The Evil Within: Review

+ Geniale Atmosphäre und Story reiben sicherlich Nerven auf.

– Schocker-Veteranen gruseln sich aber mehr über die etwas veraltete Grafik-Engine

So, nach einem kurzen, knackigen Teaser, Angespielt: The Evil Within, geht’s nun tiefer rein, in die Psyche dieses Spiels. Genau so muss man sie wohl skizzieren, die Story in dieser neuesten Hoffnung für das Survival Horror Genre. Denn The Evil Within ist nicht nur ein Psycho-Schocker, sondern spielt sich auch in der des Protagonisten ab, oder? Am Ende bleibt die Frage, ob es nicht doch alles irgendwie real war.

Die Welt gerät aus den Fugen

Den ersten Schrecken haben wir überwunden (siehe auch Kapitel 1) im wahrsten Sinne. Den Metzger mit der Motorsäge haben wir hinter uns gelassen und unseren unseren Hintern in einen Krankenwagen gerettet.

Screenshot The Evil Within

Die schwarzen Filmbalken sind im ganzen Spiel dabei und nicht jedermanns Fall

Dabei lernen wir nicht nur unsere Begleiter etwas näher kennen, sondern müssen auch feststellen, dass die Welt um uns herum aus den Fugen gerät.

Games Review The Evil Within

In dieser Stadt scheint die Hölle loszubrechen

Die Fluchtfahrt endet mit einem Crash in einem Wald, in einem stockdunklen Wald. Wir wagen uns einfach mal in den düsteren Forst und werden auch bald für unseren Mut belohnt: eine Öllampe, hurra!

Und gleich danach kommt ein Ausblick, der an ein Ölgemälde erinnert:

Games Review The Evil Within

An einigen Stellen ist The Evil Within wirklich grausig schön

Schön, aber dennoch permanent beklemmend, sorgt das Level-Design von The Evil Within für stets angespannte Stimmung. Zurecht, denn jetzt kommen auch die ersten Gegner. Sie sehen wie Zombies aus, bewegen und verhalten sich auch so. Es sind umhertorkelnde, ziemlich tot wirkende Menschen, die mit allerlei Metall verziert sind, also mit Stacheldraht umwickelt, von Eisenstangen durchbohrt usw.

Games Review The Evil Within

Unterm Bett versteckt: Die „Zombies“ lauern

Schleichen wir uns an sie heran, können wir die Monster von hinten abstechen – mit einem Messer! Im Inventar taucht sie aber nicht auf, diese dringend benötigte Stichwaffe. Nicht immer klappt das Meucheln so reibungslos und die Waffen sind sehr rar, vor allem in den ersten Kapiteln.

The Evil Within, ein Buch mit 7 Siegeln

In solche Kapitel teilt sich die Geschichte auf, deren Hintergründe und Protagonisten uns anfangs vollkommen schleierhaft sind. Sebastian Castellanos, seineszeichens Police-Detective, scheint seinen persönlichen Albtraum zu erleben. Im wahrsten Sinne, denn immer wieder gibt es Bezüge zu seinem rätselhaften Leben, zu den Geschehnissen rund um die Anstalt und vor allem beim Speichern und Hoch-Leveln!

Speichern und Leveln – Eine Sache des Unterbewussten

Sicherlich eines der kreativen Highlights von The Evil Within: Direkt am Anfang, bevor wir mit dem Krankenwagen verunglückten, wurden wir in eine seltsame Klinik gebracht:

The Evil Within Game Review

nur schemenhaft erkennen wir das Klinikpersonal

Nach dem Aufwachen sehen wir ein Bett, eine nette, nicht-untote Krankenschwester und einen seltsamen OP-Stuhl. Doch hier warten keine Albtraum-Monster, hier können wir speichern und unsere Fähigkeiten verbessern. Letzteres geschieht mit Hilfe grüner Flüssigkeit, die wir überall bei The Evil Within finden, wir haben sie mal „Booze“ getauft. Je mehr wir davon sammeln, desto höher können wir die maximale Lebenspunktzahl schrauben, die Traglast steigern oder auch die Waffenskills verbessern. Besser ist das, denn in The Evil Within will jeder Schuss überlegt sein.

A propos Waffen: Die sind – typisch Survival-Horror – sehr rar gestreut. Vor allem in den Anfangskapiteln freuen wir uns über jede einzelne Patrone!
Aber: Neben einigen konventionellen Schusswaffen gibt es auch eine Armbrust. Für die lassen sich aus gefundenen Erstazteilen verschiedene Bolzen basteln, das macht auf jeden Fall Laune und gibt den Kämpfen Vielschichtigkeit.

 

Extra für Vorbesteller gibt’s das Fighting Chance Pack:

Ab Kapitel 3 können wir diese dringend benötigten Extra-Items auch benutzen:

The Fighting Chance Pack | The Evil Within Review

Pre-Order Bonus: Schrotflinte, Medi-Koffer, „Booze“ und 2 Bolzen

Kapitel für Kapitel schleichen, kämpfen und rätseln wir uns weiter, um den bizarren Geschehnissen auf den Grund zu gehen.

Traum? Wirklichkeit? Wahnsinn?

Drei Möglichkeiten, als was sich die teuflisch atmosphärische Story von The Evil Within am Ende entpuppen könnte. Wer 15 Mal einen solchen Bildschirm gesehen hat, weiß (vielleicht) mehr:

The Evil Within Game Review

Manchmal auch grafisch gruselig

Hübsche Kreatur im obigen Bild, oder 🙂 So richtig hübsch ist The Evil Within aber nicht immer. Das liegt vor allem an der recht veralteten Grafik-Engine. Die Id Tech 5 Engine, die zum Beispiel auch schon 2011 für „Rage“ im Einsatz war, lässt The Evil Within teilweise etwas unschön aussehen. Matschige Texturen, die knöchernen Bewegungen und starren Gesichter der Figuren und teilweise sehr fummelige Item-Aktivierungen sind sowas von 2011…

The Evil Within Game Review

Mimik und Haare der Figuren zeugen von der alten Grafik-Engine

The Evil Within erreicht nicht stahlharte Schock-Fans

Hauptsache Psycho-Thrill. Aber auch hier müssen wir relativieren, denn es gab durchaus Spiele, die mehr schocken konnten als The Evil Within. Erfinder Shinji Makami betonte, er wolle auch die Unerschrockenen- zu denen er sich selbst zählt – erreichen, die härtesten unter den Horror-Fans. Es tut uns leid (auch im eigenen Sinne), aber wir haben schon mehr gezittert!
Die Horror-Phasen des Spiels, immer wieder abgewechselt von Ruhephasen (zum Beispiel bei Rätsel-Räumen), sind in der Tat bizarr und mögen viele normale Spieler/innen aus der Ruhe bringen:

The Evil Within Spiele Review

Hier erhebt sich ein vielgliederiges, kreischendes Monster aus blutigem Grund…

The Evil Within Spiele Review

…dort erscheint plötzlich der mysteriöse Kapuzenmann Ruvik in der Dunkelheit.

The Evil Within Spiele Review

Und alles scheint irgendwie mit seltsamen Gehirn-Versuchen zu tun zu haben.

Andere Werke haben mehr „Evil“ in sich

Wir sind fasziniert von der Reise, auf die uns The Evil Within nimmt, sie ist bizarr, düster und voller toller Schauplätze. Aber sorry Shinji, wer schon mal Resident Evil, Fear, ja selbst S.T.A.L.K.E.R: Shadow of Tschernobyl gespielt hat oder sich gern mal Japan-Horrorfilme reinzieht, der macht sich vor den Irren in The Evil Within nicht in die Hosen.

Fazit: The Evil Within ist ganz schön spannend

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Trotzdem macht das Spiel, das vom Leo Di Caprio Film Shutter Island inspiriert ist, dem Genre Survival Horror Ehre. Es ist schon spannend, wenn man keinen einzigen Schuss mehr im Lauf, aber noch einiges an Weg durch diese Hölle zu gehen hat. Der FX-Sound und die teilweise Nerven zerfetzende Musik gehen unter die Haut, ebenso, wie subtile Schock-Akzente und Überraschungsmomente.
Die „kopflastige“ Story und auch ihre Entfaltung sind faszinierend und das Spiel bekommt durch das Psycho-Setting abstrakte Freiheiten jenseits jeder Realität.

So ist Sebastian Castellanos zwischen verschwindenden Türen und blut-gefluteten Korridoren eigentlich derjenige, der am meisten verängstigt sein sollte. Schließlich muss er sich durch die Horden stöhnender Psycho-Zombies kämpfen und durch hüfthohe Blut-Schlacke waten. Doch irgendwie scheint er sich hier wie Zuhause zu fühlen…

Spielzeit gesamt: ca. 16 Stunden

Pros

+ bedrohliche, beklemmende Atmosphäre
+ brilliante Story / Präsentation
+ Bolzen selber bauen
+ Knifflige Szenerien
+ Verbesserungen durch PERKs

Cons

– Grafik-Engine total veraltet
– FX Sound könnte noch mehr Stimmung erzeugen
– Dumme Begleiter
– Schwarze Filmbalken
– Item-Interaktion teilweise sehr fummelig

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