Game Review – Wolfenstein: The New Order, Teil 3

Zurück in eine Welt, in der ein fiktives deutsches Regime den Weltkrieg gewinnt und damit rein in den 3. und letzten Teil des Game Reviews – Wolfenstein: The New Order.

Am Ende stehen wir wieder am Anfang

Nach Hunderten menschlicher, tierischer und maschineller Gegner, nach Tausenden von abgegebenen Schüssen und am Ende einer packenden, skurrilen Story: Wir unternehmen als Captain Blazkowicz den zweiten Versuch, das Hauptquartier des General Totenkopf zu erobern und dem Diktator den Garaus zu machen. Damit schließt sich der Rahmen auch thematisch in Wolfenstein: The New Order, so hatte auch alles angefangen.

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Gleich geht’s los – Mit dem U-Boot (hier links im Bild) nehmen wir Kurs auf Totenkopfs Burg (hier rechts im Bild)

Wolfenstein, Klassik-Shooter mit dem Schuss Moderne

Wolfenstein: The New Order zollt seiner Tradition als Shooter eine Menge Respekt, bezieht aber natürlich auch moderne Elemente mit ein.

Die Kämpfe: Captain Blazkowicz hat fast im kompletten Spielverlauf die Wahl, ein Areal entweder im Schleichmodus zu säubern oder alle Gegner mit großem Gerät abzumurksen. Für erstere Variante sind stets geheime Wege und Verstecke vorhanden, wir können Messer werfen und Schalldämpfer benutzen.
Wer eher nicht so zurückhaltender Natur ist, kann aber auch mit einem Sturmgewehr in jeder Hand auf alle losgehen.
So oder so, für den wiederholten und erfolgreichen Gebrauch von Kampfaktivitäten werden wir im (leider recht übersichtlich ausgestatteten) PERK-System belohnt.

Hidden Items: Für alte Doom-Haudegen ein Ding aus einer anderen Welt. Sie liegen hier und dort herum und können, wenn in kompletter Sammlung vorhanden, wahre Wunder wirken. So, wie die Enigma-Codes, die es in Wolfenstein: The New Order zu finden gibt. Sie schalten neue Spielmodi frei, in denen man sich über die anfangs gegebenen 5 hinaus beweisen kann.

Zwischensequenzen: Neben den hervorragenden Videosequenzen bietet Wolfenstein: The New Order auch In-Game-Sequenzen, die urplötzlich ins Geschehen eingreifen, um dann ebenso nahtlos wieder ins Spiel überzugehen. Cooles Element, kommt uns doch bekannt vor aus Doom 3 (ebenfalls ursprünglich id Software).

Level-Design: Anders aber als in eben jenem alten Vorgänger-Titel (möge der Vergleich auch etwas unfair sein), sind die Levels nicht so schlauch-mäßig. Trotzdem ist Wolfenstein: The New Order bei weitem kein offenes Spiel. Im wahrsten Sinne, denn geschlossene Türen gibt es hier an allen Ecken und Wänden und außer Munition, Rüstung, Medi-Packs und Hidden Items haben wir hier nichts anzufassen. Selten müssen wir mal Knöpfe drücken, Hebel betätigen oder mit dem Schneidbrenner Zäune zerschnibbeln, um im Quest-Fortschritt weiterzukommen. Das ist manchmal bedauerlich, aber in einem Shooter verkraftbar.

Wolfenstein bietet viele stimmungsvolle Schauplätze:

Zensierte deutsche Wolfenstein-Version: Schon immer hatten die Verfassungsschützer in Deutschland die Wolfenstein-Serie auf dem Kieker. Das neuste Kapitel musste entschärft werden, um hier überhaupt spielbar zu sein: Alle verfassungsfeindlichen Symbole wurden entfernt und durch ein Wolfenstein-Logo ersetzt. Nur in Deutschland herrscht diese harte Zensur. Zunächst auch in Österreich geltend, wurde sie dort nachträglich aufgehoben. Durch den Wolfenstein Region Lock ist es auch nicht möglich, eine im importierte Version auf Steam zum Laufen zu bringen.

Fazit – Klassisches Shooter-Spektakel mit Ladehemmung im Mittelteil

Wir wollen das Regime um General Totenkopf aufhalten und dazu müssen wir schießen, Messer werfen, in Deckung gehen, Granaten abfeuern, Explosionen auslösen. Hier und da schliddert man in Wolfenstein: The New Order mal aus Versehen in eine rollenspiel-ähnliche Unterhaltung oder Nebenquest – einige dieser Elemente sorgen in der Spielmitte für einen bedauerlichen Abfall von Spannung und Geschwindigkeit.
Aber im Grunde geht Blazkowicz konsequent seinen Weg. Dieser wird begleitet und erzählt durch fantastische Videosequenzen, diese wiederum durch hervorragende Musik unterlegt. Am meisten Spaß machen die Gefechts-Phasen mit teilweise mehr als einem Dutzend Gegnern auf einmal, die sich vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden sehr gut zu wehren wissen.

Wolfenstein Screenshot

Totenkopf, kurz vor seinem Ende. So richtig ängstlich sieht er nicht aus…

Mit Nvidia GTX 760, Intel Core i5-4670@3,40GHz und 16GB RAM Arbeitsspeicher lief „Blasko“ stets ruckelfrei durch das düstere Kriegsszenario, auch auf Höchsteinstellungen in allen Bereichen. Insgesamt 10 Stunden hat der erste Durchlauf, inkl. aller Sequenzen, gedauert. Der zweite ging dann mit 6 Stunden deutlich schneller – ohne Videos und mit besserer Ortskenntnis.
Über die gesamte Zeit gab es bei Wolfenstein: The New Order keinerlei Abstürze, sehr schön!

…außer den einen, am Anfang des Spiels, mit dem Alliierten-Flieger. Da hätte es Blasko ja schon beinahe erwischt. Aber dieser Absturz war nur der Auftakt zu einem Action-Spektakel bodenständig-klassischer Machart, an dessen Ende wir gern wieder an den Anfang zurückgedacht haben…um dann direkt im nächsten Schwierigkeitsgrad wieder von vorne anzufangen!

Pros

+ 5 verschiedene Schwierigkeitsgrade (mehr freischaltbar)
+ Gefechte machen viel Spaß
+ Verbesserungen durch PERKs
+ packende Story
+ Videos und Musik hervorragend

Cons

– beschränkte Freiheit, wenige Items
– langatmige Spielmitte
– kein freies Speichern
– PERKs relativ unmotivierend
– …hidden Items auch

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