Trapattoni – Warum er fertig „hat“

Fußball, die Bayern und ihre glorreichen Trainer und deren berühmte sprachliche Ausrutscher – Die (etwas) Älteren unter uns erinnern sich bestimmt noch an die legendäre Wutrede Giovanni Trapattonis, der 1998 auf einer Pressekonferrenz all seinem Ärger Luft machen musste. Heute stolperte ich mal wieder über dieses legendäre Kleinod, bei dem vor allem ein Ausspruch besonders in Erinnerung blieb.

Die sympathische Wutrede in voller Länge:

„Ich habe fertig“, also bin ich

Neben vielen denkwürdigen und kaum verständlichen Phrasen, blieb dem geneigten Zuhörer der Wutrede vor allem der Schlusssatz Giovanni Trapatonis in Erinnerung: Mit den Worten „Ich habe fertig“ beendete der Erfolgstrainer seinerzeit eine denkwürdige Pressekonferrenz.
Der Satz ging für Jahre in den Sprachgebrauch der Deutschen über und war Sinnbild, sowohl für den sympathischen Trainer, als auch für zwischensprachliche Überschneidungen.

Konnte er wissen, dass er ein falsches Auxiliarverb nutzte?

Neben dem Satz „Was erlaube Strunz?“ war „Ich habe fertig“ der herausragende Satz in Trapattonis Monolog. Mit tief-rotem Gesicht und mit all seiner italienischen Inbrunst wütete der große kleine Trainer vor den Augen und Mikrofonen der versammelten Medienvertreter.
Grund für den Erfolg seines Abschlusssatzes war wohl das Verb, das er fälschlicherweise aussuchte. Denn was er eigentlich sagen wollte, da sind wir uns sicher alle einig, ist ‚ich bin fertig‘. Nun sind aber im Italienischen (der Muttersprache Trapattonis) und im Deutschen die Auxiliarverben für fertigsein zwei verschiedene. Während man im Deutschen sagt „ich bin fertig“, heißt es im Italienischen ‚ho fatto‘, sinngemäß ich habe fertig. Fertig!

Ganz normale Probleme bei der Sprach-Adaption

Das Phänom ist sofern keines, als das alle Lernenden einer Fremdsprache dazu neigen, sie mit den Regeln der Muttersprache zu vermischen. So könnte es einem Deutschen Trainer in Italien zukünftig beim Anwenden des Italienischen durchaus passieren, dass er eine Pressekonferrenz mit den Worten beschließt: sono fatto.

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