ZOOM Erlebniswelt – Meine Reise in die Verbotene Stadt

Er liegt zwar in Gelsenkirchen, aber der hiesige Zoo, die „ZOOM Erlebniswelt“, ist wirklich sehenswert. Teuer aber riesengroß, mit viel Abwechslung für Kinder und vor allem einigen riesigen Tiergehegen, so ist die ZOOM Erlebniswelt.

Der Drang, nach Gelsenkirchen zu fahren

Es war vergangenen Samstag: Ich wollte mit meinem Kleenen einen schönen Tag verbringen, aber draußen nervten einige Bauarbeiter. Also schlug ich einen Zoobesuch vor, ein Vorschlag, der auf viel Gegenliebe stieß.
Also ab ins Auto, Richtung Duisburger Zoo. Dort fand ich aber keinen Parkplatz, stattdessen super-lange Warteschlangen am Eingang, die von Tier-Aktivisten mit Megaphonen angebrüllt wurden.

Wo ist der nächste mir bekannte Zoo in der Region? Also fuhr ich in die Verbotene Stadt, was tut man nicht alles für ein glückliches Kind? Tja, Gelsenkirchen. Wirklich? Gelsenkirchen? Dieser Zweifel wurde in mir noch einmal umso größer, als ich sah, dass wir die Abfahrt #17 der A42 nehmen mussten, die ausgerechnet auch nach Schalke führt.

Ein Erwachsener, ein Kind, 32€

Während aus dem Autoradio die Wickie-CD mit viel zu hoher Lautstärke dröhnte, bahnte ich uns den Weg durch einen Teil einer Stadt, der ich eigentlich nicht so vieles abgewinnen kann. Aber der Zoo ist spitzenmäßig!
Firmierend unter dem Namen ZOOM Erlebniswelt lockt im Gelsenkirchener Tierpark eine Themenwelt, die aber ihren Preis hat: Ein Erwachsener, ein Kind kommt auf insgesamt 32€. Vielleicht waren die Warteschlangen deshalb in Duisburg viel länger…

Gigantische Zoowelt mit Konzept

Gut, mussten wir also das Erlebnis Erlebniswelt ordentlich auskosten, dachte ich mir und bereitete mich mental auf einen laaaangen Besuch vor.
Die Besucher werden in der ZOOM Erlebniswelt in einem großzügig angelegten Eintrittbereich empfangen. Er ist gleichzeitig das Nadelör für die Reise durch die ZOOM Themenwelt. Diese beruht auf einem Kontinete-Konzept und besteht konkret aus den Bereichen Asien, Afrika und Alaska.

Links Asien, geradeaus Afrika, links Alaska. Verhaltenspsychologen hätten vielleicht eine Meinung dazu, wir wählten links, also Asien. Der Themenbereich ist sozusagen die Verbotene Stadt in der Verbotenen Stadt, wenn ich noch letztes Mal diese Rivalität penetrieren darf.
Im Uhrzeigersinn arbeiteten wir uns dann über Afrika nach Alaska vor und entschlossen und satte sechs Stunden später zum Nachhauseweg.

Die ZOOM Erlebniswelt ist tierisch atmosphärisch

Die ZOOM Erlebniswelt ist wirklich ein Erlebnis, und sie ist eine Welt für sich. Nachdem mein erster Schock über die Eintrittspreise so langsam in der asiatischen Sumpflandschaft versickert war, begann ich, das „teuer Geld“ für den Zoo in Gelsenkirchen zu rechtfertigen: Der Zoo ist riesengroß, jede der Erlebniswelten ist liebevoll, ja schon fast klischeehaft gestaltet. Nicht nur die Tiere sind landes-, bzw. kontinententypisch platziert, auch die Pflanzen sind es (soweit ich das als Nicht-Botaniker bewerten kann). Überall finden sich Verzierungen, wie die Brücken- und Steglandschaft in Asien, die Buschhütten in Afrika oder die künstlichen Wasserfälle in Alaska, inklusive Hängebrücke und „Sam’s Mine“.

Somit schafft es der Gelsenkirchener Zoo, seine Besucher wirklich in andere Welten zu entführen. Durch die gut durchdachten Szenarien, die wirklich mit Liebe zum Detail gestaltet sind, kommt eine großartige Atmosphäre auf, in der man sich wirklich wohlfühlt. Dazu kommen immer wieder Abwechslungen für Kinder, Spielplätze, Rutschen und auch ein von der Sparkasse GE gesponserter Indoor-Spielplatz. Zudem sind hier in adäquaten Abständen immer wieder Kioske, Restaurants und Toiletten platziert. Sehr gut!

Viel Platz für viele Tiere

Und die Tiere? Ja, die gibt’s in Hülle und Fülle in allen Weltenteilen. Affen, Nashörner, Löwen, Eisbären, Erdmännchen und Co. sind aber nicht nur da, um begafft zu werden. Viele von ihnen haben für Gelsenkirchener Verhältnisse auch ein wirklich schickes Zuhause. Natürlich muss man immer den lehererhaft erhobeben Zeigefinger im Hinterkopf haben, wegen Tiere-Einsperren und so – die Duisburger Megaphone hätten dazu sicher etwas zu sagen gehabt. Aber Afrika zum Beispiel hat ein gigantisches Gehege, in dem Antilopen und Nashörner sich wahrscheinlich nur einmal die Woche übern Weg laufen.

Dieses liegt übrigens auch auf der Route der Bootstour, die man hier im Gelsenkirchener Zoo machen kann. Dabei besteigen ca. 10 – 15 Zoobesucher ein überdachtes Boot, das auf einer festgelegten Route über einen großangelegten See schippert. Die ganze Fahrt dauert gut und gerne ihre 10 Minunten und ist sehr entspannend für die doch recht beanspruchten Füße.

Da die Fahrt gratis ist, haben wir sie direkt zweimal gemacht und dabei Jayden und ‚Judschien‘ kennengelernt. Eingeborene vermute ich mal.
Am Ende unserer Kräfte, wie auch eines langen, sehr schönen Tages verließen wir den Zoo Gelsenkirchen mit vielen schönen Eindrücken. Die haben sich nunmehr in ebenso schöne Erinnerungen verwandelt. Wenn wir die wieder auffrischen wollen, fahre ich auch noch einmal in die Verbotene Stadt. Denn hier haben’s die Tiere gut.

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