Games: Leichte Kost oder dicke Wälzer?

Millionen Menschen spielen Computerspiele und schon längst sind die Games Plattform übergreifend. Vom Daddeln auf dem Handy, bis hin zu epochalen interaktiven Geschichten, die ihre Fans über Monate und Jahre beschäftigen ist für jeden etwas dabei. Wieso beschäftigen uns diese knallbunten Geschichten so? Ein Vergleich zwischen Literatur und moderner Unterhaltungselektronik.

Geschichte der Games

Schon seit Jahrzehnten gibt es Computerspiele, begonnen vielleicht mit den ersten Gehversuchen eines Pong aus dem Jahr 1972:

Ein Meilenstein, so einfach wie erfolgreich, aus dem sich in der Folge zunächst einmal für PCs oder Ataris unzählige weitere Titel entwickelten.

Spätestens in den 90er-Jahren gesellten sich zu den klobigen Computern echte Spiele-Geräte, mit denen man nichts weiter tun konnte, als Spiele zu spielen – aber genau danach verlangte der mittlerweile boomende Markt ja auch. Hier sei natürlich vor allem Nintendo zu nennen, der japanische Konsolen- und Spielehersteller, der unter anderem für das NES, den Gameboy und natürlich Super Mario verantwortlich ist.

Während Mario, Sonic the Hedgehog und Co. vor allem im Bereich Jump-n-Run den Vormarsch der Konsolen vorantrieben, ließen sich die Helden der PCs aber davon keineswegs einschüchtern. Auf den PCs wurden andere Spiele-Genres erschlossen wie Adventures, Rollenspiele, Shooter, Echtzeit-Strategie oder Lebensimulationen. Eine Vielfalt, die auch auf Konsolen und Handhelds nach und nach erreicht wurde, allerdings dort in einem anderen Paradigma.

PC, Kosolen, mobile Games – Von Tiefgang bis oberflächlich

Bis heute reservieren PCs aufgrund der potentiell höheren Leistungsfähigkeit vor allem stark Grafik lastige Spielebereiche für sich. Doch die multilaterlae Entwicklung der Games beruht auch auf den verschiedenen Klientels der Gamer selbst. PC-Spieler suchen nicht das schnelle Spiel zwischendurch, sie suchen Herausforderungen, die sie über Tage, Wochen und Monate beschäftigen. Moderne Spiele wie The Last of Us, die Reihe The Elder Scrolls, FarCry oder auch The Witcher sind stellvertretend für die „dicken Schinken“, die literarischen Klassiker unter den Games. Sie beginnen mit einem Epilog und entfalten über viele Spielstunden herausragende Geschichten, in denen die Spieler die interaktiven Hauptdarsteller sind. Solche Spiele sind Erlebnisse, die zurecht als Kunst und Kultur angesehen werden.

The Witcher 3 – Ein Werk wie ein Shakespeare:

Die lustigen Taschenbücher unter den Games

Einige Games schaffen den Spagat zwischen PCs und Konsolen, dennoch ist das Spielen an Playstation, XBoX und Co. eher der schnelleren Natur. Hier gibt es auch die epochalen Titel, allein schon aus marktwirtschaftlichen Gründen können sich deren Hersteller nicht leisten, die Millionen Konsolen-Gamer außen vor zu lassen. Gleichwohl besteht hier schon mehr die Tendenz zum „Groschenroman“ unter den Games. Spiele, die schnell und einfach sind, die auch für eine kurzfristige Unterhaltung innerhalb weniger Stunden sorgen können. Auch der Faktor Party-Games wurde erst durch die Wohnzimmer-PCs möglich.

Phänomen Guitar Hero auf Playstation – Gedaddel und Gedudel:

Doch es geht noch einen Schritt tiefer in Sachen Spieldauer (und Anspruch?): Handy- und Browser-Games sind wie die Komiks in den Tageszeitungen, die lustigen Taschenbücher unter den Games. Allein die Akquise der Spiele ist auf pure Geschwindigkeit und maximale Zugänglichkeit der breiten Masse getrimmt. Einfach aus dem App-Store herunterladen, antippen, daddeln, drei Haltestellen später wieder aus der Bahn aussteigen. Für ein Boulevard-Blättchen mag so viel Aufmerksamkeit reichen…

Knallbunt und mit nem Knall: Farm Heroes, die Klolektüre unter den Games?

Können Handy-Daddler überhaupt noch anders?

So erfolgreich und genial auf ihrem Gebiet die einzelnen Spiele-Konzepte auch sein mögen, so scheint der Konsolenspieler noch der variabelste zu sein. Und während der anspruchsvolle PC Spieler um F2P Titel für Tablet-PCs einen weiten Bogen macht, so muss wohl der Handy-Daddler außerstande sein, sich auf ein anspruchsvolles „AAA-Game“ einzulassen.

Ist das wirklich so? Und wird es noch eine tiefere Kategorie geben, vielleicht die Klolektüre unter den Games? Die Branche probiert jedenfalls fleißig aus, wie viel Anspruchslosigkeit geht.

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