Wie schreibt man lange Texte?

Wenn der kleine Kunde kommt…dann hat er manchmal ganz besonders großen Online-Text-Hunger. Tausende Wörter sollen wir zu einem Thema schreiben, mit dem wir insgeheim eigentlich schon nach 200 Wörtern sowas von fertig sind. Aber was dann? Wie schreibt man lange Texte, ohne sich zu wiederholen oder abzuschweifen? Mein Text Blog verrät es.

Textlänge – alles eine Typfrage

In meinem Studium habe ich viel über Textarten und ihre Eigenheiten gelernt. Manche Texte sind typisch kurz, andere sind typisch lang, das geht vom ziemlich kurzgefassten Werbeslogan über die ausschweifende Trauerrede bis hin zum Tolkien-Roman. Und während der Werbslogan in der Regel mit 1 – 5 Wörtern auskommt und das Tolkien-Buch nicht unter 1000 Seiten endet, kann der Online-Text so oder so lang werden.

Themen, die einfach kurz sind

Ja, der Arbeitsalltag als Online- und SEO-Texter ist im wahrsten Sinne vielseitig. Nun haben es sich aber einige Website-Betreiber auf die Fahnen geschrieben, möglichst viel auf ihre Websites zu schreiben. ‚Schreiben Sie mir mal 2.500 Wörter zum Thema Unterschrankbeleuchtung‚, wird da verlangt oder ‚Ich brauche 3.000 Wörter zum Thema Ferienwohnungen in Much‚ wird da gewünscht. Ihr Wunsch ist mir Befehl, Ihr Auftrag ist mir etwas lästig 😀

Haben Sie schon mal 3.000 Wörter geschrieben?

Solche Themen hat man natürlich in wenigen Worten abgehandelt:

  • Ja, eine Unterschrankbeleuchtung ist praktisch und sie sitzt unter einem Schrank und sie erleichtert sie Arbeit bei der speisenzubereitung in der Küche.
  • Ja, Much ist schön gelegen, Natur, Nähe zu den rheinischen Großstädten, ja, unsere Ferienwohnungen bieten saubere Bettwäsche und geschmackvolles Interieur.

Aber das – über – 3000 – Wörter?!? Haben Sie schon mal 3.000 Wörter geschrieben? Das ist immerhin 5x so lang wie dieser Text, das sind gut und gerne 8 Word-Seiten!

Wie schreibt man lange Texte?

Aber ja, das geht – natürlich. Am Anfang meiner Texter-Karriere tat ich mich auch recht schwer mit solchen Auftragsparametern. Klar, die Wortzahl spielt auf jeden Fall und gerade bei Online-Texten eine wichtige Rolle, denn die Suchmaschinen erhalten mehr Futter. Aber klar ist auch, dass jedes Thema, sofern es nicht von Auenland bis Schicksalsberg und wieder zurück geht, sich nach relativ kurzer Schreibzeit wieder erschöpft hat. Wie bläht man solche Themen also derart auf, dass die Suchmaschinen sich daran geradezu „sattfressen“ können?

Weeeeeeit ausholen

Ich als Texter-Gandalf verrate mal einen Zaubertrick: Online-Texte lassen sich nicht ohne Weiteres einer Textart zuordnen, sowohl vom Inhalt, als auch von der Textlänge her. Eigentlich bestimmen das alles die Kunden in ihrem Briefings. Das Briefing sagt aus, wie lang ein Text werden soll und gibt anhand von Keyword-Vorgaben auch inhaltliche Richtlinien vor – ciao Textart-Kategorisierung. Und wenn im Briefing eine mittelhohe vierstellige Wortzahl steht, gilt es, weeeeeit auszuholen.

Phantasie, Semantik, Relevanz

Lassen Sie nun Ihre Phantasie spielen, holen Sie tief Luft und überlegen Sie, was Ihnen noch so alles zum Thema Unterschrankleuchten einfällt: Küche, andere Leuchten, Speisen zubereiten, Leuchtmittel, Küchenmöbel – Brainstorming halt. Und je nach gewünschter Wortmenge müssen diese semantisch benachbarten Themenkomplexe eben auch ausgekleidet werden – böse Zungen sagen dazu auch breittreten. Wichtig ist nur, dass der Text dabei immer die Relevanz zum Kernthema aufrechterhält.

Nicht abschweifen, nicht wiederholen

Schreibe ich also irgendwann über Kochrezepte oder wiederhole ich nach 1.800 Wörtern plötzlich, wie sich Unterschrankleuchten in das ganzheitliche Lichtkonzept einer Küche einfügen, ist das nicht gut, und der Kunde wird es womöglich auch korrigieren lassen. Daher gilt: Rund um das Thema möglichst naheliegende Nachbarthemen finden und diese immer mit Bezug zum Kernthema den Text erweitern lassen, bis die gewünschte Textmenge erreicht ist.

Warum so lange Texte?

Warum sollte denn überhaupt jemand so lange Texte wollen, wenn die Themen diese Länge gar nicht hergeben? Wie bereits angedeutet: Es geht hier in erster Linie um suchmaschinenoptimierte Texte, etwa für Online-Shops oder Ratgeber-Seiten. Hier spielt Quantität eine wichtige Rolle. Je mehr Text, desto mehr Raum für Keywords, Textformatierungen, Querverweise und/oder Medien. Damit dabei aber auch die Qualität nicht auf der Text-Strecke bleibt, ist es wichtig, eine Gandalf-mäßige Zauberformel für lange Texte parat zu haben: kreatives Breittreten ohne Wiederholungen und Abschweifen, abrakadabra.

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