Game Review – Wolfenstein: The New Order, Teil 2

Da haben wir doch vor lauter Action im kompletten ersten Teil glatt völlig vergessen, uns vorzustellen: Wir sind Captain Blazkowicz, auch „Blasko“ genannt. Mit ihm gemeinsam nehmen wir den Kampf auf gegen das Regime von General Totenkopf.

Doch bevor wir wieder eine Waffe aus dem vielseitigen Arsenal des Spiels in die Hand nehmen, sind wir hilfloses Treibgut: Der Vorspann geht direkt in eine der eindrucksvollen Videosequenzen über, die sich uns über das gesamte Spiel hinweg darbieten. Wie Treibgut gleiten wir übers Meer, bis uns schließlich ein Fischerboot aufnimmt. Nur knapp dem Tod entgangen, müssen wir in einer Nervenklinik in Osteuropa aufegeppelt werden.

Preiswürdige Videosequenzen

Hier beweisen Bethesda, Machinegames und id Software echte Regie-Qualitäten. Die Sequenzen sehen nicht nur hervorragend aus und sind mit richtig guter Musik unterlegt, sie erzählen auch eine Story, die die Atmosphäre des Spiels erst zu der macht, die sie ist. Zudem, als technischer Hintergrund, überdecken die kinoreifen Sequenzen auch geschickt, dass der Rechner im Hintergrund schon mal das nächste Kapitel vorbereitet. Wenn er damit fertig ist, darf man jede Sequenz auch per Tastendruck abbrechen. Wird aber – zumindest beim ersten Spielen – nicht empfohlen!

14 Jahre später

Diese Sequenz jedenfalls zeigt und, wie arg es unseren Helden, Blazkowicz, bei seinem letzten Kampf erwischt hat. Sage und schreibe 14 Jahre lang vegetiert er in der Heilanstalt, bevor er eines Tages wieder zum Leben erweckt wird. Regime-Schergen entführen immer wieder Patienten für Menschenversuche aus dem Heim. Als es dabei einmal zu einem Zwischenfall mit Todesfolge kommt, scheint es in Blazkowicz’s Kopf Klick zu machen. Ab jetzt wird wieder zurückgeschossen.

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Captain Blazkowicz hat nach 14 Jahren wieder Kraft eine Wumme zu halten und kämpft sich raus aus der Nervenanstalt.

Nach einem spaßigen Kampf gegen zwei Dutzend Regime-Soldaten hauen wir mit Anya, der Tochter des Heimleiters, ab und finden irgendwo im Land Zuflucht bei ihren Verwandten. Was die uns dort erzählen, entlockt Blazkowicz einen unvergesslichen Gesichtsausdruck:

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„Wie jetzt…die USA haben kapituliert?!?“

Übrigens: Der Tweet zu diesem Bild / diesem Artikel ist durch Favorisierung von @Wolfenstein geadelt worden 🙂

Wolfenstein New Order

Des Helden Gesichtsausdruck jedenfalls ist nicht nur ein Indiz für die Ausmaße dessen, was wir in den letzten 14 Jahren alles verpasst haben, sondern natürlich auch für die hervorragend animierten Gesichter bei Wolfenstein: The New Order.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Gemeinsam mit Anya lassen wir uns zum nächsten Bahnhof bringen – nicht ohne vorher noch ein paar Außenposten von Regime-Abschaum zu säubern. Wir wollen nach Berlin, um uns dem Widerstand anzuschließen.
Die Zugfahrt gehört mit zum Eindrucksvollsten im Spiel, denn während dieser kurzen Episode zeigt sich Wolfenstein: The New Order von seiner grotesken Seite. Zwei spezielle Gestalten aus dem Gruselkabinett von General Totenkopf laufen uns hier erstmals über den Weg:

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Moment mal, wer spielt hier eigentlich mit wem?

Wie es den von der Macht Korumpierten wohl so innewohnt, spielen Frau Engel und ihr Gespiel Bubi ihre Psycho-Spielchen mit uns. Neben der bedrohlichen Maschinengestalt im Hintergrund mit dem leuchtenden roten Auge, ist es einmal mehr die sehr beeindruckende Mimik der Figuren, die hier für Spannung sorgt – in diesem Fall Anspannung.

Auf in den Knast: „Jetzt lassen wir die Raubtiere frei“

Endlich in der Hauptstadt angekommen, schmieden wir mit Anya einen Plan, um die ehemaligen Army-Kollegen zu befreien. Wir haben gehört, das sie zur Zeit im Gefängnis Eisenwald festgehalten werden.

Den Weg dorthin beginnen wir schnurstracks aus dem Fenster des Hotelzimmers, wo wir zunächst mal vor dieser Kullisse innehalten:

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Imposante Welthauptstadt Germania: Zeppellne, rechts der Berliner Fernsehturm, in der Mitte die „Große Halle“

Berlin, bzw. Germania, die Welthauptstadt, war von den Nationalsozialisten tatsächlich so (oder so ähnlich) geplant, ebenso wie die hier unübersehbare „Große Halle“.
Egal, wir schleichen uns ins Gefängnis Eisenheim ein, wo wir hoffen, unsere Mitstreiter zu finden:

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Auf verfassungsfeindliche Symbole „müssen“ deutsche Spieler verzichten

Mit der so gewonnenen Verstärkung schmieden wir gemeinsam mit dem Widerstand Pläne, um das Regime doch noch zu stürzen.

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Alle schmieden fleißig Pläne, Blazkowicz muss es dann ausbaden

Hier schleichen sich doch glatt winzig kleine Rollenspiel-Elemente ein, (sprich mit ihm, sprich mit ihr) und auch ein paar Kleinstaufgaben kommen auf uns zu (suche dies, finde das). Das ist, zumal mitten im Spiel, irgendwie unverständlich und macht auch nicht wirklich Spaß.

Für den Widerstand auf Europareise der besonderen Art

Der kommt aber schnell wieder, und zwar jetzt auf internationaler Ebene. Um das Riesenreich zu inflitrieren und letztlich gar zu stürzen, führt uns Wolfenstein: The New Order auch gut darin herum. Wir ballern in England, zerstören in Kroatien, bedienen Kampfroboter, fahren im U-Boot und wir verlassen sogar die Erde um unser Ziel zu erreichen: Zurück zur Trutzbrug von General Totenkopf.

Doch die stürmen wir dann im dritten Teil vom Games Review – Wolfenstein: The New Order.

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