Richtig eine Mahnung schreiben

Wann muss man mahnen und was kommt in die Mahnung rein? Wie geht Mahnung richtig? Seit 2 1/2 Jahren bin ich nun erfolgreich selbstständig und muss mich somit natürlich auch selbst um meine Brötchen kümmern. Wenn manchmal ein Kunde die Zahlung nicht gebacken bekommt, fehlt mir ein Brötchen und ich muss hungern. Gut, so dramatisch ist es nicht, schließlich verteilt man ja am besten den ganzen Hunger auf mehrere Kunden – schon allein, um nicht scheinselbstständig zu wirken! Doch ärgerlich ist es allemal.

Zunächst mal vorweg: Auf der Rechnung sollte ein Zahlungsziel formuliert werden, sprich sinngemäß ‚Ich möchte mein Geld gerne bis dann und dann‚. Hier sehe ich oft entweder eine oder zwei Wochen, ich selbst lasse eine Woche Zeit. Wenn das Geld nach diesem ersten Zeitlimit noch nicht gekommen ist, muss es meiner Meinung nach aber nicht gleich zur Mahnung kommen. Ein höfliches Schreiben zur Zahlungserinnerung tut’s erst einmal auch. Mit folgendem Zahlungserinnerung Text könnte man dann erstmal erinnern:

Text Zahlungserinnerung

Sehr geehrte [Name],

sicherlich haben Sie übersehen, dass noch eine offene Rechnung für von mir erbrachte Leistungen besteht.

Bitte überweisen Sie den offenen Betrag von XX € rechtzeitig, sodass er bis spätestens zum [Datum] auf meinem Konto

Bankverbindung: XYZ

eingeht.

Sollten Sie den Betrag bereits überwiesen haben, betrachten Sie diese Zahlungserinnerung bitte als gegenstandslos.

In den meisten Fällen stellt sich nach diesem Schreiben heraus, dass die Rechnung nur vergessen oder übersehen wurde. Also kein Grund zur Sorge und gut, wenn man hier nicht gleich mit der ersten Mahnung für einen schlechten Eindruck sorgt.

Macht der Kunde jedoch einen schlechten Eindruck, weil trotz Zahlungserinnerung kein Geld kommt, muss die erste Mahnung kommen. Ich sage ‚muss‘, da es juristisch gesehen besser ist, wenn man erst gemahnt hat, bevor es sonst irgendwie rund geht. Folgender Mahnung Text könnte dann vielleicht etwas bewirken:

Text 1. Mahnung

Sehr geehrte [Name],

trotz Zahlungserinnerung ist eine Rechnung für von mir erbrachte Leistungen noch immer nicht beglichen worden.

Der Rechnungsbetrag von XX€ setzt sich wie folgt zusammen:

XX€ Hauptforderung
+ X€ Mahngebühr

Bitte tragen Sie dafür Sorge, dass der offene Betrag bis zum [Datum] auf meinem Konto,

Bankverbindung: XYZ

eingeht.

Sollten Sie den Betrag mittlerweile überwiesen haben, betrachten Sie dieses Schreiben als gegenstandslos.

So kann auch die ggf. fällige zweite Mahnung formuliert werden. Bei der letzten Mahnung (bei mir die dritte) kann man noch einmal etwas schärfer formulieren, schließlich muss man wohl mittlerweile davon ausgehen, dass der Kunde nicht zahlen will:

Text letzte Mahnung

Sehr geehrte [Name],

Sie erhalten diese Mahnung, weil auch nach der ersten Zahlungserinnerung noch immer eine offene Rechnung für von mir erbrachte Leistungen besteht. Sie haben diese Leistungen in Anspruch genommen und nicht gegen sie widersprochen und sind daher gesetzlich verpflichtet, entsprechende Rechnungen zu begleichen.

Die zwischen uns bestehende mündliche Absprache hat gleichen juristischen Gegenstand wie eine schriftliche Einigung. Ich bitte Sie daher, die offene Rechnung fristgerecht zu begleichen, da ich mich ansonsten gezwungen sehe, weitere Schritte gegen Sie einzuleiten.

Wenn dann noch immer keine Zahlung kommt, fragen Sie Ihren Anwalt oder Notar und lesen Sie die Packungsbei…, nein den Artikel Arbeitsrechtsschutz und Forderungsmanagement.

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