Nicht weiter im Text für Brigitte Redakteure

Gruner + Jahr entlässt alle Redaktuere von Brigitte!
Wohin geht’s für die großen Print-Magazine und inwiefern gehen die Online-Äquivaltente mit? In welche Zukunft die klassischen Verlage blicken, ist sicher eine spannende Sache – doch ungewollt „spannender“ wird es jetzt für all die entlassenen Brigitte Redakteure. Die müssen gehen und jetzt vielleicht ganz neue Seiten an sich entdecken. Kommentar eines bereits freien Online Redakteurs.

Raus aus der abhängigen Beschäftigung

So heißt es jetzt wohl für die ehemaligen Inhouse-Redakteure des Verlages Gruner + Jahr, speziell in der Abteilung Brigitte. Für die Frauenzeitschrift werden ab sofort nur noch Freie schreiben, so berichtet unter anderem Spiegel Online. Gleichzeitig soll stattdessen eine neue Task-Force für die Planung der Inhalte sorgen. Externe Schreiber sollen diese Planungen dann schriftlich umsetzen.

Warum müssen bei Brigitte die Redakteure gehen?

Bei der Zeitschrift stehen Sparmaßnahmen an, so will es der offenbar gebeutelte
Verlag. Es trifft die schreibende Zunft, alle bisher beschäftigten Redakteure werden entlassen und das Ressort wird outgesourct. Statt langjähriger Erfahrung auf externe Texter setzen? Ist das klug? Darüber mag man streiten, aber es ist immerhin ein Trend.

Online Magazine: Professionell verwässerte Berichterstattung

Denn der gesamten Print-Branche geht es schlecht. Auch altehrwürdige Blätter müssen sich mit der Bedrohung Online-Berichterstattung befassen. Daher reagiert so manche Koryphäe geradezu aktionistisch: Wo früher Spiegel-Leser mehr wussten, blinkt es nun bei „SPON“ allen allen Ecken und Enden. Der Kicker zeigt mehr Anzeigen als Ergebnisse. Die Brigitte entlässt ihre erfahrenen Redakteure.

Im Online-Marketing-Rennen bleibt die Qualität auf der Strecke

Neben allgegenwärtigen Werbe- oder Sparmaßnahmen fallen auch immer mehr die User-Kommentare auf, die den Wunsch nach der alten Qualität in der Berichterstattung äußern. Da ist von schlechter Recherche die Rede oder von einem Übermaß an gesponderten Artikeln – hier und dort sind die Leser-Kommentare durchaus interessanter, als die eigentlichen journalistischen Erzeugnisse.

Zu sehr scheinen die (ehemaligen) Printmedien übers Ziel hinauszuschießen, und der journalistische Anspruch muss den Plänen im Remarketing, im Affiliate-Marketing oder der Suchmaschinenoptimierung Platz machen.

Wohin nun mit all den hochqualifizierten Redakteuren?

Wo ist da noch Platz für echte Schreiber? Wann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem Online-Magazine ihre Texte aus Texter-Börsen generieren? Übertrieben? Naja, sparen ist ja wohl angesagt und die Textbörsen haben sich auch weiterentwickelt. Vielleicht passt das ja bald, mit den „5-Sterne-Texten“…
Wie steht es nun um die Branche der großen Magazine, die sich mehr und mehr in „Richtung online“ entwickeln zu scheinen? Den kürzlich geschassten Brigitte Redakteuren kann es ja nun eigentlich gleich sein, doch wohin gehen sie nun? textbroker? machdudas? Oder vielleicht zu einem Magazin, dass sich echte Werte noch leisten kann?

Liebe Kollegen, ich wünsche viel Glück!

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