Gar nicht schlimm: Umstieg auf Windows 10

Ich bin umgestiegen auf Windows 10. Ich hatte Angst davor und mir schauderte es beim Gedanken an den Tabletmodus. Jetzt hab ich’s doch gemacht – wie Pflasterabreißen – und es war gar nicht so schlimm!

Vor einigen Wochen poppte in meiner Taskleiste die Meldung auf, dass das neue Windows-10-Update doch jetzt für mich verfügbar sei. Ja ja, dachte ich, und ich meinte auch leck mich am Arsch. Denn Windows 10 ist mir prinzipiell mit seiner Hörigkeit gegenüber Apps und mobilen Geräten zuwider. Diese widerwärtigen Kacheln hatte ich schon einmal auf meinem PC und ich wollte sie nie wieder sehen!

Muss ich wohl auch nicht. Windows hat sich wohl die vernichtende Kritik nach dem Windows 8 Debakel seinerzeit zu Herzen genommen und das Innovations-Rädchen wieder etwas zurückgedreht. Das war bei Windows 8 so, dass bei mir seinerzeit erst 8-kantig vom Rechner geflogen war, um dann später doch Absolution zu erhalten. Jetzt hatten wir uns gerade angefreundet und ein gutes Jahr miteinander gearbeitet, da penetriert mich Windows 10 unten in der Taskleiste.

Warum auf Windows 10 umsteigen?

Warum gibt es eigentlich kein Windoes 9? Die 13 wird doch auch bestimmt übersprungen…
Naja, da war also dieses anfangs blinkende Icon, das sich auch nicht dauerhaft entfernen ließ, und es wollte mich in die neue Welt von Windows 10 entführen. Aber warum sollte ich auf Windows 10 umsteigen? Ich bin ein ganz normaler User, kein DAU (dümmster anzunehmender User) aber auch keiner, der sich über sein Betriebssystem definiert. Ich will aber damit arbeiten können und ich will keine Apps und Kacheln sehen!
Die Gründe für meinen Umstieg waren folgende:

  • Sicherheit – Viele Unternehmensrechner laufen auf absolut veralteten Windows-Versionen, laut WDR-Bericht zum Beispiel die der deutschen Rentenversicherung. Hier geht’s zur offiziellen Stellungnahme der Rentenversicherung dazu.
    Nun ist es ja tatsächlich so, dass Sicherheitsupdates mit der Zeit nicht mehr für veraltete Betriebsysteme zur Verfügung stehen. Spricht für einen Umstieg auf Windows 10 vor dem Jahr 2020.
  • Kosteneinsparung – Das Update war kostenlos, das ist aber nur bis inklusive Juli 2016 so.
  • Grafik – Windows 10 unterstützt DirectX 12
  • Neugier – Ja, ich geb’s ja zu, mich interessierte doch auch, ob Windows 10 mich nach 10 Sekunden schon anwidern würde.

„It’s the end of the world as we know it“

Doch das hat es nicht. Beim Initiieren des Update-Prozesses hatte ich noch ein sehr ungutes Gefühl. Ich verabschiedete mich von meinem Rechner wie ich ihn kannte, war mir nicht sicher, ob ich meine Musik jemals wieder hören würde können („It’s the end of the world as we know it“), was aus allen meinen Mailkontakten werden würde, ich war mir aber schon sicher, dass mein Umstieg auf Windows 10 mich sehr viele Nerven kosten würde.

Aber so schlimm war es gar nicht. Der Download dauerte nicht so lange – ich hab‘ aber auch währenddessen Fußball geguckt – und als ich den Rechner nach der Hirn-OP wieder hochfuhr, war ich positiv überrascht.

Was nicht schlechter wurde durch das Windows Update:

  • Desktop-Umgebung
  • typischer „Old-School-Look“
  • alles da, wo ich es hinterlassen hatte: Anwendungen an der Taskleiste, Mails…
  • Die praktischen und funktionalen Tastenkombinationen
  • Desktop-Ansicht per Klick unten recht – ich MUSS diese Funktion einfach haben!

Diese Neuerung fielen mir an Win 10 auf:

  • Alles sieht gewohnt aus, hat aber einen Facelift bekommen
  • Der Windows 10 Assitent Cortana, für mich ähnlich nutzlos wie Siri
  • Verstärkter Startbereich, inkl. Widgets, Wetter und Wissenswertem
  • Das Info-Center, wo man auch auf den Tablet-Modus wechseln kann…yäy!
  • Der Windows Media Player ist irgendwie fummeliger und den Medienverwaltungsservice Groove Music finde ich ebenso nervig wie iTunes.
  • Unter Windows 10 waren meine Outlook Autovervollständigen Kontakte nicht verwendbar. Klick für Lösung.

Fazit zum Umstieg auf Windows 10

Ich kann damit arbeiten, zocken und ich kann damit leben.
Nach anfänglicher Angst um meinen Rechner war ich schon auf den ersten Blick positiv überrascht. Windows 10 versucht nicht, den Usern die zweifelhafte Innovation aufzuzwängen. Der unsägliche Tabletmodus ist schön im Info-Center versteckt und jetzt ist auch das lästige Win10-Update-Icon weg 😉

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