Korrekturlesen lohnt sich doch immer

Plakatives Bild mit leicht weit hergeholtem Bezug zum Beitrag – mein (c)

Hach, schön, der Text fertig, die Arbeit fertig und weg damit. Ja, so könnte es gehen in einer fehlerlosen, kinderleichten Texter-Welt. Wie singen die Fantas? „Es könnte alles, so einfach sein – isses aber nich“ Ja, und so grätscht dem Texter auch das Korrekturlesen in den wohlverdienten aber leider noch etwas zu früh eingeläuteten Feierabend. Aber wie ich immer wieder feststelle, lohnt sich das Korrekturlesen auf jeden Fall. Warum, wie lange es dauert und warum das Thema Korrekturen auch ganz schön empfindlich werden kann, hier steht’s – korrekturgelesen, selbstverständlich 😉

Guten Tag, ich bin die Wertschöpfungskette

Ja, so eine Wertschöpfungskette. Bei manchen Produkten besteht sie aus einem Netzwerk an globaler Logistik, vielen Produktionsschritten und Rohstoffen von mehreren Kontinenten. Ich als Texter bin eigentlich alles, was meine Produkte an Wertschöpfungskette brauchen. Ich bin die Wertschöpfungskette – Das wäre vielleicht eine Idee für das nächste Texter-Shirt.

Was mache ich so in meiner Funktion als Kette? Ich bekomme das Briefing vom Kunden, recherchiere inhaltlich und zu Keywords und erstelle den Text, ja und dann lese ich nochmal alles durch. Gerade im Text-Flow, wenn die Ideen nur so sprießen, will sich der Schreiber nicht mit so etwas Lästigem wie Fehlern auseinandersetzen und womöglich darüber einen wertvollen Gedanken verlieren.

Korrekturlesen – ein lästiges Muss?

Also sind Korrekturen nur lästiges aber eben leider unerlässliches Beiwerk wie die unumgängliche Werbung, wenn ich fernsehe oder ein Video online streame? Naja, man muss sich schon etwas aufraffen, um nach Fertigstellung des Texts noch einmal alles durchzulesen und nach Fehlern zu durchforsten. Jedenfalls geht das mir persönlich so. Vielleicht gibt es ja auch Texter, die gerade diesen Part an der Arbeit grandios finden – diese mögen sich bitte bei mir zwecks Kooperation melden 😀 Lästig ist es, aber vernachlässigbar leider nicht, das Korrekturlesen. Und warum?

Kunden wollen fehlerfreie Texte

Ist ja ganz klar, denn vor allem zahlende Kunden erwarten natürlich von ihrem Texter fehlerfreie Texte. Die Entwickler von Games haben es da etwas leichter: Die fangen mal mit einer Beta-Version an, wo Gamer sich schon mal angucken, wie schlimm es um den aktuellen Entwicklungsstatus eines Games bestellt ist und geben dann entsprechendes Feedback. Dann wird das Game irgendwann veröffentlicht und hat immer noch teilweise haarsträubende Fehler. Aber gut, dann wir halt nach-gepatcht. Ein Text ist natürlich viel weniger Komplex, sollte aber natürlich bei der Abgabe fehlerfrei sein, damit der Kunde ihn direkt verwenden kann. Fehler fallen sonst auf ihn zurück und der Kunde schmeißt sie dann dem Texter vor die Füße. Natürlich nicht zu Unrecht.

Korrekturlesen lohnt sich

Deshalb lieber nach dem Schreiben nochmal lesen und somit diese Negativentwicklung im Vorfeld vermeiden. Fehlerfreie Texte machen immer einen guten Eindruck beim Kunden und es lohnt sich eigentlich immer. Wie oben beschrieben, habe ich persönlich einfach manchmal keine Zeit oder Lust, während des Schreibens schon Fehler zu suchen, weil es mir eben in dem Moment wichtiger ist, den Text zu entfalten und die Ideen einzubringen. Fehler stören da wirklich den kreativen Schreibfluss. Aber ich finde doch eigentlich immer welche, wenn ich so eine Word-Seite geschrieben habe und sie mir nachträglich durchlese. Dann denke ich jedes Mal, dass der Aufwand des Korrekturlesens sich doch echt immer lohnt.

Achtung Korrekturschleifen

Ein Aufwand, den manche Kunden auch selbst leisten, indem sie die Texte auch noch einmal in Augenschein nehmen. Manche sind hier auch besonders emsig und dann hagelt es Korrekturwünsche. Passiert mir mittlerweile nicht mehr oft, weil ich im Rahmen von Vorabgesprächen und Briefings versuche, alle Wünsche und Sonderheiten schon als Aperitif vor dem textlichen Hauptgericht abzuklopfen. Aber es kann eben sein, dass man sich mit speziellen Kunden in nahezu endlosen Korrekturschleifen verliert. Davor kann ich nur warnen, wie hier auch zu lesen ist.

Und was ist mit externen Korrekturlesern?

Wieder andere Kunden holen sich aber auch noch einen externen, dritten Korrekturleser ins Boot. Lektoren sind für den Texter ja eigentlich eine Art doppelter Boden, denn schließlich könnte man ja einfach das eigene Korrekturlesen weglassen und sich auf den Lektoren verlassen. Könnte 😉

Sofern sich der Lektor rein auf unstrittige Fehler beschränkt, ist es ja auch nützlich, aber auch hier muss man aufpassen, sich nicht in endlosen Diskussionen über bestimmte Phrasen und Formulierungen zu verlieren.

Wie lange dauert Korrekturlesen?

Aber die meisten Kunden vertrauen darauf, dass sie von ihrem Texter korrekte Texte bekommen, und dieses Vertrauen will man natürlich nicht verletzen. Daher nehme ich mir nur zu gern die Zeit, meine Werke nach ihrer Erschaffung noch einmal durchzulesen und zu korrigieren. Und so viel Zeit nimmt das nun auch nicht in Anspruch, wenn man mal ehrlich ist. Für diesen Text habe ich vier Minuten korrekturgelesen und dabei auch ein paar Fehlerchen entdeckt. Das ist sicherlich ein absolut hinnehmbarer Wert im Verhältnis zu dem Preis, den ein Text mit derartiger Länge erwirtschaften würde. Vier Minuten, die sich also mehr als auszahlen, denn sie werden effektiv genutzt, um Fehler zu korrigieren und so dann die angesprochenen Negativfolgen mit dem Kunden zu vermeiden.

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