Was braucht es, um selbstständig zu sein?

Nun bin ich schon mehr als 7 Jahre selbstständig, da kommt einem manchmal schon die Frage auf ‚Wie hab‘ ich das eigentlich gemacht?‘, oder ‚Wie hab‘ ich das eigentlich manchmal durchgestanden?‘. Gestern, im Selbstständigen-Talk mit meinem guten Kollegen aus der Nachbarstadt, hatten wir genau das Thema, und da mich das langsame Content-Absterben hier in meinem Blog so langsam nicht mehr ruhig schlafen lässt, habe ich dieses Thema für den lange, lange fälligen neuen Artikel hier auserkoren.

Plakatives Bild mit leicht weit hergeholtem Bezug zum Beitrag – mein (c)

Selbstständige brauchen Durchhaltevermögen

Da fuhren wir also so durch Mönchengladbach und die wunderhübsche Peripherie von Düsseldorf und wunderten uns schon beinahe, dass es uns beide schon so viele Jahre als Unternehmen gibt. Wie haben wir das eigentlich gemacht und was sind die Grundsäulen einer erfolgreichen Selbstständigkeit, die auch ein paar Jahre erfolgreich läuft? Punkt ein ist ganz klar: Durchhaltevermögen. Nach mehr als sieben Jahren kann man wohl nicht mehr von einem „Schaun-mer-mal“ reden, das ist schon was Ernsthaftes hier. Aber ohne die nötige Einstellung kann man sich dann über kurz oder lang doch besser wieder irgendwo einstellen lassen. Immer dran bleiben, nie zu lange Pausen machen, bei schwierigen Kunden auch mal die Faust in der Tasche machen.

„Ist die Einstellung nicht gut, besser einstellen lassen“

Eine Rechtsschutzversicherung

Und wenn mal ein Kunde doch querschlägt und zum Beispiel seine Rechnung nicht zahlen möchte, ist es gut, eine Rechtsschutzversicherung zu haben. Die unterstützt den Selbstständigen nämlich in genau solchen Fällen – in der Regel auch schon bei relativ kleinen offenstehenden Beträgen – und übernimmt das Forderungsmanagement. Das ist eine unheimlich beruhigende und entspannende Sache, wenn es mal Ärger mit einem Kunden gibt (was mir auch durchschnittlich ein, zweimal pro Jahr passiert).

Nerven wie Drahtseile

Während die Rechtsschutzversicherung für deutliche Entspannung an der Rechnungs-Front sorgen kann, lassen weitere Sorgen oft nicht lange auf sich warten, allen voran die, ob und wie es überhaupt in den nächsten Wochen und Monaten weitergeht. Existenzsorgen – Sicherlich eine Sorge, die man nicht nur als Texter, sondern z.B. auch als Eisverkäufer kennt. Immerhin muss ich ja nicht mit Umsatzeinbußen im Winter rechnen, aber trotzdem kann es eine ganze Weile dauern, bis man sich entspannt der Tatsache bewusst sein kann, dass man vielleicht erstmal ohne Netz und doppelten Boden lebt.

Was brauche ich für die Selbstständigkeit?

Das hat man aber natürlich immer irgendwie im Hinterkopf (außer man verdient sich dumm und dämlich) und wenn man die vielleicht anfängliche Angst in Motivation umwandeln kann, ist das auch eine gute Eigenschaft für einen Selbstständigen. Somit lässt sich das Ganze zusammenfassen in materielle (Geld, Büro, Kommunikationstechnik, Maschinen, Fahrzeuge, Immobilie, Versicherungen usw.) und persönliche Voraussetzungen (Disziplin, Nerven, Motivation, Kundenorientiertheit), die die Selbstständigkeit erfordert. Wobei: Ich kann auch Hunderttausende Euro in meine unternehmerische Existenz verbraten und rein gar nichts draus machen, wenn meine Einstellung nichts wert ist.

„Wenn meine Einstellung wertlos ist, sind es meine Investitionen auch“

Was ist das Tolle an der Selbstständigkeit?

Daher: Wenn man es immer wieder schafft, nach den Pausen weiterzumachen, sich nicht allzu sehr immer wieder einfach nur aufraffen muss, sondern mit Elan und auch Freude an die Sache geht, stellt sich irgendwann die Wohligkeit der Selbstständigkeit ein: Freie Arbeitszeiteinteilung, Arbeiten von Zuhause / kein Pendeln, Work-Life-Balance: Level 100, eigener Chef sein, Toilette nur für mich allein 🙂

Und was ist schlecht an der Selbstständigkeit?

Ja, das alles sind Vorteile der Selbstständigkeit, die nicht von der arbeitenden Hand zu weisen sind, aber es gibt freilich auch Probleme, wenn man selbstständig ist. Vor allem nach so ein paar Jahren des Einzelkämpfertums könnten manche Exemplare unserer ja doch prinzipiell sozial eingestellten Gattung der Meinung sein, es bestehe ein Mangel an menschlichen Kontakten. Es gibt zwar keinen nervigen Chef, aber auch keine Kollegen. Für mich jetzt nicht so das Problem, denn für mich haben Kollegen ebenfalls ein latentes Nerv-Potenzial. Aber vor allem als One-Man-Show ist es einsam an der Spitze des eigenen Unternehmens. Natürlich kann man Leute einstellen, aber da hängt dann wieder ein schier unüberschaubarer Rattenschwanz an möglichen Problemen dran. Aber wer nicht wagt…

Die heilige Rechtsschutzversicherung

Ansonsten ist vielen Problemen mit, in und durch die Selbstständigkeit schon durch die oben beschriebenen Grundsäulen für Selbstständige vorgebeugt. Verinnerlichen Sie mein Mantra, schließen Sie eine jetzt sofort eine Rechtsschutzversicherung ab und schon schlafen Sie besser. Ooooohm. Nein, so einfach ist es nicht, aber mit der Zeit und der Versicherung kommt schon eine Menge Coolness dazu, die dann auch letztlich wieder Kräfte freisetzt, um einfach produktiver zu sein und auch mal wieder an sein Blog zu denken… 😳

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