die Buchstabensuppe auch nach Jahren noch zur kulinarischen Prominenz bei vielen Menschen.
Auch ich bleibe gerne in Erinnerung bei meinen Kunden, doch bevor das Menü meiner Dienstleistungen voll und genüsslich in Anspruch genommen werden kann, sieht dieser nächste Schritt des Auftragsablaufs erstmal eine textliche Kostprobe vor: die erste textliche Kostprobe. Mal gucken also, ob dem Kunden die Buchstabensuppe schmeckt.

Muss man kostenlosen Arbeitsproben zustimmen?

Das Ding mit den ersten Textproben ist, dass manche Auftraggeber sich durchaus auch kostenlose Textproben wünschen würden. Das sind beileibe nicht viele, aber es kommt vor. Hier habe ich aus Erfahrung gelernt, dass man da lieber die tippenden Finger von lässt. Zu oft ist es mir schon passiert, dass ich doch mal ein Auge zugedrückt habe, der Erstkontakt war ja an sich so nett und so viel war es dann auch nicht, was er/sie an Gratis-Texten brauchte. Aber dennoch: Es ist einfach ärgerlich, wenn man dann nichts mehr von den Kunden hört oder sie nicht überzeugt sind und dann auch keine Chance zur Korrektur mehr einräumen und die Zusammenarbeit dann direkt wieder abbrechen.

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Muss der Probetext etwas kosten?

Und ganz ehrlich: Ich habe mir angewöhnt, Kunden, die eine kleine Anzahlung für eine kleine textliche Kostprobe nicht leisten wollen, auch keine Träne nachzuweinen. Ich finde, das sagt dann schon genug über sie als Kunden aus. Ich sage dann immer gerne, dass wir hier nicht an der Käsetheke sind, wo man sich die gelben Würfelchen einfach so nach Lust und Laune reinschieben kann.
Gott, klingt das alles ernst und nach vielen, vielen schlechten Erfahrungen. Nein, so schlimm ist es nicht, denn die meisten Kunden sehen das mit der bezahlten Textprobe vollkommen ein.

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Was ist wichtig bei der ersten textlichen Kostprobe?

Beim ersten Kennenlernen spricht man also mit dem Kunden ab, was er braucht. Inhaltliches, Ansprache der Leser, sollen Keywords genannt werden, wie stellt er sich die Formatierung vor? Diese und weitere Fragen sollten schon vor der textlichen Kostprobe geklärt werden, denn Ziel auch dieser Proberunde ist es natürlich, schon sehr nahe an den Vorstellungen des Kunden zu landen. Dies vorzubereiten, ist also schon Aufgabe der ersten Schritte bei Texteraufträgen.

Wie lang ist eine textliche Kostprobe?

Wichtig ist dabei erst einmal eigentlich nicht, wie lang der eigentliche Text-Output sein soll, sondern dass der Kunde sich einen guten ersten Eindruck von meiner „Schreibe“ machen kann. Und so merkt er auch, wie ich an die Sache herangehe: Wie lange dauert sowas? In welchem Format erfolgt die Texterstellung? Wie verläuft die Kommunikation mit dem Texter? Solche Fragen des Workflows interessieren Kunden natürlich auch und werden hier am Rande praktischerweise gleich mit beantwortet.

Was, wenn die textliche Kostprobe nicht gefällt?

Kommt die textliche Kostprobe dann nicht gut an, ist das überhaupt kein Beinbruch und das sollte man auch dem Kunden gegenüber so kommunizieren, damit er nicht gleich das Vertrauen in eine positive Zusammenarbeit verliert. Wenn die textliche Kostprobe nicht zusagt, ist das natürlich kein Grund zur Freude, aber genau deshalb macht man sie ja: Es wäre viel schlimmer, schon alle Texte zu schreiben und dann komplett daneben zu liegen. Lieber ein, zwei Absätze vermurksen und dann noch mal eben nachbriefen und der Rest sollte dann besser laufen.

Textliche Kostprobe auch als Sicherheit für den Texter

So hat schließlich dann auch der Texter selbst eine Absicherung für seine Arbeit, denn man hat sich nun telefonisch mit dem Kunden über die Anforderungen und Wünsche unterhalten und durch die textliche Kostprobe hat man einen doppelten Boden. Denn spätestens nach erfolgreicher textlicher Kostprobe sollte die Texter-Arbeit inhaltlich und stilistisch perfekt ausjustiert sein, um dem Kunden zu gefallen.

Hier geht’s weiter mit: Ablauf von Texteraufträgen, Teil 5: Texterstellung

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