Fröhliche Menschen in Schwimmbädern – grauenhaft!

Heute ist Frühlingsanfang – Für mich der Anfang vom Ende! Denn er ist für mich das im Kalender festgenagelte Indiz dafür, dass meine Hälfte des Jahres vorbei ist. Ja, ich mag den Winter, den Regen und die langen dunklen Tage. Nennt mich den Sohn der Finsternis, aber ich blühe erst auf, wenn die Pflanzen und Insekten alle eingehen. Das hat freilich nichts mit den kleinen Lebenwesen selbst zu tun, sondern… Doch, die haben auch Schuld! Nach dem vergangenen Weichspülwinter 2013/2014 baut sich vor mir wieder die bedrohliche Kulisse des kommenden Sommers auf: blauer Himmer, strahlender Sonnenschein, fröhliche Menschen in Schwimmbädern – grauenhaft!

Winter, Du Schlappschwanz!

Der Sommer und seine erbarmungslose Sonne werfen bereits ihre Schatten voraus: Im Frühstücksfernsehen, bei Punkt12, Brisant, Tagesschau, den ganzen Tag über geht’s ums Wetter und darum, das nun der Frühling da ist. Nun?!? Der schlappschwänzige Winter hat es ja nicht einmal mehr versucht, wenigstens den Karneval kräftig zu verhageln! Ich bin wirklich enttäuscht vom Winter, hier am Niederrhein hatten wir keine einzigen Schneetag und ich hatte meinem Sohn im Oktober extra noch einen robusten Holzschlitten mit Metallkufen bei eBay Kleinanzeigen gekauft!

Der Sommer ist laut, überhitzt und voller Insekten

Im Fernsehen wird es jetzt die kommenden Monate nur noch darum gehen, wie toll das Wetter am Wochenende wird. OK, spätestens ab 33°C jammern dann wieder alle über die Hitze, aber das ist ja normal. Ich jammere da etwas konsequenter, schon ab 23°C. Und seitdem ich einsehen musste, dass der vergangene Winter eine Nulpe war, steigen in mir die tief vergrabenen Sorgen des Sommers wieder auf.
Es ist die Hitze, die Helligkeit und die Lautstärke, mit der sich alles abspielt. Nehmen wir allein diese schrecklichen Chopper-Bikes, die mit einem Lärmpegel von Düsenjets die ganze Umgebung beschallen. Das ist mobile Lärmbelästigung! Oder die Insekten: Ich kann in den Tropennächten – für mich in einer schlimmen Jahreszeit das Allerschlimmste – nicht lüften. Denn statt der Luft bewegen sich die Mücken, und zwar in mein Schlafzimmer. Wenn sie mich einfach nur stechen und sich dann schleichen würden, aber nein, sie müssen ständig unentschlossen um meinen Kopf herumfliegen! Am nächsten Morgen bin ich unausgeschlafen und muss mein Bett neu beziehen, da strahlen mir schon die 20.000 Lux der Morgensonne ins Gesicht. Ein Faktum, das viele Menschen glücklich macht, in mir erzeugt das gelinde gesagt Mordgelüste.

Ich muss mir dringend eine Klimaanlage kaufen!

Mit einer derart positiven Einstellung begebe ich mich an den Schreibtisch, der im oberen Bereich meiner Wohnung liegt – unterm Dach. Morgens begrüßt mich die Sonne mit 30 Grad im Bett, um dann, bis ca. 13 Uhr meinen Arbeitsplatz aufzuheizen. So leide ich, während draußen die Chopper röhren, die Hunde aller benachbarten Vorgärten sich miteinander unterhalten und die Schützen mal wieder mit ihrer Kapelle um die Häuser ziehen. Na gut, dieses Jahr ist ja immerhin wieder mal ne WM, aber Heuschnupfen hab ich jetzt schon!!!

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