Games Review – The Elder Scrolls V: Skyrim, Teil 2

Der erste Drache fällt

Doch zurück zum anfänglichen Staubmannsgrab finden wir die Drachenklaue des Händlers und stoßen im Zuge dessen aber noch auf etwas anderes, das ebenfalls mit Drachen zu tun hat: einen Schrei. Die Drachenschreie gehören zum magischen Repertoire in Skyrim und werden nur von den wenigsten im ganzen Land beherrscht. Auch von uns, denn wir sind ein Drachenblut, wie wir schon bald herausfinden. Und zwar in Weißlauf, wo wir uns mit dem Jarl unterhalten wollen. Schon auf dem Weg dorthin erleben wir wieder allerhand Natürliches und Übernatürliches und werden vor den Toren Stadt zum Beispiel Zeugen eines Riesen-Angriffs, der von den „Gefährten“ abgewehrt wird. ‚Komm doch mal vorbei, wenn Du ein Gefährte werden willst. Wir haben die nächsten 100 Nebenquests für Dich.“, sagen sie sinngemäß und gehen in die Stadt. Dort führt uns auch unser Weg hin, wir lassen uns nicht von den ca. 50 NPCs ablenken, die dort herumlaufen, sondern begeben uns direkt zur Drachenfeste. Dort nämlich residiert der Jarl und befiehlt die Truppen. Nachdem wir ihn überzeugt haben, dass Flusswald Hilfe braucht, schickt er uns gleich mit ein paar Männern los, um einen Drachen zu töten. Wow!

Furchtlos stellen wir uns dem Ungetüm an einem der Weißlaufer Wachtürme und bezwingen es schließlich mit vereinten Kräften. Als der Drache dann tot vor uns liegt, saugt unser Held grafisch effektvoll seine Seele ein. Wir sind genauso erstaunt, wie die Männer des Jarl, die mit großen Augen um uns herum stehen. Wir sind ein Dracheblut, ganz offensichtlich. Was das genau heißt und was nun unser Schicksal ist, eröffnet sich uns im weiteren Verlauf der Hauptquest, die sich nun so langsam zu entfalten beginnt. Sie führt uns durch das ganze Land, konfrontiert uns mit zahlreichen Feinden und Freunden aller Arten und besiegelt am Schluss das Schicksal der Drachen und der Menschen.

Wir absorbieren Drachenseelen, um damit die einzigartigen Schreie zu aktivieren.

Wir absorbieren Drachenseelen, um damit die einzigartigen Schreie zu aktivieren.

Die vielen Geschichten von Himmelsrand

In der Zwischenzeit nehmen wir uns der schier unendlichen Weiten Himmelsrands an. Immer nur strikt nach Questplan, dafür ist Himmelsrand zu schade und das geht auch fast gar nicht. Deswegen wollen wir einfach mal die Gegend erkunden und treten aus dem Stadttor Weißlaufs heraus. Links liegen einige Höfe und ein toter Riese, rechts eine Straße, die sich am Horizont zwischen den Bergen verläuft. Die nehmen wir und entdecken unterwegs verschiedene Orte. Diese sind, wie auch in den Bethesda-Titeln Fallout 3 und Fallout: New Vegas, Schnellreisepunkte auf der Karte. Wir wollen zwar gerade gerne spazieren gehen und die frische Luft genießen. Wenn wir es aber mal ganz eilig haben oder schmerzende Füße, können wir durch einen Klick auf der Karte auch schnellreisen.

Wir entschließen uns, ein paar dieser Kartenpunkte zu sammeln, wer weiß, wofür es gut ist. Anders, als in Fallout: New Vegas gibt’s für die Entdeckung der Orte übrigens keine Erfahrungspunkte, die bekommen wir nur, indem wir unsere Fähigkeiten praktisch anwenden. So, wie bei all den Begegnungen unterwegs in der Wildnis von Himmelsrand. Wo wir auch hingehen, fast überall treffen wir jemanden oder etwas. Die Begegnungen spawnen zufällig, bzw. je nach Level und können fast alle sein, vom Wolfsrudel, über den anfangs gefährlichen Eistroll, bis hin zur Patrouille der Armee.

Ach ja, die Armee: Spätestens, wenn wir ihr in die Arme laufen, erfahren wir von einer weiteren großen Quest in The Elder Scrolls V: Skyrim. Denn Himmelsrand wird nicht nur von den rückkehrenden Drachen heimgesucht, sondern durchlebt auch gerade eine handfeste Rebellion. Die zwei Fraktionen sind die Schutzmacht der kaiserlichen Armee und die in Himmelsrand heimischen Sturmmäntel. Sie wollen nicht mehr unter der Herrschaft des Kaiserreichs leben und proben den Aufstand. Der Anschluss an eine der beiden Fraktionen findet ziemlich früh den Weg ins Quest Logbuch und birgt seinerseits eine ganze Reihe Folgemissionen.

Ruhm und Ehre – Und Ehe

Drachen und Bürgerkrieg – Da freut sich doch der Held! Aber ist das alles? Nein! Auch in den großen Provinzstädten gibt es viele größere Quest-Komplexe, wie zum Beispiel in Rifton, einer Stadt im Süd-Osten Himmelsrands. Dort schließen wir uns der hiesigen Diebesgilde an und sind damit ebenfalls viele Stunden beschäftigt. Analog gibt es in Winterfeste die Magierakademie oder die Barden in Einsamkeit, die alle ebenfalls etliche Aufgaben zu erledigen haben. Am Ende leiten wir die Diebesgilde, sind Vorsitzender der Bardenakademie und Erzmagier von Winterfeste! Dabei wollten wir doch nur Drachen töten.

Unsere Reisen führen uns in verlassene Zwergenruinen...

Unsere Reisen führen uns in verlassene Zwergenruinen…

Noch mehr Ruhm und Ehre gibt’s zudem bei den Jarls jeder großen Provinzstadt. Die haben nämlich ebenfalls einiges für uns zu tun, Banditen umlegen, Riesen zu Kleinholz verarbeiten, Drachen erlegen. Und sie alle entlohnen unsere Mühen mit reichlich Gold und erlauben uns, in ihrer Stadt ein Haus zu kaufen. Die sind für den jungen Helden zwar noch unerschwinglich, aber irgendwann stimmt die Kasse. Dann können wir es uns auch so richtig gemütlich zu Hause machen, denn der Vogt an jedem Hof ist gleichzeitig auch Inneneinrichter und verkauft uns das sehr reichhaltige Inventar für unser Haus.

...oder die atemberaubenden "Schwarzweiten"

…oder die atemberaubenden „Schwarzweiten“

So haben wir einen (nach den horrenden Anschaffungskosten) Gratis-Schlafplatz, können unsere Tränke zu Hause mischen und unsere ganze Beute sicher lagern. Was fehlt noch zum Glück in Himmelsrand? Klar, heiraten. Auch hier zeigt sich Skyrim sehr vielseitig und bietet allerhand potentielle Gatten und Ehefrauen zur Auswahl.

Fazit: Technik und ein Anflug von Kritik

Tot oder Wunder, so fing alles an. Doch unser Held hat den Schrecken am Anfang überlebt und ist bis zum Ende seinen Weg durch alle Gefahren und das raue Wetter von Himmelsrand gegangen. Es war sicher nur ein Weg von sehr, sehr vielen.

Schwer, bei so viel Story-Potential nicht die Technik zu vergessen. Wir haben The Elder Scrolls V: Skyrim mit folgender Hardware gespielt: Nvidia GTX 760, Intel Core i5-4670@3,40GHz, 16GB RAM Arbeitsspeicher. Damit hatten wir eine enorme Weitsicht, nur ganz nah dran matschige Texturen. Tag- und Nachtwechsel, in Kombination mit Wetterumschwüngen, unterstützt vom großartig stimmungsvollen Sound sorgen für hervorragende Atmosphäre. Alles lief flüssig und Abstürze gab es in 200 Spielstunden erst 3 – Könnte auch an Steam gelegen haben, denn das ist permanent Pflicht.

An sich würde uns ein fliegendes Pferd in der phantastischen Welt von Himmelsrand ja nicht überraschen, aber ab und zu gibt es Skriptfehler. Auch verschwundene NPCs haben wir gesehen, bzw. nicht mehr gesehen. Bei einer Quest der Gefährten haben wir einen Bug statt des zu erlegenden Säbelzahntiger entdeckt. Die Quest konnte dadurch nur mittels Konsolenbefehl beendet werden, da sie sonst den gesamten Gefährten-Strang blockiert hätte. Aber all das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau, für eine derart riesige Welt, läuft alles verblüffend gut, ob zweibeinig, vielbeinig oder mit flügeln. Somit ist Skyrim eine wunderschöne, atmosphärische Rollenspiel-Welt, in der wir gerne versunken sind.

Pros

+ riesige, frei begehbare Welt
+ Quests & Items ohne Ende
+ Waffen und Tränke selbst gemacht
+ Erstklassiges Steigerungssystem
+ Unterstützt zusätzliche Maustasten
+ Housing, Farming, Wedding

Cons

– Hauptquest endet schmucklos
– Teilweise unübersichtliche Weltkarte
– Inventar etwas zu umständlich
– wenige Deutsche Stimmen
– Essen ist überflüssig
– keine Schwierigkeitsgrade

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.