Mein USA Blog – Teil 4: 4th of July

Wie passend, dass der vierte Blogeintrag auch der zum 4th of July ist. Als hätte ich es so geplant…tststs 😉
Geplant war jedenfalls schon lange im Vorfeld meiner Anreise, dass wir ‚was Schönes an diesem besonderen amerikanischen Tag machen würden. Meine Gastgeberin Nicole schrieb sinngemäß, dass wenn ich die volle Dröhnung USA erleben wollte, wir am vierten Juli das Heimspiel der Seattle Mariners besuchen sollten. Und genau so ist es geschehen.

Kleiner Einwurf noch an dieser Stelle: Am 02.07. wurde Dave’s of Milton von der Essensliste gestrichen:

Der Blauschimmelkäse auf Nicoles Salat war mir sogar für ein Foto zu ekelig…wir wussten jetzt, warum die Gastfamilie in den vergangenen Jahren noch gezögert hatte, dieses Restaurant auszuprobieren 😀

Independence Day – Ein Ereignis wirft seine Schatten voraus

Während man sich offensichtlich in den deutschen Medien fragte, was der US-Präsident sich dabei dachte, eine Militärparade zu veranstalten, rauschten exerzierende Kampfjets über unsere Köpfe hinweg, als wir am 03.07. im Point Defiance Zoo nahe Seattle waren. Die armen Tiere mussten gedacht haben, der Herrgott höchstpersönlich würde sie donnernd zu sich holen, denn sie versteckten sich vor den lauten Jets unter Sträuchern und Felsen.
Auch sonst überall krachte es: Wie auch an den Abenden davor, probierten hier und da überall die Leute ihre Sylvester-…äh Independence Day Böller und Raketen aus.

Erstmal alles wie üblich

Am 4th of July selbst war erstmal alles wie es sonst auch war. Klar, es ist ein Feiertag, die Family war komplett zuhause, aber ich arbeitete und im Grunde gab es kein „Happy 4th of July“ oder irgendeinen Sommer-Tannenbaum in der Ecke. Eigentlich ein Tag wieder jeder andere. Dann fuhren wir aber los zum Baseballstadion, dem T-Mobile Park, wie das Stadion aufgrund seines neuen, deutschstämmigen Sponsors jetzt heißt.

Skyline, Stadion, Skyline – Eindrucksvoll, auch an jedem anderen Tag

Nach einer ca. halbstündigen Fahrt kam die Skyline von Seattle Downtown zum Vorschein, und das war schon ein sehr beeindruckender Anblick. Es ist schon ‚was anderes, ob man eine deutsche oder generell die meisten europäischen Innenstädte sieht oder eine amerikanische mit diesem typischen Wall aus zur Mitte hin stetig anwachsenden Hochhäusern. Ich beteiligte mich mal kurz an keinen Gesprächen mehr, sondern guckte mir so lange wie möglich die Skyline an. Kurz davor sind zwei Stadien gelegen, der T-Mobile Park und das Century Link Field direkt daneben – das Footballstadion der Seahawks.

Ich seh aus wie ein Ami 😉

Nachdem ich beim Warten auf unseren Platz im Parkhaus meiner Gastfamilie „In dieser Nacht“ von Neon vorgespielt hatte, ging es leicht beohrwurmt durch die Menschenmenge zu unseren Sitzen. Ich hatte einen Independence Day Hut bekommen, und mit meiner Sonnenbrille dazu war ich als Deutscher eigentlich kaum noch zu erkennen – Und im Stadion sah ich sie Skyline dann auch nochmal wieder, diesmal wollte ich uns beide auf Fotos festhalten:

Wie interessant ist Baseball eigentlich?

Ja, die Kulisse war schon sehr eindrucksvoll, das Licht war super, es wehte ein angenehmer Wind durchs Rund und – ach ja – da unten wurde ja auch noch Baseball gespielt. Tja, wie finde ich das? Also ich fasse es mal so zusammen:

  1. Das Spiel beginnt einfach so, ohne großes Tamtam und damit irgendwie untypisch für Amerikaner. Plötzlich fliegen da unten die Bälle, ohne Anpfiff oder eine Ansage.
  2. Auch die Amerikaner selbst gucken oft gar nicht wirklich hin, quatschen miteinander, gucken auf die Smartphones, gehen Essen holen oder zur Toilette und verpassen dann auch einfach mal ein oder zwei Innings. So habe ich zum Beispiel den ersten Homerun verpasst, weil ich auf dem Weg zum Klo war…
  3. Die gigantische Anzeigetafel (muss mindestens 1.000 qm groß gewesen sein), lenkt teilweise echt davon ab, das eigentliche Spiel zu beobachten.
  4. Auch wenn ich das Spiel nur zur Hälfte verstehe, habe ich damit nach Aussage meiner Gastfamilie vielen anderen Zuschauern damit immer noch einiges voraus.

Insgesamt ist die Atmosphäre sehr familiär. Man geht hier nicht hin, um sich großartig mit dem Sport an sich zu beschäftigen. Anders als in deutschen Fußballstadien, wo man sich wirklich 45 Minuten auf das Spiel konzentriert, ist Baseball eher so eine Art Familienevent: Zuckerwatte kaufen, Fotos machen, gemeinsam einen Nachmittag was Schönes machen und damit war das vielleicht für den 4. Juli das perfekte Event.

Und der Patriotusmus?

Dass die Amerikaner ihre Nation besonders lieben, habe ich hier und am 4. Juli gleich mehrmals bemerkt. So wollte ich im Souvernirladen eine Mariners-Kapuzenjacke kaufen, weil der Wind im Stadion doch unerwartet frisch war und eine Mütze, weil ich doch eine andere Kopfbedeckung brauchte. Als ich an der Kasse stand und bezahlen wollte, ertönte aber aus mehreren Fernsehern und Lautsprechern die Nationalhymne und ich musste warten, bis der Kassierer fertig mit Singen war. Übrigens verharrten auch alle anderen Kunden in dem Laden in derselben Pose, bis das Lied zuende war. Man hört und liest ja davon, dass das hier so sein soll, aber wenn man es so direkt mitbekommt, als einziger, der nicht die Hand auf die Brust gepresst hat…

Und nochmal Patriotismus

Aber habe ich es nicht genau so erwartet? Unerwartet aber eigentlich folgerichtig kam dann auch der Besuch eines Veteranen im Stadion. Er hatte im „WWII“ – also im Zweiten Weltkrieg – für sein Land gekämpft, kam nun mit einem Gehstock auf den Rasen und wurde mit einem Einspieler auf der Videowand geehrt. Ich kann es nicht alles wiedergeben, was in dem Film gesagt wurde, aber irgendwie war es so hollywood-mäßig aufgemacht, dass ich dachte ‚Mensch Alter, geile Sache, dass Du das damals mitgemacht hast‘ – Schließlich ist es ja wirklich mehr als ehrenwert, dass die Alliierten Europa damals von den Achsenmächten befreit haben, absolut keine Frage! Nur hatte ich dann nicht das Gefühl, aufstehen, klatschen und weinen zu müssen, wie viele um mich herum. Aber so ist das hier eben.

Ein Hauch von Sylvester – Feuerwerk gucken mit der Drohne

Auf dem Rückweg wurde dann noch Feuerwerk gekauft. Safeway hatte offen – die haben IMMER offen -, da kauften wir dann noch unser ID4-Diner, also fast alles, was die im ersten Teil des Blogs beschriebene Fertigspeisenvielfalt so zu bieten hat. Und dann warteten wir, bis es dunkel wurde. Während die Kids unter Moms wachsamen Augen ein paar Funken in die Dunkelheit malten, durfte ich mit der Drohne die „Bigger Ones“ aus 200 Metern Höhe angucken – War auch ganz nett, aber dann kamen die Mücken und ich ging.

Die Seahawks haben übrigens 4:5 gegen die Cardinals aus St. Louis verloren.

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Mein USA Blog – Teil 3: Sabatian, Gig Harbour und erster Arbeitstag

So, liebe Leute, ich hole auf, was die Blogeinträge angeht, denn ich fass jetzt ein paar Tage zusammen. Es kann ja nicht jeden Tag so Spektakuläres abgehen, wie das Minigolf-Match vom Samstag, dem 29.06. – Wir fahren fort mit den Problemen, die mein Name den Amerikanern anscheinend macht, unserer Exkursion zu einem echt wunderbaren Fleckchen Erde und mit dem finalen Überwinden des Jetlags!

Übrigens: Ich habe beschlossen, für viele weitere Details und Impressionen von unterwegs jetzt doch auch parallel auf Twitter zu posten. Guckt mal rein unter dem Hashtag #sebinusa

Gestatten, mein Name ist „Sabatian“

Schon die Kinder meiner Gastfamilie (5 und 3 Jahre jung) hatten so ihre Probleme mit meinem Namen. Sie waren sich auch ohnehin nicht ganz sicher, wie sie mich eigentlich jetzt nennen sollen. Wir hatten Geomez ganz am Anfang (das war der Spitzname, den ihre Mama damals in den späten 90ern für mich hatte), dann war es friend, guest oder auch einmal Dad 😀 Mittlerweile sind sie auf Sebastian umgestiegen, „because that is his name„, können es aber noch so ganz richtig aussprechen, weswegen wir uns jetzt bei „Sebäschtän“ eingependelt haben.

Viel leichter scheint es aber auch den erwachsenen Amerikanern nicht zu fallen, meinen Namen auszusprechen, wie man hier, auf der Quittung von Wendy’s, sehen kann:

„Sabatian“… Naja, das Eis war trotzdem lecker.

Wendy’s war übrigens ein Wunsch von mir, ich konnte mich erinnern, dass es da ganz lecker ist. Aber wir hatten noch mehr auf der Liste, wie zum Beispiel Denny’s, ein Hawaiianisches Diner oder auch Dave’s of Milton – dazu im nächsten Beitrag noch etwas mehr. Immer, wenn wir was Leckeres sehen oder über so ein Restaurant sprechen, heißt es „Put it on the list“ und dann versuchen wir, da bald mal essen zu gehen.

Gig Harbor – Och, lasst mich einfach hier

Wendy’s lag jedenfalls auf unserem Weg Richtung Gig Harbor. Wir kletterten also alle Fünf in den Subaru und fuhren zum beliebten Ausflugsziel. Gig Harbor ist ein wunderbarer Küstenort, der versteckt in einem der vielen Sounds hier liegt:

Es ist einfach n Träumchen dort:

…also ich würd‘ hier wohl wohnen können.

Mach’s gut, Jetlag!

Nach diesem wunderbaren Sonntagsausflug, den wir noch über das Umland ausgedehnt hatten, ging dann am darauffolgenden Montag der Ernst des Lebens wieder los. Alle mussten arbeiten, ich auch. Ich würde sagen, dass an diesem 01.07. der Jetlag endgültig und nach drei Nächten überwunden war. Und so war ich auch wieder fit zum Arbeiten. Das ist wohl das Gute an einem Mobile Office: Man nimmt es einfach mit in den Urlaub 😎

Und nun war es auch nicht mehr lange bis zu einem Highlight in eben jeden Urlaub und auch zu einem Jahr in Amerika: Der 4th of July, der wichtigste Nationalfeiertag in den USA, stand bevor. Mehr zur Stimmung am Indepenence Day und dem aufregenden Special, das wir uns für diesen ohnehin schon besonderen Tag überlegt hatten, gibt’s im nächsten Beitrag. Stay tuned!

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Mein USA Blog – Teil 2: Der Markt der Welt, Minigolfen, bare Dollars

So, liebe Reise-Fans, weiter geht’s auch schon mit dem Report: Der Sebastian geht auf große Reise. Nachdem ich im letzten Artikel, der ja gleichzeitig auch der erste war, erst einmal hier hinfliegen und ankommen musste, geht’s nun weiter ins erste Wochenende in den USA.

Immer noch so müde

Wie das wohl leider so ist, ist man immer noch ziemlich müde mit einem so dicken, fetten Zeitunterschied, selbst wenn man gute 9 Stunden geschlafen hat. So geschehen in meiner ersten Nacht in meinem wunderbaren Gästezimmer. Ich war so zwischen 5 und 6 Uhr wach und damit natürlich der erste, aber ich bin ja hier super versorgt mit Wi-Fi, einem gut gefüllten Kühlschrank und drei verschiedenen Arten von Kaffeemaschinen.

Geschenke für Oma kaufen

Natürlich soll sich meine – sagen wir Gastfamilie – in keinster Weise umstellen, so lange ich hier bin. Ich möchte miterleben, keine großen Sightseeing-Touren machen oder alle nach meiner Pfeife tanzen lassen. Oma und Opa der Kleinen hier hatten sich für heute Nachmittag angekündigt, und dafür mussten noch Geschenke organisiert werden. Also fuhren wir los, um entsprechende Erledigungen zu machen.

Mal wieder erstaunt von Sortimenten

Dazu fuhren wir ein Weilchen von Milton nach Tacoma und besuchten den selbsternannten World Market. Dort fand ich einige interessante Dinge:

Hier im World Market kauften wir übrigens auch das von mir gewünschte Vollkornbrot – Das gesunde Frühstück war also gerettet, wenn ich auch lieber Pumpernickel gehabt hätte oder wenigstens ein Vollkornbrot, bei dem man nicht schmeckt, dass es ein Ladenhüter war.

Wiedersehen nach 20 Jahren

Kurze Zeit später waren die Einkäufe gemacht und wir gingen zu einer Art Coffee-Shop, einem dieser Kaffees, in dem sich zum Beispiel in meinem ehemaligen „Kiez“ die Capucchino-Mütter gerne sehen lassen. Damit war dann auch ein Schmackofatz für Oma organisiert und es ging zurück nach Milton, wie immer begleitet von jeder Menge angewandtem Sprachtraining und interessanten Reiseinformationen all der Dinge, die man vom Auto sehen kann.

Dann halten wir meine Wunschliste bzgl. gesundes Essen (abermals bei Safeway, dem Supersupermarkt) ab und ich traf meine Gastgeber vom letzten Seattle-Aufenthalt in 1999 wieder. Das war schon sehr cool! Wie ich erfuhr, haben wir damals wohl die gesamten Vorräte an Oreos und Dr. Pepper wie Heuschrecken vernichtet  😀

Minigolf in USA

Nun aber zum Highlight des Tages: dem amerikanischen Minigolfplatz! Die Bahnen in Deutschland sind ja im Prinzip alle ziemlich gleich. Kennse einen, kennse alle. Aber hier war für mich alles neu:

  • Die Bahnen sind nicht aus Stein, sondern aus einem frisch-grünen Rasenteppich.
  • Das Betreten der Bahnen ist nicht nur erlaubt (während man hierfür in Deutschland fast schon eine saftige Vorstrafe riskiert), sondern nötig, um überhaupt weiterzukommen.
  • Total anderes Bahnen-Design als bei uns mit meterlangen Tunneln oder Wasserlauf-Schikanen.
  • Die Minigolfbälle sind sehr „bouncy“, nicht so hat wie unsere, sodass man viel weicher schlagen muss – Das hat mich wohl auch den Sieg gekostet…

Richtig fein essen gehen – oder?

Nach dem anstrengenden Sportprogramm mussten wir uns alle stärken und das Geburtstagskind hatte sich ein Diner in einem Restaurant gewünscht, auf das wir erst einmal eine Stunde warten mussten. Da fiel mir diese charmante Kreuzung auf, die für mich so typisch amerikanisch aussah:

 

…und gegenüber dieser 7 Eleven, ein günstiger Supermarkt, in dem auch ein ATM steht (also ein Geldautomat) und in dem ich somit endlich mein eigenes Bargeld abheben konnte. Meine ersten eigenen Dollars 🙂

Nachdem wir uns die Zeit in einem hübschen Park in diesem lustigen Ort namens Pullayup vertrieben hatten, gab’s dann auch endlich Happihappi:

Auch der zweite Tag war wieder voller Impressionen für mich, und das sollte in den nächsten Tagen natürlich auch noch so weitergehen. Lest demnächst: Wie zum Teufel spricht man eigentlich Sebastian aus, wo die beneidenswerten Menschen von Gig Harbour wohnen & die Aktivierung des Mobile Office. Schüssi!

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Mein USA Blog – Teil 1: Anreise, Jetlag, erste Eindrücke

Der Sebastian geht auf große Reise. Da musste ich erst über 8.000 km wegfliegen, um mal wieder an mein Blog zu denken. Aber jetzt gibt es auch wirklich und endlich mal wieder ‚was zu berichten, und zwar meine Reise nach Seattle. Die wird mehr als einen Monat andauern und einiges zu bieten haben – Aber erstmal musste ich sie antreten und hinkommen, und das hat eine ganze Weile gedauert.

Fast 20 Stunden auf Achse

Begonnen hat das Ganze in Düsseldorf, wo ich nicht nur meine Reisevorbereitungen treffen, sondern zu allem Überfluss auch noch zwei Tage vorher und bei Rekordhitze umziehen (lassen) musste. Von dort aus ging es nach Emmerich. Von da aus brachte mich meine Mutter liebenswürdigerweise am nächsten Morgen um 5 Uhr nach Amsterdam. Ich habe diesen Flughafen gewählt, weil ich unbedingt einen zeitraubenden Zwischenstopp vermeiden wollte. Gut, dass ansonsten alles so schnell ging:

  • 1 Stunde Fahrt von Düsseldorf nach Emmerich
  • 2 Stunden Fahrt nach Amsterdam
  • 3 Stunden Aufenthalt in Amsterdam – warum auch immer!?!
  • 10 Stunden Flug nach Seattle
  • 0,5 Stunden warten am Gateway
  • 1,5 Stunden Wartezeit auf die Passport-Kontrolle
  • 0,5 Stunden Fahrt von Tacoma nach Milton

Mein erster Flug seit 2006 war…

Gut, wenn man sich auf so eine Reise begibt, ist das ja alles relativ positiv aufregend, und bis wir ungefähr über Island waren, war das ja auch alles noch ganz witzig. Aber dann fiel mir auf, dass ich immer noch acht Stunden zu fliegen hatte. In der Kopflehne des Vordersitzes war ja zum Glück so eine Art Tablet mit so einer Art Streaming-Dienst. Folgende Filme habe ich gesehen:

  • Predator, das Original aus 1987 – in Englisch, Arnie ist einfach so drollig im Original.
  • The Meg – Riesenhai entdeckt die große, weite, leckere Welt.
  • Arctic – Hätte ich schlafen können, hätte mir dieses „Cast Away“ im Eis wahrlich dabei helfen können, gähn.

So müde

Doch leider musste ich feststellen, dass ich nicht im Flugzeug schlafen konnte. Nach einer nur ca. 4-stündigen Nacht in Emmerich musste ich also bis zu meiner Ankunft in Seattle durchhalten – und darüber hinaus. Als ich am Airport ankam, war ich bereits seit 15 Stunden wach – Was normalerweise so ca. mein Tagesende markiert. Aber es war ja irgendwie wieder erst Vormittag!! Die ca. zweistündige Warterei am Flughafen SEA-TAC war ja zum Glück sehr abwechslungsreich, sodass ich…nee, das war wirklich nicht hilfreich. Und während ich im Flugzeug alle 90 Minuten aufstehen musste, weil ich nicht mehr sitzen konnte, taten mir mittlerweile die Beine vom Stehen weh.

Die Schlange an der Passport-Kontrolle war mindestens 200 Leute stark (ich habe ein Foto, das ich aber wohl eigentlich nicht hätte machen dürfen, deswegen zeig ich’s hier mal lieber nicht). Das war mehr Anstehen als an der besten Achterbahn in Disneyland. Aber wie sagten die komischen Jungs aus Rumänien in der Schlange vor mir: „At least we are in America“ – yeah, right :/ …

24 Stunden wach

Nachdem mir der Police-Officer in der Passport-Kontrolle ein paar ziemlich verstörende Fragen gestellt hatte, durfte ich ENDLICH zur Gepäckausgabe, wo sich die Koffer von mindestens drei Flügen schon stapelten. Dann noch eben mit der flughafeneigenen U-Bahn eine Station gefahren und da waren sie endlich, am Ende eine Rolltreppe: drei Mitglieder meiner vierköpfigen Gastgeberfamilie! Die Freude war groß, die Müdigkeit aber auch.

Aber ich hatte beschlossen, bis mindestens 20:30 h deutscher Zeit wach zu bleiben. Das würde sicherlich helfen, den Jetlag möglichst schnell zu überwinden, das wären dann aber auch insgesamt 24 Stunden wach und es waren auch noch fast 6 Stunden bis dahin.

Och Mist, ich muss ja jetzt Englisch sprechen

Doch jetzt, frisch angekommen und die Koffer im Subaro SUV verstaut, war erstmal Englischsprechen angesagt. Meine Konzentration war jetzt freilich nicht mehr die beste, aber jetzt ging die eigentliche Denkarbeit erst so richtig los. Wie hieß nochmal das, was war nochmal die Vokabel für…? Aber mir wurde bereits im Stau auf der Rückfahrt ein tolles Vokabular attestiert. Von einer Muttersprachlerin! Alles gut.

Das erste Mal USA seit 1999

Alles Weitere war dann erstmal Impressionen aufsaugen: Im Urlaub und in manchen anderen Ländern ist es einfach so, ein anders Licht, ein anderer Geruch, eine ganz andere Atmosphäre. Ich fand es erstmal einfach nur cool, seit 20 Jahren mal wieder in Seattle zu sein. Was für’n cooler Highway, was für Riesen-Trucks, oh wow, guck mal, ein VW! Dann verließen wir den Highway und ich sah direkt so viele Unterschiede, wie zum Beispiel Ampeln, die an Kabeln und auf der anderen Seite der Kreuzungen hängen. Und ich sah die gigantische Anzahl von Fastfood-Restaurants und da wollte ich jetzt hin.

Make yourself at home

Es ging zu Taco Time (hier) und danach zu Starbucks, die im Prinzip denselben Parkplatz teilen. Erst aß ich einen Burrito und trank danach meinen geschätzt 10. Kaffee an diesem Tag, der eigentlich mittlerweile schon zwei Tage war. Das taten wir in meinem Zuhause für die nächsten knapp fünf Wochen, ein wunderschönes 7-Zimmer-Haus, in dem ich ein eigenes Gästezimmer mit Riesen-TV, Klimaanlage und natürlich einem Boxspringbett habe. Sehr cool, ich fühlte mich gleich vollkommen willkommen.

Ab in den Supermarkt: Puh, ist das alles teuer hier

Dann ging es zum Supermarkt, der wirklich ziemlich supergroß ist. Safeway, noch nie gehört, aber auch so schnell nicht mehr vergessen: Unglaubliches Sortiment. Von allem gibt es hier viel. Außer Vollkornbrot. Außerdem ist es sehr teuer. Eine Packung Walnüsse ca. 250 Gramm zum Beispiel 6$ usw. Dafür eine unfassbare Auswahl an Fertiggerichten von amerikanischen Gerichten wie Chicken Alfredo über Riesen-Sandwiches bis hin zur Theke mit eingebautem Chinarestaurant, mit allem, was man zuhause nur von KFC kennt, einem Dutzend verschiedener Salate und 20 Meter weiter rechts dasselbe nochmal mit Donuts, Torten, Pie und, und, und. Doof nur, dass ich meine Ernährung seit Februar umgestellt hatte und schon sehr fein abgenommen hatte…

Naja, aber das Thema gesundes Einkaufen, Essen und Bewegen haben wir dann in späteren Einträgen. Und verpassen solltet Ihr außerdem nicht: Minigolf in America, Kölsch aus Alaska und natürlich den 4th of July! In diesem Sinne, bis bald!

 

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Gedanken zur Digitalisierung

Viele Versuche der Definition des Begriffs Digitalisierung scheitern manchmal, weil sie nicht in die Breite gehen. Denn Digitalisierung ist nicht mit einer Erklärung, bzw. einem allein stehenden Aspekt dieses Wandels hin zum Digitalen erklärbar. Die Digitalisierung ist – soweit lässt sich das simpel und in einem Satz sagen – eine Entwicklung zu einem digitaleren Leben. Wie aber auch das Leben selbst ist dieser Wandel vielseitig und hält in viele Bereiche des Lebens Einzug, von der Arbeit über das Privatleben bis hin zu der Frage, ob es sich bei der Digitalisierung um eine plötzliche Umwälzung oder einen fast schon natürlichen Prozess handelt.

Digitalisierung elektronischer Geräte

Ein Aspekt der Digitalisierung, der eigentlich jedem auffällt, ist die Entwicklung elektronischer Geräte und ihrer Peripheriegeräte. Ein ganz einfaches und verständliches Beispiel ist der Computer. Er hat in seinen Anfängen noch ganze Räume gefüllt, ohne dabei eine herausragende Rechenleistung im heutigen Maßstab zu erzielen. Heute – so berichtet die Folklore – erbringt ein handelsüblicher Laptop mehr Leistung als die gesamte Nasa-Leitstelle bei der ersten Mondlandung.

Die Digitalisierung in unserer Hand

Hinzu kommen zahlreiche weitere Beispiele dafür, dass die Digitalisierung sich praktisch in unseren Händen abspielt: Vor allem mit dem Start von Handys und zu Beginn des Jahrtausends durch die Smartphones vollzog sich Digitalisierung sozusagen bei jedem von uns mit dem nächsten Vertragshandy. Aktuelle Telefone können, wozu man früher zehn verschiedene Einzelgeräte brauchte von Kamera über Organizer und Taschenrechner bis hin zum Internet-Browser hat die Digitalisierung alles ins Taschenformat komprimiert.

Digitalisierung im Privatleben

Damit seien auch schon zwei große, wichtige Beispiele für Digitalisierung im Privaten genannt. Doch die Geräte können nicht nur sehr viel, sie sind auch Antrieb der sozialen Netzwerke. Manchmal werden sie als Fluch, manchmal als Segen empfunden, soziale Netzwerke werden durch die Digitalisierung (nicht zuletzt auch der mobilen Endgeräte) erst ermöglicht; ebenso wie alles, was wiederum durch diese sozialen Medien möglich wird: Vom Teilen der Urlaubsfotos bis hin zur Manipulation von Präsidentschaftswahlen hat die Digitalisierung nachhaltig die Welt verändert.

Vernetzung von Geräten

Damit einher geht auf der technischen Ebene natürlich auch die Vernetzung von Elektronikgeräten. Auch hier spielen Smartphones eine Rolle, aber es geht mehr und mehr auch noch einen Schritt weiter, zum Beispiel bei den Smart Homes. Hier sind alle Geräte irgendwie smart, der Kühlschrank kann seinem Besitzer seinen aktuellen Kalorienverbrauch nennen oder auch schon mal im Hintergrund den nächsten Wocheneinkauf bestellen. Die Waschmaschine kann neues Waschmittel ordern und Smart Speaker wie zum Beispiel Amazon Echo (auch als „Alexa“ bekannt) sind sowieso allgegenwärtig, dimmen das Licht oder zählen die Minuten herunter, bis die Aufbackbrötchen fertig sind.

Digitalisierung im Job

Viele Errungenschaften der Digitalisierung sind natürlich auch im Berufsleben interessant. So verändern sich durch die Digitalisierung die Arbeitsmittel und Arbeitsplätze, aber auch die Arbeitsweise geht den Prozess der Digitalisierung mit. Traditionelle Arbeitsstrukturen sind im tertiären Sektor und vor allem im Quartärsektor nicht mehr gefragt, weswegen Ältere sich durchaus auch vor der Digitalisierung fürchten.
Letztlich ist die Digitalisierung durchaus mit der industriellen Revolution vergleichbar. Sie bringt tiefgreifende Veränderungen im gesamten Spektrum des menschlichen Lebens mit, die in ihrer Tragweite heute nicht vollkommen abzusehen sind.

Ein Text, der ursprünglich für einen Kunden gedacht war, der mir dann aber so gut gefallen hat, dass ich ihn lieber für mich behalte 🙂
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Korrekturlesen lohnt sich doch immer

Plakatives Bild mit leicht weit hergeholtem Bezug zum Beitrag – mein (c)

Hach, schön, der Text fertig, die Arbeit fertig und weg damit. Ja, so könnte es gehen in einer fehlerlosen, kinderleichten Texter-Welt. Wie singen die Fantas? „Es könnte alles, so einfach sein – isses aber nich“ Ja, und so grätscht dem Texter auch das Korrekturlesen in den wohlverdienten aber leider noch etwas zu früh eingeläuteten Feierabend. Aber wie ich immer wieder feststelle, lohnt sich das Korrekturlesen auf jeden Fall. Warum, wie lange es dauert und warum das Thema Korrekturen auch ganz schön empfindlich werden kann, hier steht’s – korrekturgelesen, selbstverständlich 😉

Guten Tag, ich bin die Wertschöpfungskette

Ja, so eine Wertschöpfungskette. Bei manchen Produkten besteht sie aus einem Netzwerk an globaler Logistik, vielen Produktionsschritten und Rohstoffen von mehreren Kontinenten. Ich als Texter bin eigentlich alles, was meine Produkte an Wertschöpfungskette brauchen. Ich bin die Wertschöpfungskette – Das wäre vielleicht eine Idee für das nächste Texter-Shirt.

Was mache ich so in meiner Funktion als Kette? Ich bekomme das Briefing vom Kunden, recherchiere inhaltlich und zu Keywords und erstelle den Text, ja und dann lese ich nochmal alles durch. Gerade im Text-Flow, wenn die Ideen nur so sprießen, will sich der Schreiber nicht mit so etwas Lästigem wie Fehlern auseinandersetzen und womöglich darüber einen wertvollen Gedanken verlieren.

Korrekturlesen – ein lästiges Muss?

Also sind Korrekturen nur lästiges aber eben leider unerlässliches Beiwerk wie die unumgängliche Werbung, wenn ich fernsehe oder ein Video online streame? Naja, man muss sich schon etwas aufraffen, um nach Fertigstellung des Texts noch einmal alles durchzulesen und nach Fehlern zu durchforsten. Jedenfalls geht das mir persönlich so. Vielleicht gibt es ja auch Texter, die gerade diesen Part an der Arbeit grandios finden – diese mögen sich bitte bei mir zwecks Kooperation melden 😀 Lästig ist es, aber vernachlässigbar leider nicht, das Korrekturlesen. Und warum?

Kunden wollen fehlerfreie Texte

Ist ja ganz klar, denn vor allem zahlende Kunden erwarten natürlich von ihrem Texter fehlerfreie Texte. Die Entwickler von Games haben es da etwas leichter: Die fangen mal mit einer Beta-Version an, wo Gamer sich schon mal angucken, wie schlimm es um den aktuellen Entwicklungsstatus eines Games bestellt ist und geben dann entsprechendes Feedback. Dann wird das Game irgendwann veröffentlicht und hat immer noch teilweise haarsträubende Fehler. Aber gut, dann wir halt nach-gepatcht. Ein Text ist natürlich viel weniger Komplex, sollte aber natürlich bei der Abgabe fehlerfrei sein, damit der Kunde ihn direkt verwenden kann. Fehler fallen sonst auf ihn zurück und der Kunde schmeißt sie dann dem Texter vor die Füße. Natürlich nicht zu Unrecht.

Korrekturlesen lohnt sich

Deshalb lieber nach dem Schreiben nochmal lesen und somit diese Negativentwicklung im Vorfeld vermeiden. Fehlerfreie Texte machen immer einen guten Eindruck beim Kunden und es lohnt sich eigentlich immer. Wie oben beschrieben, habe ich persönlich einfach manchmal keine Zeit oder Lust, während des Schreibens schon Fehler zu suchen, weil es mir eben in dem Moment wichtiger ist, den Text zu entfalten und die Ideen einzubringen. Fehler stören da wirklich den kreativen Schreibfluss. Aber ich finde doch eigentlich immer welche, wenn ich so eine Word-Seite geschrieben habe und sie mir nachträglich durchlese. Dann denke ich jedes Mal, dass der Aufwand des Korrekturlesens sich doch echt immer lohnt.

Achtung Korrekturschleifen

Ein Aufwand, den manche Kunden auch selbst leisten, indem sie die Texte auch noch einmal in Augenschein nehmen. Manche sind hier auch besonders emsig und dann hagelt es Korrekturwünsche. Passiert mir mittlerweile nicht mehr oft, weil ich im Rahmen von Vorabgesprächen und Briefings versuche, alle Wünsche und Sonderheiten schon als Aperitif vor dem textlichen Hauptgericht abzuklopfen. Aber es kann eben sein, dass man sich mit speziellen Kunden in nahezu endlosen Korrekturschleifen verliert. Davor kann ich nur warnen, wie hier auch zu lesen ist.

Und was ist mit externen Korrekturlesern?

Wieder andere Kunden holen sich aber auch noch einen externen, dritten Korrekturleser ins Boot. Lektoren sind für den Texter ja eigentlich eine Art doppelter Boden, denn schließlich könnte man ja einfach das eigene Korrekturlesen weglassen und sich auf den Lektoren verlassen. Könnte 😉

Sofern sich der Lektor rein auf unstrittige Fehler beschränkt, ist es ja auch nützlich, aber auch hier muss man aufpassen, sich nicht in endlosen Diskussionen über bestimmte Phrasen und Formulierungen zu verlieren.

Wie lange dauert Korrekturlesen?

Aber die meisten Kunden vertrauen darauf, dass sie von ihrem Texter korrekte Texte bekommen, und dieses Vertrauen will man natürlich nicht verletzen. Daher nehme ich mir nur zu gern die Zeit, meine Werke nach ihrer Erschaffung noch einmal durchzulesen und zu korrigieren. Und so viel Zeit nimmt das nun auch nicht in Anspruch, wenn man mal ehrlich ist. Für diesen Text habe ich vier Minuten korrekturgelesen und dabei auch ein paar Fehlerchen entdeckt. Das ist sicherlich ein absolut hinnehmbarer Wert im Verhältnis zu dem Preis, den ein Text mit derartiger Länge erwirtschaften würde. Vier Minuten, die sich also mehr als auszahlen, denn sie werden effektiv genutzt, um Fehler zu korrigieren und so dann die angesprochenen Negativfolgen mit dem Kunden zu vermeiden.

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Einfach Spam Emails erkennen

Spam-Emails sind fast so alt wie das kommerzieller Internet. Sie tröpfeln quasi den ganzen Tag über so rein und sorgen dafür, dass der Spam-Filter sich nicht überflüssig fühlt. Was aber, wenn er doch mal eine durchflutschen lässt? Ich habe heute mal wieder so eine im Posteingang gehabt, die sich gleich an mehreren Stellen als Spam verrät.

Spam Mails an Fehlern erkennen

Eine Taktik hinter den Spam Mails ist, sich als ein vertrauenswürdiger Absender zu tarnen, um so dann die Empfänger zum Klicken zu bringen. Diese Tarnkappen-Funktion hat in diesem Fall das Unternehmen „Saturn“ inne (sicher unfreiwillig):

Spam Mails erkennen an Fehlern

Doch wer hier denkt, dass hier wirklich das echte Unternehmen mit einer Gutscheinkarte winkt, handelt unüberlegt. Dabei muss man eigentlich gar nicht groß überlegen, sondern sich nur allein mal diesen merkwürdigen Betreff ansehen:

=?UTF-8?Q?Du wurdest als einer der m�glichen Gewinner ausgew�hlt ?=

Äh ja, ist klar! Komischer Buchstabensalat direkt zum Einstieg und keine Umlaute in der Orthographie verfügbar. Sieht aus, als käme diese Nachricht wirklich direkt vom Saturn

Spam Indiz Absender-Adresse

Auch ein Blick auf die Absender-Adresse macht stutzig: <from@XYZ.com> (ich habe mal sicherheitshalber die Adresse verfremdet, in den modernen Datenschutzzeiten weiß man ja nie). XYZ steht für einen Absender, der ganz offensichtlich nichts mit dem Unternehmen „Saturn“ zu tun hat. Zwar lautet der angezeigte Absendername „Saturn“, aber den kann jeder so gestalten, wie er will. Ich könnte auch so in jedem Posteingang angezeigt werden oder auch als King George oder sogar Boy George, wenn mir der Sinn danach stünde.

Keine Fehler bei echten, vertrauenswürdigen Absendern

Solche Fehler macht kein Unternehmen wie Saturn in einer ernst gemeinten Email-Marketing-Kampagne. Doch wenn wir weiterlesen, finden wir ja noch viel mehr knackige Fehler:

  • „Lieber(r) (Herr) (Frau)“ ist gleich mehrfach falsch. Hier sind zwar keine Rechtschreibefehler, aber es ist formal einfach total daneben.
    • In einer Email-Kampagne, für die ich mich angemeldet habe, kennen die Absender meinen Namen, weil ich ihn ihnen extra dafür zur Verfügung gestellt habe. Daher werde ich grundsätzlich persönlich und namentlich angesprochen. Fehlt die persönliche Ansprache, oder steht da so ein Murks wie hier, ist das ein starkes Indiz für Spam.
  • Dann fehlt nach der Ansprache ein Komma und der folgende Satz würde korrekterweise klein weiter geschrieben.
  • Der zweite Satz beginnt plötzlich mit „Du“, während ich in der Anrede noch mit Herr oder Frau angesprochen werde. Erstens ist das ein stilistisch sehr unglücklicher Wechsel in der Honorifikation und zweitens wird in solchen Anschreiben eher nicht geduzt – was aber subjektiv ist.
  • Der dritte Satz ist fehlerfrei!!!
  • Der vierte auch!!!!!
  • Dafür passt mir dann der fünfte nicht so ganz: „Mit ein bisschen“ klingt doch recht umgangssprachlich und wäre besser mit „mit etwas Glück“ formuliert. Zudem ist das „wirst“ ein typisches stilistisches faules Ei, wenn aus dem Englischen (you will) ins Deutsche übersetzt wird. Ich hätte „shoppst Du bald kostenlos“ geschrieben.
  • Beim Abschiedsgruß fehlt ein Satzzeichen.

Spam Emails erkennen binnen weniger Sekunden

Also: Wenn solche Emails es mal durch Raster des Spam-Filters fallen, kurz überlegen? Wollte ich von dem eigentlich Unternehmen überhaupt Produkt- oder Gewinnspiel-Empfehlungen erhalten? Oder anderes Beispiel: Bin ich überhaupt Kunde bei dieser Bank, die da gerade per Email nach dem PIN-Code für mein Konto fragt? Dann mal auf die genannten typischen Fehler achten. Man braucht in der Regel nur wenige Sekunden, um wenigstens einen davon zu finden und schon kann man den Spam-Filter mit einem Klick dezent darauf hinweisen, dass er hier ‚was übersehen hat.

 

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Ups, ich hab‘ mein Buch verlegt – Löwenkind im Handel

Seit ein paar Tagen ist es soweit: Der kleine Löwe und Papa Löwe gehen in die weite Welt hinaus. Sie gehen mit kleinen, langsamen Schritten, aber los gehen sie trotzdem. Löwenkind ist in seiner ersten Buchhandlung gelandet und hat einen neuen Untertitel bekommen!

Start ins Self-Publishing

Mit der Devise ‚Fragen kost‘ ja nix‘ packte ich ein Exemplar von Löwenkind in den Rucksack und marschierte in die kleine Buchhandlung. Ich leitete ein, ich hätte eine etwas ungewöhnliche Anfrage und erfuhr schon wenig später das Lob, dass unser Buch ja sehr professionell aussähe. Ich solle noch mehr bringen, sagte mir die Buchhändlerin und sie könne die Bücher ja mal ins Schaufenster legen. Und da sind sie:

Die Regenbogen Buchhandlung in Flingern…

 

…präsentiert: Löwenkind!

Da, vorne rechts versteckt sich der kleine Schnu 🙂

Irgendwo zwischen seinem Zuhause und seiner Schule entdeckt der echte kleine Schnu also dieser Tage das Kinderbuch, das Papa für ihn geschrieben hat. Die Buchhandlung liegt nämlich auf seinem Schulweg.

„Neues aus dem Viertel“

„Neues aus dem Viertel“ ist unser Buch jetzt, und nahezu täglich gehen wir als Sohn und Papa – also die beiden menschlichen Vorbilder für die Hauptdarsteller in Löwenkind – an der Buchhandlung vorbei. Es ist eine kleine Buchhandlung hier im Viertel, so ähnlich wie die vielen anderen kleinen Läden für Mode und „Nippes“, die es hier so gibt. Die Leute mögen die Sachen aus der Nachbarschaft, und das gilt hoffentlich auch für Kinderbücher.

In seiner Klasse hört Schnu jedenfalls schon das Buch, denn aktuell liest seine Lehrerin es in der Klasse vor, wie mir zu Ohren kam. Das findet er natürlich sehr cool und es gab auch schon einige Stellen, an denen die ganze Klasse gelacht hat.

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Ein Komma rettet Omma

Heute mal wieder ein linguistisches Thema, weil es auch einfach manchmal Spaß machen kann. Genau so spaßig und damit vielleicht auch einfacher zu verdauen legte ich neulich ein Thema meinem Sohn beim Waldspaziergang nahe: Bedeutungsdistingtivität. Leicht sperrig, dieser Term, aber ich habe ihn auch gar nicht gebrauchen müssen, um ihm zu erklären, was damit gemeint ist. Ich habe ein lustiges Beispiel gewählt, bei dem eine seiner Ommas nur um wenige Millimeter einem Unglück entgangen ist.

Gewisse Unterschiede in der Satzbedeutung

Da ich es hier ja mit Lesern zu tun habe (also, wenn überhaupt welche kommen), die älter als neun sind, gehe ich mal davon aus, dass ich das Wort Bedeutungsdistingtivität hier auch mal anbringen kann, ohne dass man direkt auf Durchzug stellt. Das ist ja meist das Schicksal von Eltern, die etwas erklären, was in den Augen der Kinder vollkommener Humbug ist – und das ist das Meiste. Jedenfalls ist Bedeutungsdistingtivität dann gegeben, wenn ein kleiner orthografischer Unterschied oder einer in der Betonung oder Interpunktion sich auch semantisch bemerkbar macht.

Kleine Betonung, feiner Unterschied

So können wir zum Beispiel durch die einfache Betonung des Wortes „Ja“ entweder fragen oder antworten. Probieren Sie’s mal aus:

  • Ja mit Betonung, die zum Ende hin hochgeht = Frage
  • Genau anders herum betont man ein bestätigendes Ja

Sowas geht mit vielen weiteren Beispiel, im chinesischen geht das mit der Betonung noch viel weiter, Chinesisch ist daher auch eine sogenannte Tonsprache, wie hier zu sehen, bzw. zu hören ist.

Das kleine Komma als großer Retter

Zu hören ist auch der Unterschied, der Omma also das Leben rettet. Das kleine Komma ist durch eine kurze Pause in der Aussprache zu hören und wird natürlich auch in der schriftlichen Sprache realisiert:

(1) Wir essen, Omma!

(2) Wir essen Omma!

Auf den ersten Blick zwei gleiche Sätze, die aber für Omma zwei ganz unterschiedliche Szenarien bedeuten. Denn während Omma im ersten Satz zum Essen eingeladen wird, ist sie im zweiten selbst das Essen! Das macht für Omma natürlich am Ende des Tages einen Riesen-Unterschied, ob sie isst oder gegessen wird. Mag sein, dass Satz 2 in manchen Kulturkreisen durchaus öfter mal gesagt wird, aber hierzulande sollte man doch lieber immer an das Komma denken. Denn die Bedeutung des kleinen Strichs ist dann doch recht groß – vor allem für Omma 😉

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3x Deutschland vs. England in der CL

Eigentlich bin ich immer dabei, wenn die KO-Runden in der UEFA Champions League ausgelost werden, aber gestern habe ich die Hälfte verpasst. Da standen schon zwei interessante Duelle fest, das von Dortmund gegen Tottenham und das der Blauen gegen die Sky Blues aus Manchester. Die Auslosung des dritten deutsch-englischen Duells, des Krachers, habe ich dann auch live gesehen. 3x Deutschland vs. England in der CL – für die Bundesliga eine Chance, in der 5-Jahres-Wertung ranzukommen.

So ist die Situation in der 5-Jahres-Wertung

Deutschland ist die viertplatzierte Nation in der 5-Jahres-Wertung der UEFA. Die Platzierung gibt vor, wie viele Startplätze eine Liga in den internationalen Wettbewerben bekommt. Hier ist Deutschland seit einigen Jahren in der Top-Riege, belegt dort aber auch den letzten Platz. Spanien ist momentan uneinholbar, zu gut punkteten alleine die Seriengewinner Real Madrid (dreimal in Folge Sieger der CL) oder FC Sevilla (3x Gewinner Euro-League 2014-2016). Aber die Engländer, die könnte man doch anvisieren, und die drei Achtelfinals in der Champions League könnten dabei die 6-Punkte-Spiele werden.

„6-Punkte-Spiele“ für Deutschland

Ein 6-Punkte-Spiel ist ein Spiel, bei dem Verfolger gegeneinander spielen. Wer siegt, gewinnt nicht nur drei Punkte, sondern nimmt dem anderen auch noch drei – deswegen die Bezeichnung eines 6-Punkte-Spiels. Zwar werden in der 5-Jahres-Wertung mehr Punkte als nur sechs für einen Sieg in der Champions League vergeben, aber der Effekt auf die Tabelle der 5-Jahres-Wertung wäre ein ähnlicher. Aber wer kann denn wirklich gegen die Engländer punkten?

Wer kann für Deutschland punkten?

Die Blauen aus Gelsenkirchen haben hier wohl die schlechtesten Chancen, Punkte für Deutschland zu sammeln. Zu deutlich ist der Unterschied zwischen ihnen und den Sky Blues aus Manchster.
Dortmund und Tottenham werden allgemein relativ ähnlich gesehen. Sie sind momentan sicherlich auf Augenhöhe – letzte Saison hätte ich das noch ganz anders gesehen.

Interessantestes Duell: FCB vs. LFC

Bei dem Duell Liverpool gegen Bayern geht die Tendenz leider auch eher nach England. Liverpool war schon in der letzten Saison im Finale, hat unter anderem City souverän aus. Diese Saison hat sich die Mannschaft noch einmal sehr deutlich verstärkt und verbessert. Nicht umsonst sind die Reds momentan der hartnäckigste und – so scheint es so langsam – auch einzige Konkurrent um die englische Meisterschaft für City. In der Champions League lief es gleichwohl nicht so gut mit drei Auswärtsniederlagen. Aber jetzt, in den KO-Spielen, wird Jürgen Klopp seine über die letzten Jahre gezielt und bewusst zusammengestellte Mannschaft wieder für die typischen Vollgasveranstaltungen fit machen.

Daher fürchte ich: 2:1 für England. 

 

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