Mein USA Blog – Teil 5: Die große Reise nach Montana 1

Ein Mann und sein Auto…

So langsam aber sicher ist etwas Ruhe eingekehrt, ich habe den Jetlag überwunden, mich an die Sprachumstellung gewöhnt und bin jetzt auch „Teil des Rudels“, sprich auch die Kids haben sich jetzt daran gewöhnt, dass „Sebäschten“ jetzt dauerhaft da ist. Und was mache ich? Ich mache erstmal einen 9-tägigen Roadtrip nach Montana. Der war so auch von vorn herein geplant, aber es gab durchaus bis ganz kurz vor’m Start noch einige Unklarheiten. Impressionen von der ersten Etappe kommen jetzt.

Das Navigationsproblem…

Der Plan, nach Montana zu fahren, war schon lange vor der Anreise nach Seattle geschmiedet worden. Was ich dort all die Tage machen würde, war nicht von langer Hand geplant, und noch viel kurzfristiger wurde ein ganz anderes, vielleicht noch dringlicheres Problem angepackt. Denn auf welche Weise ich die insgesamt fast 650 Meilen nach Great Falls navigieren würde, war noch nicht so ganz durchdacht, und das machte mir jetzt doch – eine Stunde vor der Abfahrt – ein bisschen Kopfzerbrechen.

Die Ausgangsposition:

  1. Ich hatte keinen US-Handyvertrag, sodass Google Maps auf dem Handy wegfiel.
  2. Von meiner Gastfamilie habe ein ziemlich altes GPS-Gerät bekommen, bei dem ich aber kein so gutes Gefühl hatte.
  3. Doch vielleicht würde es ja reichen, nur das Handy-GPS einzuschalten und dann Google Maps laufen zu lassen? Nee, ging auch nicht wirklich ohne mobile Daten, und die kosten ne Menge Geld.
  4. Hm…vielleicht mal einen Handyshop in der Nähe anfahren? Vielleicht gibt’s ja irgendeine Prepaid-Variante.

…spontan und recht günstig gelöst

Na klaro! Zum Glück hat T-Mobile ja nicht nur das Stadion der Mariners übernommen, sondern auch ein paar Handy-Stores in der Gegend eröffnet. Zu unser beider Überraschung war das Problem schnell und einfach, 40 $ später und mit einer Mini-SIM-Card gelöst. 30 Tage Datennutzung, Telefonieren mit allem Drum und Dran – Die Navigation war gerettet, und ich konnte mit dem gewohnten Google Maps fahren. Das war sehr erleichternd, und da das erledigt war, gingen wir zufrieden über den OutletParkplatz rüber zu Starbucks, um zu frühstücken.

So einfach kann man hier ein Auto mitnehmen

Danach fuhren wir zu meinem Auto, das ich für den Zeitraum vom 10.-19.07. gemietet habe, meinem Subaru Forester. Leicht in die Jahre gekommen, aber mein edles Ross auf meiner Abenteuerreise. Da mein Vermieter nicht da war, hatte er das Auto einfach unabgeschlossen in der Einfahrt stehen und den Schlüssel stecken gelassen. Eine gute Nachbarschaft macht’s möglich, dachten wir uns.

Auf geht’s ins große Abenteuer

Ich machte ein paar Fotos vom Auto und einen Film, sagte in der App bescheid, dass ich das Auto jetzt abholte und legte der Rückwärtsgang ein und war ab jetzt unterwegs. Als ich aus der Einfahrt fuhr und das Wohngebiet in Richtung Interstate 90 verließ, war ich durchaus euphorisch: Endlich begann der Roadtrip, ich allein mit dem Auto, Hunderte von Meilen vor mir. Ich war sehr aufgeregt und voller Vorfreude.

Die große Freiheit

Es fühlte sich so an, wie ich es mir Wochen vorher auch ausgemalt hatte. Diese schier unendlich Weite dieses Landes, die weite Reise, die vielen Dinge, die es unterwegs zu sehen gibt – Ich liebe Roadtrips und dieser war ein ganz besonderer:

  • Jetzt war ich auch mal selbst am Steuer.
  • Die nahezu unendlichen Möglichkeiten vor mir.
  • Einfach mal die nächste Abfahrt nehmen, beim nächsten Wendy’s rein und einen Kaffee holen.
  • Oder Zwischenstopp im nächsten Ort, um einfach mal ein paar Fotos von der unfassbaren Landschaft zu machen.
  • In „Amiland“ rumfahren, Sonnenbrille auf, die Fenster auf, die besondere Luft schnuppern, die Städte und die Landschaften angucken, und dazu Aerosmith, AC/DC oder Guns ’n‘ Roses im Radio.

Wo ich hinguck, seh ich Gegend

Meine erste Etappe sah vor, von Bellevue bis Davenport zu fahren:

Schon nach kurzer Zeit ging es in die Berge. Viele Pässe durch bewaldete Berg- und Hügellandschaften – sehr schön. Alle US-Staaten haben ihre Sondernamen. Washington ist der „Evergreen State“, wie man sehen kann, aber es geht auch manchmal in Gelbe:

 

Das ist nur eine Auswahl von Aufnahmen von der Fahrt. Ich habe bestimmt 10x angehalten, um Fotos und Filme zu machen, doch ich hätte es auch 20 Mal machen können. Es ist einfach nur schön hier und ich war hingerissen. Und was war ich noch? Immer noch im selben Staat, genauer gesagt in Davenport, kurz vor dem letzten großen Ort in Washington, Spokane.

Welcome to Davenport

Hier bezog ich mein stimmungsvolles Zimmer im Davenport Motel. Ich fand es – sagen wir mal – rustikal und einfach, man könnte auch sagen recht schäbbig. Aber das war ehrlich gesagt nicht nur das, was ich erwartet hatte, sondern auch das, was ich wollte für meinen Roadtrip. America, wie es leibt und lebt, und gehören eben solche Motels am Highway mit dazu:

Miefig, kaputt, verkalkt – so muss das!

Es war schon ein wenig miefig und speckig, die Wandleuchte fiel fast herunter, als ich sie verdrehen wollte und am Wasserhahn im Bad war jede Menge Kalkstein zu sehen. Aber ich mochte es so. Es roch nach Roadtrip, es sah auch so aus. Dafür hatte das Zimmer freies WiFi, eine Klimaanlage, die ich sofort anschmiss und eine Art Möbelwand mit einer Schreibtischfläche (siehe Bild direkt hier drüber), an der ich arbeiten konnte.

…und teure Lebensmittel mal wieder

Und: Direkt auf der anderen Straßenseite war ein Safeway, wo ich Proviant für den Abend und den nächsten Morgen einkaufte:

Gegenüber an der anderen Straßenecke war zudem eine Tankstelle und dort begann ja schon am nächsten Morgen die zweite Etappe des großen Roadtrips von Davenport nach Great Falls. Damit geht’s dann ganz bald weiter!

Dieser Beitrag wurde unter USA Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.