Keine guten Texte bei Lärm

‚So kann ich nicht arbeiten‘, ein Auspruch, der bei mir sogar in einem wahren Gefühlsausbruch gipfelt, wenn ich texten will, aber gleichzeitig Bau- oder ähnliche Brachial-Arbeiten in meiner Nähe stattfinden. Im Kinderfernsehen versteht man mich.

Mein Sohn guckt gerne KIKA. So ab 19h hat er seine Kinderstunde, die für gewöhnlich mit einem regelmäßig variierenden Serien-Event beginnt und mit den Kindernachrichten logo! endet. Dazwischen bringt KIKA Lehrreiches, wie zum Beispiel neulich purplus mit dem Thema über krankmachenden Lärm.

Handwerker ungezogen, ich umgezogen

Ich, als ärztlich und somit nachweislich Hypersensitiver, mag Lärm gar nicht, und vor allem kann ich bei Lärm nicht gut texten. Was aber tun, wenn – so, wie in den letzten MO-NA-TEN erlebt – eine Wohnungssanierung im eigenen Haus stattfindet? Meine Lösung: umziehen. Das ist freilich nicht für jeden eine Option, für mich war es das aber, da ich ja tagtäglich und ganztägig Zuhause arbeite.

Jetzt liegt mein Büro außerhalb der Reichweite dieser furchtbaren Kakophonie aus Bohren, Hämmern und Handwerkerradios, die mich zuletzt doch wirklich veritabel in meiner Arbeit beeinflusst hatten. Doch wieso sinken meine Umsätze bei Lärm? Oder, umformuliert in eine universellere Fragestellung: Warum macht Lärm krank?

Antworten darauf gibt’s hier, bei ZDFtivi.

Denn ich will mich in diesem Artikel lieber in Selbstmitleid ergehen und beschreiben, warum Schreiben bei Lärm unmöglich ist.
Da war also diese Sanierung, so unerträglich laut und penetrant, das Hysterie in mir aufkam: Wie soll ich so Briefings verstehen, Inputs begreifen, sexy Outputs verfassen? Na, gar nicht!

Der Exil-Texter

Also ging ich ins Exil, weil Lärm eine unerschrockene Ablenkung ist, die – ganz objektiv – die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Wenn Du Worte suchst, findest Du sie sicher nicht, wenn Du flankiert wirst von BRUMM hier und RÖHR da. Ganz im Gegenteil, der Lärm lenkt ab, lässt das Adrenalin steigen und tut somit alles andere, als Dich mit Kreativität zu überschütten.

Da musst eich doch tatsächlich meinen damaligen Kunden gestehen, dass ich wegen Lärmbelästigung nicht arbeiten konnte. Peinlich! Keiner versteht mich *heul*! Doch, das Kinderfernsehen versteht mich. Vielleicht werden die Handwerker von Morgen ja jetzt etwas rücksichtsvoller. Oder noch besser: Die Kinder, die KIKA gucken, werden gar nicht erst Handwerker. Amen!

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