Der aktuelle Senf…

…heute abgegeben zu modernen Spaß-Büros, gelesen bei Spiegel Online: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/wie-firmen-die-grenze-zwischen-arbeit-und-freizeit-verwischen-a-934248.html.

Moderne Arbeitgeber müssen nicht mehr umworben werden, sondern heiße Kandidaten ihrerseits umwerben. Ist der Kandidat zum Mitarbeiter geworden, soll er im Büro komplett gepampert werden, mit der Spielkonsole spielen können, ein Stündchen schlafen gehen und natürlich auch frisch gepressten Obstsaft bekommen.

Spätestens bei Letzterem finde ich es affig, aber es scheint für einige so etwas wie ein Kriterium zu sein, sonst würden es nicht so viele von den großen Vorbildern akupfern. Firmen wie Google etwa sind es, die mit den modernen Spaß-Büros ihre Mitarbeiter zu einem Leben in der Arbeit verleiten möchten und andersherum zum lebenden Arbeiten.

Überall können neben der Arbeit, die natürlich keine ist, Mußestunden verbracht werden, überall stehen Tischtennisplatten und Saftpressen. Die Angestellten sind mehr eine Familie und der Boss – sei er noch so Milliarden schwer – darf natürlich von jedem geduzt werden.

Nicht Mitarbeiter – Familienmitglied!

Das ist eine heile Welt, wie man sie sich als Arbeitnehmer wünscht, bzw. als Familienmitglied. Damit trägt man seinen Teil zur Produktivität der Familie bei und verdient auch noch Geld damit. Viele gestresste Hausfrauen würden sich so etwas wünschen – oder?

Es gibt auch einen SPON-Artikel zum Thema, in dem das als nicht eben erstrebenswert gesehen wird, sich sozusagen auf der Arbeit einzuleben. Die Mitarbeiter würden ausgenutzt, ihnen würden durch die Blume zahllose Überstunden untergeschoben, heißt es da sinngemäß. Da kann man wirklich ins Grübeln kommen und die Foristen tun das auch. Viele halten ebenfalls nichts vom rosa-roten Arbeitsplatz und bezweifeln die selbstlosen Absichten der Duz-Chefs moderner Unternehmen.

„Ey Du, Fu Chengyu“

Eine Idee, die mich dabei interessiert: Wir Deutschen machen gerne alles nach, was in den USA Erfolg hat, nicht nur im Bereich der Privatwirtschaft. Würde so etwas in Asien klappen? Würde sich der Samsung-Chef vom Praktikanten duzen lassen? Oder Herr Fu Chengyu, Sinopec Vorsitzender, des größten chinesischen und weltweit 5. größten Unternehmens nach Umsätzen? Wohl kaum, weil sie ihre eigenen Sachen machen. Und auch hierzulande sollten wir nicht Independence Day nachdrehen und uns vielleicht eher nach einem Unternehmen wie VW richten – Deutscher Unternehmergeist, der weltweit Platz 12 erreicht hat, ist doch auch ein Argument.

 

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