Games Review – The Elder Scrolls V: Skyrim, Teil 1

The Elder Scrolls V: Skyrim

Tot oder Wunder – Mit diesen beiden Möglichkeiten beginnt The Elder Scrolls V: Skyrim. Doch so wenige Alternativen gibt’s nur dieses eine Mal, direkt am Anfang. Der restliche Spielverlauf verzückt durch zahllose Quests, Charakter und Gegenstände in der komplett offenen und begehbaren Welt von Skyrim. Fans der gepflegten Rollenspiel-Action kommen voll auf ihre Kosten, denn sie können an jeder Ecke Aufgaben annehmen, Begleiter engagieren, eigenständig Rüstungen und Tränke herstellen, kochen, Erz schürfen oder Häuser kaufen und einrichten. Skyrim, mit dem deutsch übersetzten Namen Himmelsrand, ist eine Welt, in der man versinken kann. Aber dabei die nicht die Hauptquest vergessen, denn schließlich muss ein ganzes Land vor der Rückkehr der Drachen gerettet werden.

Das Spiel beginnt mit unserem Ende!

Wir sind also ein Weltenretter mit einer epischen Aufgabe. Schon lange waren in Himmelsrand keine Drachen mehr gesehen worden, doch nun, da sie aus einem unerfindlichen Grund wiederkehren, sollen wir sie stoppen. Aber bevor wir die Hauptquest überhaupt kennen, müssen wir erst einmal dem Tod von der Schippe springen, denn der Anfang des Spiels scheint auch gleichzeitig das Ende zu sein.

Skyrim beginnt, typisch Bethesda, mitten drin. Keine Einleitung, kein Tutorial, einfach sofort rein ins kalte Wasser von Himmelsrand. Wir fahren auf einer Kutsche, die wir uns mit uns mit drei anderen teilen. Und wir teilen wohl auch ein gemeinsames Schicksal, denn wir alle werden einem Scharfrichter mit einer riesigen Axt vorgeführt. Doch halt: Kurz vor dem Tod sollen wir erst einmal unseren Charakter zum Leben erwecken. Also wählen wir ein Geschlecht und dann eine der 10 Rassen, darunter auch die katzenartigen Khajiit und die Echsenwesen Argonier. Nach dieser grundsätzlichen Auswahl können wir Dutzende Regler verstellen, um die körperlichen Eigenschaften und vor allem das Gesicht unseres Helden zu justieren. Leidenschaftlichen Rollenspielern wird diese Vielfalt an Individualität ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Charakterfrage: Frisch geschaffen und schon geköpft?

Was nun passiert, geht alles rasend schnell: Vor unseren Augen rollt ein Kopf über den Enthauptungsplatz und jetzt sind wir dran. Tot oder Wunder – die einzigen Auswege, die es jetzt noch gibt. Tatsächlich entscheidet sich unser Schicksal für das Wunder: Ein gigantischer Drache erscheint!
Sicher sind wir gleichwohl nicht, denn unser zweifelhafter schuppiger Retter will das ganze Dorf abfackeln, in das uns die Kutsche soeben gebracht hat. Nach der Angst um unseren Kopf haben wir jetzt Angst vor dem Feuer. Der Drache tobt und legt dabei alles in Schutt und Asche.

Wir können nur dank eines unserer Mithäftlinge entkommen, der sich hier anscheinend auskennt. Wir laufen einen Turm hinauf, springen hinüber in ein benachbartes Haus, schlängeln uns durch kleine Gassen und sind irgendwie immer noch am Leben. Wir schaffen es in eine Festung, wo wir endlich mal Ruhe vor dem geflügelten Inferno haben. Unser Fluchthelfer nimmt uns die Fesseln ab und endlich können wir unsere Hände benutzen. Erstmal Rüstung, Waffen und Tränke gesammelt und weiter. Nachdem wir noch einige Gegner und einen Bären aus dem Weg geräumt haben, sind wir tatsächlich entkommen – erst der Hinrichtung und dann dem Drachen. Das fängt ja gut an!

Oh, wie schön ist Himmelsrand

Doch das war im wahrsten Sinne erst der Anfang. Weiter geht’s mit unserem Retter, der uns erst einmal mit in sein Heimatdorf nehmen will. Er sagt, wir treffen uns dort und lässt uns vorerst allein. Die Gelegenheit, den Blick schweifen zu lassen.

 Das wunderbare Postkarten-Idyll von Skyrim - Hier am Beispiel Flusswald


Das wunderbare Postkarten-Idyll von Skyrim – Hier am Beispiel Flusswald

Wir stehen hoch auf einem Berg, ein sagenhafter Weitblick eröffnet sich uns und sorgt für Staunen! Vor uns erstreckt sich die wunderschöne und auch sehr lebendige Welt von Himmelsrand, die Bäume und Gräser wehen im Wind, Vögel am Himmel, Lachse springen im Fluss. Wahrlich ein Naturschauspiel und fast alles ist interaktiv. Für alchemistische Experimente können wir Pflanzen sammeln, Schmetterlinge fangen oder auch Tierinnereien einstecken. Wir können im Fluss tauchen und Fische fangen. Wenn uns eher nach Fleisch ist, schießen wir ein Kaninchen oder sammeln sonstige Zutaten für eines der mehr als zwei Dutzend Kochrezepte. Ja, so schnell kann man abschweifen, in einer Welt, die nicht nur zum Abarbeiten einer Questlinie geschaffen ist.

Denn nicht nur Flora und Fauna sorgen für viel Ablenkung und Freiheitsgefühl, auch die alternativen Quests warten an nahezu jeder Ecke. Kaum betreten wir Flusswald, um uns dort mit unserem Fluchthelfer zu treffen, werden wir schon von jemanden angesprochen, der und fragt, ob wir einen Brief übermitteln. Im Krämerladen, weiter die Straße runter, werden wir gebeten, ein wertvolles Artefakt aus einer mysteriösen Grabstätte zu bergen. Gegenüber kommen wir mit dem Schmied ins Gespräch, der uns glatt mal einen Crashkurs im Schmieden angedeihen lässt. Wo wollten wir noch mal hin? Ach ja: Der Fluchthelfer wartet und rät uns, erstmal in die nahegelegene Stadt Weißlauf zu reisen und dem dortigen Jarl (Herrschaftstitel, ähnlich wie ein Graf) von dem Drachenangriff zu berichten und für Flusswald militärische Hilfe zu erbitten.

Postkartenmotive noch und nöcher: Unser erstes Ziel, Weißlauf

Postkartenmotive noch und nöcher: Unser erstes Ziel, Weißlauf

Erste Schritte & erste Fortschritte im PERK-System

Doch vorher wollen wir dem netten Krämer sein wertvolles Artefakt, eine geschmückte Drachenklaue, beschaffen und beschließen, in das mysteriöse Staubmannsgrab zu gehen. Dort kämpfen wir das erste Mal seit dem anfänglichen Drachenagriff, und zwar gegen eine Vielzahl von knochigen Gegnern. Skelette und Draugr (Untote) stellen sich uns in den Weg zur Drachenklaue. Ausgerüstet sind wir mit zwei Eisenschwertern und einem Bogen und beides wollen wir natürlich mal ausprobieren. Da wir Einhandschwerter führen, können wir auch mit beiden draufhauen. Dabei stößt der Held markige Kampfschreie aus. Schon nach den ersten vier, fünf Untoten verbessert sich unsere Fähigkeit für Einhandwaffen und trägt damit zum gesamten Stufenfortschritt bei. Auch im Bogenschießen können wir uns relativ flott verbessern und steigen dann auch schon bald in Stufe 2 auf.

Das PERK-System von Skyrim erlaubt individuelle Charakterentwicklung

Das PERK-System von Skyrim erlaubt individuelle Charakterentwicklung

Willkommen im Steigerungssystem von Skyrim, hier hat Bethesda sich richtig was ausgedacht, denn das Stufensystem ist verflixt ausgeklügelt und wieder einmal ein Paradies für Rollenspieler. Denn wir können nicht nur das Aussehen unseres Helden bis ins kleinste Detail bestimmten, sondern ihn (oder sie) auch genau die Eigenschaften und Professionen lernen lassen, die wir wollen. So können wir im Verlauf des Spiels einen prügelnden Trankmischer generieren, einen schleichenden Bogenschützen, einen Totenbeschwörer mit flinken Fingern oder oder oder.

Mit jedem Stufenanstieg können wir zunächst einmal einer der drei Grundwerte, Magicka, Lebensenergie und Ausdauer, um 10 Punkte steigern. Danach wird die Auswahl deutlich größer und wir können etwa Waffentalente, Zaubertalente oder Handwerkliches steigern. Alle Talente starten bei einem Wert von 15 und können bis 100 gesteigert werden. Sie sind wiederum in so genannte PERKs aufgeteilt, die sowohl Voraussetzungen, als auch Auswirkungen haben. So können wir beispielsweise bei einem Talentwert von 20 bereits den Schaden unserer Bogenschüsse erhöhen. Diese Fortschritte sind in allen Talenten möglich und erlauben eine ziemlich individuelle Charakterentwicklung. Ist der 100. Fähigkeitspunkt erreicht, können wir eine Fähigkeit wieder auf 15 zurücksetzen. Warum sollten wir das tun? Weil wir dadurch alle auf die Fähigkeit verwendeten PERK-Punkte zurückbekommen und die Fähigkeit erneut steigern können. Dadurch können wir den Gesamtfortschritt unseres Helden auch in höheren Stufen wieder in Schwung bringen. Ab Stufe 40 geht das nämlich nur noch recht langsam vonstatten, wenn wir Profis in unseren Lieblingsfähigkeiten sind.

„Der erste Drache fällt…“ – im zweiten Teil des Games Review zu Skyrim

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