TWD infiziert FTWD

Heute mal mein aktueller Senf zum Thema Serien: Ich musste gestern eine herbe Enttäuschung bei meiner aktuell angesagten Serie erleben. Fear the Walking Dead (FTWD) hat mich von der ersten Folge an voll überzeugt. Endlich mal wurde die Zombie-Apokalypse von Beginn an gezeigt, wie sie ausbricht und langsam zum Niedergang der Zivilisation führt. Die Darstellung von ersten Gerüchten und Infizierten bis hin zur Evakuierung der Ballungszentren und letztlich deren Bombardierung durch die Militärs fand ich sehr interessant. Mit einem leichten Tief Anfang der zweiten Staffel konnte die Serie den guten Level halten. Mir gefiel vor allem der stringente, lineare Erzählstil ohne übermäßige Setting-Wechsel und die Konzentration auf die Familie als Kerngruppe, aber auch die Nebencharaktere haben sich gut entwickelt – Daniel: cool! Troy: auch!

Fear the Walking Dead kaputt geschrieben

Jetzt, mit Beginn der vierten Staffel, hat sich leider alles geändert, denn TWD infiziert FTWD. Die sogenannte Mutterserie hatte ich bis zum aktuellen Stand gesehen und war vor allem von den Staffeln 7 und 8 The Walking Dead (TWD) schon sehr enttäuscht. Nach einem krachenden Start in Folge 7/01, in der Negan eingeführt wurde, ist die Serie komplett abgesackt. Die hohen Erwartungen konnten nicht im Geringsten erfüllt werden, langweilig, langatmig und teilweise völlig unerklärliche Story.
Genau dieses Virus scheint jetzt auch das Spin-Off zu erreichen: FTWD ist auf einmal langweilig und entwickelt an den Haaren herbei gezogene Storys. Diese Journalistin ist dermaßen blödsinnig. Ihre Neurose mit den Storys nervt einfach nur und ihr Truck verbraucht mindestens 25 Liter auf 100km, aber egal. Warum der neue Vorspann? Was soll bitte dieser Schwarz-Weiß-Filter? Aber das schlimmste Virus hat TWD direkt und auch buchstäblich aus der einen in die andere Serie rübergeschickt: Morgan. Warum Morgan?!? Ein Pazifist in der Zombieapokalypse ist das Eine. Dann nervt er aber andauernd mit seinem Mantra und seiner miesen Laune und diesen nervigen Monologen mit erhobenem Zeigefinger. Morgan war schon in TWD einer der nervigen Nebencharaktere und wird jetzt anscheinend zu einem Hauptcharakter in FTWD.

Morgan ist ein ganz schlechter Ersatz für Nick!

Ein anderer macht ja für ihn Platz: Nick wird einfach in der dritten Folge gestorben. Nick! Er hat die Serie mitgetragen, hatte sich wunderbar entwickelt und war mir unheimlich sympathisch mit seiner schrulligen Art. Sollte mal Fear and Loathing in Las Vegas 2 gedreht werden, kann er als Johnny Depp anheuern. Frank Dillane ist super. Aber jetzt in Nick tot, Madison ist verschwunden, keiner weiß, was im Jahr zwischen den Staffeln passiert ist, aber dafür haben wir Morgan und die anderen beiden Neuen. Die uns das ganze restliche neue Rezept der Serie werden uns jetzt einfach aufgedrückt. Es wirkt so aufgezwungen, als habe jetzt jemand anderes das Ruder übernommen und versuche nun auf Teufel komm raus alles anders zu machen. Es wurde aber alles nur verschlimmbessert, denn FTWD war eine wunderbar funktionierende Serie, die wunderbar neben der „Mutter“ funktionierte, für mich auch deutlich besser war. Aber genau das ist vielleicht das Problem: FTWD sollte vielleicht nicht TWD überflügeln und wird nun auf dessen Niveau der letzten Staffeln herunter gezogen. Sehr, sehr schade. Ich will das in der Form beides nicht mehr gucken.

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