Resident Evil 7 durchgespielt – 10 Stunden durch die Hölle

Heute verewigt sich der Games Redakteur, als der ich mich ja auch gerne mal bezeichne, mal hier im Blog. Ich will gar nicht groß mit einem Review um den heißen Brei herumreden, denn meine Eindrücke von Resident Evil 7 müssen direkt und ohne Umwege raus. Kurzum: Es ist ein Survival-Horror-Spiel, das einem stellenweise die Haare zu Berge stehen lässt, manchmal muss man sich echt überwinden, weiterzugehen und am Ende ist man schon ein bisschen Stolz, wenn man es geschafft hat. Denn für Resident Evil 7 braucht man Nerven aus Drahtseilen. Das war in der Serie wohl nicht immer so.Resident Evil 7 Logo

Die Resident Evil Serie

Ich muss ganz ehrlich sagen, bis Mitte Februar hatt ich mit der Serie Resident Evil rein gar nichts am Hut. Jedenfalls nicht mit der Spiele-Serie. Ich habe mir mal die ersten vier Filme hintereinander angesehen und war davon eher mäßig begeistert, aber die Spiele sind stets vollkommen an mir vorbei gegangen. Aber mit The Evil Within hatte im Jahr 2014 meine Begeisterung für Survival Horror entdeckt. Ich hab‘ mir schon auf die Schulter geklopft, weil ich es dreimal durchgespielt hatte, aber ich dachte, jetzt sei es mal wieder an der Zeit, die Horror-Tauglichkeit zu bestätigen. Das aber mit einem neuen Titel, der wohl auch innerhalb der Reihe etwas Althergrbrachtes aufleben lässt. Denn die vorigen Titel, glaubt man der Fachpresse und Gamer-Rezensionen, waren wohl eher enttäuschend, bzw. nicht so wirklich gruselig. Das ist Resi 7, wie man so schön sagt, aber auf jeden Fall. Und damit rein in den ca. 10-stündigen Alptraum.

Der Albtraum beginnt

Als vollkommener Newbie starte ich also im sage und schreibe siebten Teil in die Resident Evil Serie. Start-Bildschirme, ich suche meine Freundin, ich fahre im Süden Louisianas mit dem Auto zu einem abgelegenen Haus, wo ich die Vermisste vermute. In der Ego-Perspektive schleiche ich mich durch einen tropischen Wald, bis ein ein heruntergekommenes Haus auf dem Bildschirm erscheint (nein, ich hab’s nicht auf VR-Brille gespielt und ich steh‘ dazu). Im Haus angekommen, erblicke ich eine typische Kannibalen-Bude, mit verwesten Leichenteilen von Mensch und Tier, ich will gar nicht wissen, wie es hier riecht.

Die Terror-Family

Nach nicht allzu langer Zeit lerne ich den Hausherren kennen, der mich und meinen Besuch brutalst beenden möchte. Typisch Survival Horror, muss ich mich in Ermangelung von Waffen vor ihm verstecken und irgendwie heile an ihm vorbeischleichen. Irgendwann kommt es aber natürlich trotzdem zur Auseinandersetzung mit meinem Häscher. Der erste Boss-Kampf, bei dem es übrigens auch unterschiedliche Abläufe geben kann. Mittlerweile habe ich ein paar spärliche Mittel zur Verteidgung und zur Heilung und auch Mia, meine Freundin habe ich in einem düsteren Keller entdeckt. Mit ihr stimmt aber ‚was nicht und sie scheint hier gar nicht unbedingt wegzuwollen. Ich finde es hier echt beklemmend und in manchen Abschnitten des Hauses wehrt sich jede Faser meines Körpers dagegen, weiterzugehen.

Rätsel-Spiel im Psycho-Setting

Aber muss ja, denn es gibt allerhand verschlossener Türen und auch die heiß ersehnte Schrotflinte bekomme ich nicht, ohne vorher gefühlt zwei Etagen und acht Räume weit entfernt ein anderes Teil zu organisieren. Im Grunde ist Resident Evil 7 hier ein Rätselspiel in Horror-Kulisse. Mal muss man ein paar Bilder verdrehen, mal muss man sich per Rätsel-Reihe aus einem Raum befreien, wie ein roter Faden zieht sich durchs Spiel aber die Suche nach Schlüsseln für Türen, die wichtige verborgene Bereiche versperren. Natürlich führt mich das Spiel dabei durch alle Räume, damit ich auch alles zu sehen bekomme, wie zum Beispiel auch die Tiefen des Horror-Kellers, wo ich mich an den „Molded“ vorbeikämpfen muss.

Monster-Dichte überschaubar

Und damit sei auch schon der monstermäßige Hauptdarsteller des Spiels vorgestellt, denn die Molded rennen hier überall herum. In den insgesamt drei großen Abschnitten des Spiels sind sie diejenigen Gegner, die uns hier am häufigsten, ja fast ausschließlich, die Familienmitglieder/Bosse mal ausgenommen, ans Leder wollen. Das ist einerseits etwas eindimensional, wenn man hier ‚was zu meckern suchen will, andererseits reichen die mir als Horror-Viecher auch eigentlich schon – ich bin sowieso die ganze Zeit angespannt und will daher meinen Monster-Freundeskreis nicht noch vergrößern. Andererseits passt es auch zur Story, dass hier hauptsächlich diese mutierten Gestalten unterwegs sind.

Die Story hinter Resi 7

Diese Story mutet ganz am Anfang wie eine typische Slasher-Geschichte an. Man schleicht sich ein Haus in der US-Pampa, wo scheinbar kannibalen Menschen fangen und sie – ja, zerschnitzeln und essen. Aaaaber es kommt natürlich ganz anders, denn bei Resident Evil geht’s traditionell ja um mutierte Viecher, die den „normalen“ Menschen das Leben schwer machen. Und so steckt natürlich auch hinter dem Horror-Haus im Louisiana-Dschungel eine höhere, äußerst grausame Macht, deren Herkunft und Wesen ich im Laufe des Spiels durch ihre eigene Auftritte, aber auch durch einige Quellen zum Lesen ergründe. Ohne viel zu spoilern: Hier gibt’s ein großes Problem mit einer „kleinen“ Ursache.

Die Umsetzung

Doch bis man das alles am Ende ‚rausbekommt, muss man sich – wenn man nicht gerade einen Rush spielt – schon so ca. 10 Stündchen durch die Horror-Bude, die fiesen Viecher und an den durchgeknallten Familienmitgliedern vorbei kämpfen. Dabei erschafft Resident Evil 7 vor allem in den ersten beiden Dritteln des Spiels eine sehr bedrückende Atmosphäre. An einigen Stellen will man echt einfach nicht weitergehen, eine Szene war derart gruselig-gut gemacht – ich sag‘ nur Kinderzimmer -, die werde ich wohl so schnell nicht mehr vergessen. Es ist so gut wie immer dunkel, manchmal nur Taschenlampenlichtkegel als Sichtelement, die wenigen Soundeffekte sind schlau gesetzt, um aus Horror Psycho-Horror zu machen, grafisch ist alles stimmig, Items sind spärlich – eben Survival – aber man kann sich im Großen und Ganzen schon wehren und muss sich nicht immer nur verstecken.

Fazit

Von Anfang an erschafft Resident Evil 7 eine Atmosphäre der Angst und des Ausgeliefertseins – wenn auch nicht bis ganz zum Ende. Hat man sich mal ein Waffenarsenal und einige Heiltränke zusammengeklaubt, kommt gleich ein Boss, gegen den man das alles verbraucht. Das Spiel lebt von seiner kargen, düsteren Optik und dem Drang, endlich dem Horror-Haus entkommen zu können. Nachdem das im dritten Drittel des Spiels gelingt, lässt die Anspannung etwas nach, gegen Ende nimmt Resident Evil 7 schon leicht Shooter-eske Züge an. Das habe ich persönlich aber mit einer gewissen Entspannung hingenommen. Für mich insgesamt ein 10-stündiger Horror-Albtraum, für den man wahrlich Nerven aus Drahtseilen braucht. Nicht ganz so schrecklich, skurril und krank wie The Evil Within, aber auf jeden Fall ein Thrill, den ich so will 😉

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