Jugendwort des Jahres 2013

Die Wahl des jährlichen Jugendwortes ist Sprachgenese zum Miterleben. Was viele von uns wenn überhaupt nur am Rande mitbekommen, geschieht unter den jungen Anwendern des Deutschen täglich und selbstverständlich. Ich find’s super, dass die Initiative Jugendwort von der Langenscheidt GmbH, der Jugendmesse YOU und der Zeitschrift Mädchen ins Leben gerufen wurde.

Ihr Jugendwort des Jahres wählen die Jugendlichen selbst, auf www.jugendwort.de. Jedes Jahr ist bis zum 30.10. Zeit, online für die hippste Vokabel zu voten. Das Gewinnerwort, sowie die folgenden 4 Wörter werden bekanntgegeben.

And the winner 2013 is: Babo

Herzlichen Glückwunsch! Doch was heißt Babo? Babo heißt so etwas wie Boss, Chef oder Anführer. Im Italienischen heißt Babbo übrigens Papa und im Koreanischen heißt Babo Dummkopf.

2008 – Mein absoluter Lieblingsjahrgang

Diese Jugendwörter sind pure Sprachgenese und zeigen, das Sprache dynamisch ist und sich ständig entwickelt. Babo fällt dabei wohl in den Bereich des Neologismus (also Neuwortschöpfung), kann aber auch, auf Grund der relativen semantischen Ähnlichkeit zum italienischen Wort entlehnt sein. Entlehung – also die Übernahme fremdsprachiger vokabeln in die eigene Sprache – ist übrigens ein sehr produktives Element der Sprachgenese.

Mir gefielen allerdings andere noch viel besser, wie meine Hitliste zeigt:

  1. Zwergen-Adapter (Kindersitz)
  2. Patchwork-Gesicht (Schönheits-OP Gesicht)
  3. unterhopft sein (Lust auf Bier), Platz 3 2008
  4. Bildschirmbräune (Blässe von Nerds), Platz 2 2008
  5. Gammelfleischparty (Ü 30 Party), Platz 1 2008
  6. Hausfrauenpanzer (SUV-Fahrzeug)
  7. Sabberholz (Blockflöte)
  8. hartzen (rumhängen, arbeitslos sein), Platz 1 2009,
  9. „fjede“ (auf jeden Fall)

Bankster und guttenbergen – Jugendsprache am Puls der Zeit

So mancher, der sich für einen Erwachsenen hält, mag nun denken, dass die jungen Leute ein skandalöses Mundwerk haben, heutzutage und nichts im Kopf haben, als die Sprache zu verunstalten. Aber die Beispiele „Bankster“ (Banker + Gangster, 2009) und guttenbergen (abschreiben, 2011) belehren jeden Skeptiker eines Besseren. Offenbar werden aktuelle Ereignisse von großem allgemeinen Interesse mit in die Sprachgenese der Jugenwörter mit einbezogen und wenn man sich den dritten Platz 2013 ansieht: Jugendsprache ist gediegen.

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