Passwort-Wahnsinn: einloggen oder ausrasten?

Kürzlich habe ich einen neuen Rechner bekommen. Was auf den ersten Blick wie ein erfreuliches Ereignis wirkt, entpuppt sich schnell als Hindernislauf. Denn der Rechner ist ja toll und leuchtet und kann auch ganz viel, aber vor allem Letzteres muss man ihm erstmal mühsam beibringen. Rechner einrichten ist angesagt und hierzu gehören eine ganze Menge Passwörter, PINs und Login-Daten. Bankkonten, Networking, allerhand Software und schließlich auch das Backend dieses Blogs – Überall erwartet mich die Patzigkeit dieser nervigen Logins, und irgendwann – bei mir dauert das gar nicht so lange – rege ich mich dann auf. Daher muss ich mir an dieser Stelle mal Luft machen.

Ich will keine Atombombe zünden, nur Kontoauszüge gucken

Bei meinem alten Konto bei der DKB stößt es mir besonders auf: Früher musste ich meine Kontonummer und ein Passwort eingeben, um mein komplettes Online-Banking nutzen zu können. Dann kamen für Überweisungen die TANs dazu, jetzt muss ich schon eine TAN eingeben, um mich überhaupt anmelden zu können. Fehlt noch, dass ich dann eine PIN eingeben muss, um die TAN zu bekommen, mit der ich dann mein Passwort eingeben darf. Das muss ich dann am Telefon auf Altgriechisch durchsagen, damit man mir einen Brief mit einer Nummer schickt, mit der ich dann den Goldenen Hammer bekomme. Mit dem kann ich dann den Glaskasten kaputthauen, in dem mein Master-Passwort für den Login liegt. Vielleicht.

Leute, ich will nur meinen Kontostand wissen, keinen Weltkrieg anfangen!

Gründe für die ganze Schikane?

Sicherlich gibt es gesetzliche Gründe dafür, warum sich alle Banken, Dienste und Co. so unfassbar lästig verhalten. Kann man nicht mal ein Auge zudrücken, wenn sich ein Zahlendreher in meinem 1234 eingeschlichen hat? Ist es denn so schlimm, wenn ich an einem frühen Sonntagmorgen einfach mal ohne mein Passwort bei Amazon einkaufen will? Nein, Du hast das Zauberwort nicht gesagt…

Ich verstehe ja mit Zähneknirschen, dass es schon irgendeinen Grund für die ganze Schikane geben wird – interessiert mich aber nicht, so als Verbraucher. Genauso, wie es ja die meisten Verbraucher nicht interessiert, wie vielen dieser Dienste sie ganz treudoof alle ihre persönlichen, privaten Daten geradezu willenlos rüberschieben – ganz ohne Passwort 😀

Was tun mit der Passwortschwemme?

Mittlerweile sind alle so nervig, was die Logins angeht. Überall muss ich irgendwelche sperrigen Sachen machen, die mir derart zuwider sind, dass ich am liebsten alles kündigen würde. Manches davon braucht man ja dann leider doch, deswegen kann man schließlich auch einen Passwort-Manager gebrauchen, in dem alle Logins, PIN, TANs und Goldenen Hämmer vermerkt sind. Ein Manager, für den man dann natürlich auch wieder einen Login braucht 😀 Besorgen Sie den Passierschein A38…

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